Bilanz-Pressekonferenz: Geschäftsjahr 2016

AGRAVIS investiert in hart umkämpften Landtechnik-Markt

Spritzenprüfung bei der AGRAVIS Landtechnik


Der Landtechnik Landtechnik-Markt in Deutschland ist gekennzeichnet durch Investitionszurückhaltung seitens der Landwirtschaft, ein schwieriges Neumaschinen-Geschäft und einen harten Verdrängungswettbewerb. Gerade deshalb setzt die AGRAVIS-Gruppe in ihrem Geschäftsfeld Technik konsequent auf Wachstum. Das Geschäft mit Neu- und Gebrauchtmaschinen sowie einem guten Service ist ein Zukunftsmotor für die AGRAVIS. Mit einem Plus von 4 Prozent und einem Produktumsatz von 772 Mio. Euro (2015: 742 Mio.) schrieb das Geschäftsfeld Technik im vergangenen Jahr positive Schlagzeilen. Diese Entwicklung ist das Ergebnis konsequenter Weiterentwicklungen, Neuausrichtungen, Kooperationen und Investitionen.

Hohe Investitionen in das Geschäftsfeld Technik

„Der Landtechnik-Markt ist schwierig, sehr konjunkturabhängig und kapitalbindend. Wir glauben aber an diesen Markt, deshalb haben wir in den vergangenen Jahren intensiv in die Standortdichte, die Modernität der Werkstätten und vor allem in die Qualifikation unserer Mitarbeiter investiert“, beschrieb Johannes Schulte-Althoff, der als Finanzvorstand der AGRAVIS auch für das Landtechnik-Geschäft des Konzerns verantwortlich zeichnet. Insgesamt investierte die AGRAVIS in den vergangenen fünf Jahren in den Standortausbau und die Modernisierung von Standorten 59,2 Mio. Euro in das Geschäftsfeld Technik.

Sinnvolles Wachstum

Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis. Die AGRAVIS-Gruppe hat ein klares Ziel vor Augen, das sich auch in den jüngsten Akquisitionen widerspiegelt. So konnte der Konzern die Claas-Vertriebsrechte für die Region Rheinhessen/Pfalz übernehmen und vermeldete zum Jahresende auch den Mehrheitserwerb der Claas Hessen GmbH. Bereits zuvor war das Unternehmen durch die Neugründung der Lorenz Rubarth Landtechnik GmbH, einer neuen, gemeinsamen Landtechnik-Gesellschaft der Lorenz Rubarth GmbH und der AGRAVIS Technik Holding GmbH, aktiv auf Partnersuche, um die exklusiven Agco-/Fendt-Vertriebsrechte auszubauen. Strategisch wichtig ist für den Technik-Vorstand Schulte-Althoff auch die Mehrheitsübernahme an der Menke Agrar GmbH, einem der Top 3 Ersatzteil-Großhändler in der Republik. „Wir wollen hier die sich bietenden Synergien nutzen und das komplette Ersatzteilgeschäft für unsere regionalen Landtechnik-Gesellschaften und damit für die Landwirte auf neue Füße stellen. Wir glauben fest daran, dass für dauerhaft gute Geschäfte vor allem Komplettlösungen und qualifizierte Werkstätten wichtig sind“, erklärte Schulte-Althoff.

Intensive Zusammenarbeit mit Herstellern

Dass dabei die regionale Stärke und die Herstellermarke entscheidend sein können, ist bei AGRAVIS erkennbar. So wurde zum 1. Januar 2016 die duale Exklusivität in Westfalen und im westlichen Niedersachsen umgesetzt. „Das heißt nichts anderes, als dass wir in separaten Gesellschaften entweder Claas-Produkte oder Agco-/Fendt-Programme anbieten. Überschneidungen sind herstellerseitig nicht mehr gewünscht. Das haben wir genutzt, um in den Regionen mit neuen Standorten unsere Nähe und Serviceleistung auszubauen.“ Neben Claas und Agco/Fendt setzt die AGRAVIS vor allem im östlichen Niedersachsen, in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Hessen auf New Holland – und hat hier zuletzt ebenfalls in Partnersuche und Geschäftsübernahmen investiert. „Ich kenne kein Handelsunternehmen, das so intensiv mit den Herstellern zusammenarbeitet“, führte Schulte-Althoff aus, der aber auch auf die hohen Investitionen verweist, die diese Strategie mit sich bringt. „Der Markt, die Landwirtschaft, benötigt Landtechnik. Die ist aber kapitalintensiv und fordert regelmäßige Investitionen in die Standorte. Das verlangt andersherum aber auch nach einem guten und funktionierenden Risiko- und Working-Capital-Management. Nur so ist Wachstum in so engen Märkten möglich.“

Investitionen in die Standorte

Allein im vergangenen Jahr investierte die AGRAVIS-Gruppe 10 Mio. Euro in die Standortstruktur, in die Werkstatt-Ausstattung und in Modernisierungsmaßnahmen. „Die landwirtschaftlichen Betriebe wachsen, die Maschinen wachsen, folglich müssen auch wir diese Schritte mitgehen“, erklärte Schulte-Althoff und fügte hinzu: „Diese Zahl und die Summe der Investitionen der vergangenen Jahre spiegeln die Leistungsfähigkeit und den Wachstumswillen der AGRAVIS wider. Wir wollen für unsere Kunden ein dauerhaft verlässlicher und qualifizierter Gesprächspartner sein.“ Das gilt auch für die Zukunft: Auch 2017 wird die Investitionsbereitschaft hoch bleiben. Insgesamt will die AGRAVIS wieder rund 10 Mio. Euro in ihre Landtechnik-Standorte investieren.

Wichtiger Gebrauchtmaschinenmarkt

Immer wichtiger wird für die AGRAVIS Technik auch der Gebrauchtmaschinenmarkt. Bei den Landtechnik-Auktionen in Meppen Landtechnik-Auktionen in Meppen wurde im November 2016 die 25.000. Maschine versteigert. Versteigerungen von Landtechnik sind „in“, auch dank der steigenden Online-Potenziale. Die Online-Auktionsplattform ab-auction.com ab-auction.com und der AGRAVIS-Partner, das kanadische Auktionshaus Ritchie Bros. Auctioneers, mit dem die AGRAVIS gemeinsam stationäre Versteigerungen durchführt, sind nach einer Umfrage der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf unter 500 Praktikern nach Ebay die bekanntesten Anbieter von Landtechnik-Auktionen.