Sojaanbau dient primär der Lebensmittelproduktion

Sojaöl zählt mit 51,6 Mio. Tonnen zu den beliebtesten Pflanzenölen weltweit




Der Anbau von Sojabohnen hat weltweit eine große Bedeutung für die Lebensmittelproduktion. In rund einem Drittel aller im Handel erhältlichen Lebensmittel befinden sich Bestandteile der Bohne: in Form von Speiseöl zum Beispiel in Margarine und vielen Fertigprodukten, oder durch den Emulgator Lecithin, der unter anderem für die Herstellung von Backwaren und Schokolade genutzt wird.

Nach Palmöl mit einer Produktionsmenge von rund 62,2 Mio. Tonnen im Erntejahr 2015/16 zählt Sojaöl mit 51,6 Mio. Tonnen noch vor Raps- und Sonnenblumenöl zu den beliebtesten Pflanzenölen weltweit. Zum Vergleich: Im gleichen Erntejahr wurden nur rund 2,9 Mio. Tonnen Olivenöl produziert.

Um die hohe Nachfrage der Lebensmittelindustrie zu decken, wurden 2015/16 weltweit auf 121 Mio. Hektar Sojabohnen angebaut. 90 Prozent der Erntemenge entfallen auf nur fünf Länder: USA (33 Prozent), Brasilien (30 Prozent), Argentinien (18 Prozent), China (4 Prozent) und Indien (3 Prozent). Deutschland baute im Jahr 2015 lediglich auf 17.000 Hektar Sojabohnen an, vornehmlich in Bayern (7.000 Hektar) und Baden-Württemberg (4.000 Hektar).

Da der Ölgehalt der Sojabohne nur bei zirka 20 Prozent liegt, entsteht bei der Verarbeitung eine große Menge weiterer Produkte. Dazu zählt Sojaschrot, das als wertvoller Proteinträger hauptsächlich in der Futtermittelproduktion weitere Verwendung findet. Auch bei der AGRAVIS Raiffeisen AG: Sie benötigt rund 450.000 Tonnen Sojaschrot, um jährlich mehr als 4,3 Mio. Tonnen Mischfutter in ihren eigenen Werken und in den Produktionsstätten ihrer Beteiligungsgesellschaften herstellen zu können.

Die AGRAVIS stellt sich der kontroversen Diskussion um Importsoja, sie lässt sich und der gesamten Futtermittelbranche aber nicht den „Schwarzen Peter“ zuschieben. Denn Soja werde nicht ursächlich für die Produktion von Tiernahrung, sondern für diverse Verwendungen in der Lebensmittelindustrie angebaut. Würde Sojaschrot nicht für die Produktion von Tiernahrung Tiernahrung eingesetzt, gäbe es keine angemessene Nutzung für diesen wertvollen Rohstoff. Um die Produktionssicherheit in den Futtermittelwerken zu gewährleisten, ist AGRAVIS auf die Einfuhr von Sojaschrot angewiesen. Zugleich beschäftigt sie sich fortlaufend mit möglichen Alternativen, wie der Anbau von Wasserlinsen und anderen Pflanzen Pflanzen mit hohem Proteingehalt zeigt.

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