Bilanz-Pressekonferenz: Geschäftsjahr 2017

Chancen im herausfordernden Mischfuttermarkt nutzen

Chancen im herausfordernden Mischfuttermarkt nutzen


Zwei Zahlen, die die Schlagkraft der AGRAVIS im Mischfuttermarkt einordnen: In Deutschland werden jedes Jahr rund 23 Mio. Tonnen Mischfutter Mischfutter hergestellt. Die AGRAVIS und ihre Beteiligungsgesellschaften kommen mit ihren knapp 30 nationalen Produktionsstätten auf eine Jahrestonnage von mehr als 4,3 Mio. Tonnen. Zieht man die ausländischen Werke hinzu, waren es 2017 sogar rund 4,6 Mio. Tonnen. Diese führende Position in einem immer komplexeren Umfeld möchte die AGRAVIS gern behalten. Sie hat deshalb im Geschäftsjahr 2017 verschiedene Schritte eingeleitet, um sich zukunftsfähig im Markt zu positionieren. In einem Markt, der von tendenziell sinkenden Tierzahlen bei gleichzeitigem Aufbau noch weiterer Futtermittelkapazitäten gekennzeichnet ist.

AGRAVIS setzt auf Kooperationen und Wachstum

„Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahren einen Verdrängungswettbewerb geben wird“, sagt AGRAVIS-Vorstandmitglied Maria-Johanna Schaecher. Die AGRAVIS hat sich darauf eingestellt – einerseits durch verschiedene Kooperationsmodelle mit Genossenschaften, andererseits durch eine Wachstumsstrategie auch außerhalb ihres bisherigen Kernarbeitsgebietes. Deshalb hat die AGRAVIS zur Jahresmitte 2017 ihr Futtermittelgeschäft Futtermittelgeschäft durch die Mehrheitsübernahme an den beiden ehemaligen Werken der RWZ Rhein-Main eG in Neuss und Wiesbaden weiter gestärkt. Die beiden RWZ-Werke mit direktem Anschluss ans Wasserwegenetz produzieren insgesamt rund 320.000 Tonnen Misch- und Mineralfutter pro Jahr für alle Nutztierarten. Sie beliefern Kunden im Rheinland, im Bergischen Land, in Westerwald und Eifel sowie in ganz Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland.

Im bayrischen Markt ergaben sich durch Entscheidungen des Wettbewerbs ebenfalls Chancen im Mischfutter-Segment, die die AGRAVIS genutzt hat. So wird im Spezialfutterwerk der AGRAVIS-Konzerngesellschaft DoFu-Donaufutter GmbH DoFu-Donaufutter GmbH in Straubing inzwischen auch Mischfutter hergestellt. Das führte dort zu einer erheblich größeren Jahrestonnage als noch in 2016.

Investition in neue Mischlinie

Das Biofuttersegment besetzt die AGRAVIS ebenfalls – wiederum in Form einer Kooperation, dieses Mal mit der Raiffeisen Hohe Mark Hamaland eG am Standort Gescher. „Auf stabilem Fundament stehen auch unsere Mischfutter-Kooperationen mit regionalen Genossenschaften in Münster und Lingen sowie in Oldenburg“, hebt Schaecher die Tragfähigkeit des Raiffeisen-Verbundes im Futtermittelgeschäft hervor. Wie eng und zukunftsgerichtet die Zusammenarbeit in Münster ist, zeigte sich 2017 sehr deutlich an der gemeinsamen Investition in eine neue Mischlinie. Durch sie erhöht sich die Jahreskapazität des Werkes in Münster um 90.000 Tonnen. Abholende Genossenschaften können schneller bedient werden, die Wartezeiten für die Lkw reduzieren sich erheblich.

Genossenschaftliche Zusammenarbeit zwischen AGRAVIS und GS agri

In der Region Weser-Ems haben die AGRAVIS und GS agri zum Jahresende 2017 angekündigt, eine genossenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich Mischfutter anzustreben. Dabei handelt es sich um das Vorhaben, die Mischfutterbereiche der GS agri und der AGRAVIS Kraftfutterwerke Oldenburg GmbH in einer Produktionsgesellschaft mit Sitz in Oldenburg und einer Mischfuttergesellschaft mit Sitz in Schneiderkrug zusammenzuführen. „Wir wollen durch die Zusammenarbeit unsere gemeinsame Wettbewerbsposition verbessern, um dem Kunden, sprich dem Landwirt, als kompetenter Futtermittellieferant weiterhin zur Verfügung stehen zu können“, erläutert Maria-Johanna Schaecher. Aktuell sei man mit den 16 Gesellschaftern der AGRAVIS Kraftfutterwerke Oldenburg GmbH im Austausch und mit der detaillierten Planung befasst. Letztendlich müssten die Gremien der Gesellschafter über eine Zusammenarbeit entscheiden. „Ich bin guter Dinge, dass wir hier zusammenkommen.“ Und am Ende muss dann auch noch das Kartellamt zustimmen.

AGRAVIS als Innovationsmotor und Lösungsanbieter

Die AGRAVIS sieht ihre Rolle als Futtermittelhersteller mit dem klaren Schwerpunkt auf dem deutschen Markt aber nicht nur darin, die Landwirte mit erstklassigen „Lebensmitteln“ für ihre Tiere zu versorgen. Sie versteht sich auch als Innovationsmotor und Lösungsanbieter. Deshalb wurden moderne Fütterungskonzepte entwickelt, die die Stickstoff- und Phosphorausscheidungen der Tiere reduzieren. Einen Beitrag zur Lösung der Nährstoffproblematik leistet auch die Biogasanlage der Terrasol GmbH im westfälischen Dorsten, wo zu 70 Prozent Wirtschaftsdünger verarbeitet wird. Zwei Beispiele, die zeigen, dass die AGRAVIS ihre Partnerschaft mit der Landwirtschaft ganzheitlich betrachtet.