7.30 Uhr
Arbeitsbeginn für Leon Hoppe. Er ist etwas früher da, um sich in Ruhe umzuziehen. Dann stempelt er ein und geht zum Gesellen Wolfgang Bextermöller: „Wie mache ich jetzt am Montagewagen weiter?“
In den vergangenen Tagen hat Leon Hoppe das Grundgerüst für den Montagewagen für Schrägförderer fertiggebaut. Als Azubi im zweiten Lehrjahr darf er bereits einiges allein machen. „Im ersten Lehrjahr war ich viel mit den Gesellen unterwegs, in der Erntetechnik und auf Montage. Ich habe zugeschaut, gefragt und gelernt. Jetzt darf ich selbstständiger arbeiten. Wenn ich Fragen habe, ist aber immer ein Geselle ansprechbar. Es macht sehr viel Spaß, selbst an Maschinen oder Maschinenteilen arbeiten zu können.“ Die AGRAVIS TechnikDie AGRAVIS Technik-Gruppe bietet Landwirt:innen alles, was sie für ihre Arbeit benötigen. Saltenbrock ist Händler des Landmaschinenherstellers Claas.
Leon Hoppe macht sich daran, die kleinen Teile des Wagens fertigzustellen. Er schneidet sie mit einer Bandsäge zurecht, bohrt mit der Magnetbohrmaschine Löcher hinein und schweißt die Einzelteile zusammen. Ihm gefällt, dass die Aufgaben so unterschiedlich sind: „Mal hat man Sachen, die funktionieren gut und schnell, und dann auch mal welche, die ärgern einen. Dann dauert alles länger, man muss es aber fertigbekommen. Das gehört einfach dazu.“
9 Uhr
Zeit für eine kurze Frühstückspause. Im Aufenthaltsraum trifft Leon Hoppe auf einige seiner Kolleginnen und Kollegen. Ein paar Scherze, und weiter geht‘s.
9.15 Uhr
Der Azubi schneidet Bolzen für den Oberlenker zurecht. Er bohrt zwei Löcher für die Splinte. Bohren, schweißen, löten – all das macht seinen künftigen Beruf aus. „Es ist sehr abwechslungsreich und jeder Tag ist anders. Ich kann kleine, aber auch große Aufgaben bekommen. Manche sind knifflig und ich muss genau überlegen, wie ich sie angehe. Aber das lernt man alles.“
Leon Hoppe hat Spaß am Schrauben und Reparieren. Deshalb hat er sein Schulpraktikum in der neunten Klasse bei der AGRAVIS Technik Saltenbrock in seinem Heimatort Melle-Wellingholzhausen absolviert. „Das hat mir sehr gut gefallen und so bin ich dann nach der Schule hier angefangen.“ Seine Eltern betreiben eine Hobby-LandwirtschaftLandwirtschaft (oder Agrarwirtschaft) ist ein Wirtschaftsbereich der sogenannten Urproduktion., an den beiden Treckern schraubt er gerne herum. Bei der AGRAVIS fühlte er sich von Anfang an wohl: „Das Kollegium ist sehr nett, nicht nur in der Werkstatt, sondern in allen Abteilungen. Der Zusammenhalt als Team ist wirklich gut.“
12 Uhr
Zur Mittagspause holt sich Leon Hoppe etwas aus dem benachbarten Backwarenshop. Jeden Freitag bestellen die Kolleginnen und Kollegen Essen. In der Mittagspause fachsimpeln sie und plaudern über Privates. Leon kickt im Verein, Fußball ist immer ein gutes Thema. Das Lachen aus dem Pausenraum hört man bis in die Werkstatt.
12.30 Uhr
Leon Hoppe lässt im Schweißraum neben der Werkstatt wieder die Funken fliegen. Er hat zunächst die Schweißnähte kontrolliert und mit der Flex schöngeschliffen, nun schweißt er Oberlenker und Winkel an den Montagewagen. „Dabei muss ich besonders auf die Passgenauigkeit achten. Sonst hält das Bauteil nicht“, weiß er.
Zwischendurch schließt er sich immer wieder mit dem Gesellen kurz, ob alles in Ordnung ist. Der Geselle Wolfgang Bextermöller erklärt dem 18-Jährigen außerdem viel zu den Erntemaschinen. Denn Leon Hoppe macht auch beim Nacherntecheck mit. Dann arbeitet er eine Kontrollliste ab. „Ich habe zum Beispiel beim Drescher alle Riemen entspannt und kontrolliert, ob sie rissig sind oder ob die Rollenlager funktionieren. Wenn nicht, dann wechsele ich das aus. Bei Wartungen an Dreschern oder Häckslern mache ich Ölwechsel oder erneuere die Entlüftungsstopfen beim Getriebe.“
Wenn Leon Hoppe nach dreieinhalb Jahren Land- und Baumaschinemechatroniker ist, wird er Landmaschinen in Betrieb nehmen, warten, instandhalten und reparieren können. Mit Diagnosegeräten kann er Fehler und Störungen identifizieren. Er wird sich mit Mechanik, Hydraulik und Elektrik auskennen – und wissen, wie er Kundinnen und Kunden optimal berät.
16 Uhr
Leon Hoppe geht mit dem Schlüssel in der Hand übers Gelände im Gewerbegebiet in Melle. Es gehört zu seinen Aufgaben, alles abzuschließen. Und „alles“ ist nicht wenig. Er fährt die Bullis in die Hallen, schließt Werkstatt und die Gebäude daneben ab, kontrolliert außerdem, dass alle Fenster, Lufthähne und Wasserleitungen dicht sind. „Am ersten Tag hat mir ein Azubi aus dem dritten Lehrjahr das gezeigt, seitdem mache ich das eigenständig. Man kann hier schnell selbst Verantwortung übernehmen.“
16.15 Uhr
Feierabend. Leon Hoppe freut sich, dass er inzwischen volljährig ist und selbst mit dem Auto nach Hause fahren kann. Montags ist er in der Berufsschule, die anderen vier Wochentage in der AGRAVIS-Werkstatt. Die verlässt er wie fast jeden Abend mit dem guten Gefühl zu wissen, zu sehen und zu fühlen, was er geschafft hat.
Diese und alle weiteren wichtigen Begriffe finden Sie in unserem Glossar