Agrarunternehmertage 2017

Gut vorbereitet für die Geburt: Gezielte Fütterung sichert vitale Ferkel




Die Fruchtbarkeit der Sauen Sauen ist in den vergangenen zehn Jahren um 0,5 bis 0,8 Ferkel je Sau und Jahr gestiegen. Mit zunehmender Wurfgröße sinkt jedoch das durchschnittliche Geburtsgewicht und die Streuung der Ferkelgewichte innerhalb des Wurfes nimmt zu. Um den Anteil an Saugferkelverlusten weiter zu reduzieren, muss die Vitalität der neugeborenen Ferkel gefördert werden. Schnelle Geburten und eine gezielte Fütterung zur Bildung ausreichender Kolostrummenge in hoher Qualität sind das Ziel.

Fütterung in den letzten Wochen vor der Geburt

Die Fütterung der Sauen in der Hochträchtigkeit bis über die Geburt muss hierzu neu überdacht werden. Die Föten wachsen gerade in den letzten Wochen und Tagen vor der Geburt stark. Zudem setzt vor der Geburt die Ausbildung des Gesäuges ein. Das Kolostrum und die in ihm enthaltenen lebenswichtigen Antikörper werden gebildet und eingelagert. Bekommt die Sau in dieser sensiblen Phase zu wenig Nährstoffe über die Fütterung, sind die Gewichtszunahme der Föten und die Ausreifung der Organe nicht optimal. Es werden weniger Glykogenreserven im Körper des Ferkels eingelagert. Die Vitalität der neugeborenen Ferkel ist gefährdet.

Wechsel in der Futterzusammensetzung

Um diesem Nährstoffmangel entgegenzusteuern, beginnt der Organismus der Sau bereits vor der Geburt mit dem Abbau von Körpersubstanz. Rückenspeckmessungen eine Woche vor und zum Tag der Geburt bestätigen diesen zu früh einsetzenden substanzabbauenden Prozess. Das Einschmelzen von Körpersubstanz bereits vor der Geburt belastet den Stoffwechsel und der Geburtsverlauf wird aufgrund des Energiemangels verzögert. Die Folgen sind oftmals sichtbar in Form des „Postpartalen Dysgalaktie-Syndroms“ (PDS), also einem Mangel an Kolostrum bzw. Milch nach der Geburt, verbunden mit einer schlechten Futteraufnahme. Eine bedarfsgerechte Ernährung zur Geburtsvorbereitung beginnt in der hochtragenden Zeit ab dem 85. Tag der Trächtigkeit. Idealerweise wechselt hier die Futterzusammensetzung.

Geburtsvorbereitungsfutter

Eine höhere Nährstoffdichte, vor allem eine höhere Protein- bzw. Aminosäureausstattung wird für diese Transitfütterung aufgrund des starken Ferkelwachstums benötigt. Ist es nicht möglich, eine zweiphasige Tragendfütterung zu praktizieren, muss die Nährstoffversorgung alleine durch die Futtermengensteigerung sichergestellt werden. Ein spezielles Geburtsvorbereitungsfutter kann ein bis zwei Wochen vor der Geburt zum Einsatz kommen. Alternativ kann auch bereits das Laktationsfutter vorgelegt werden. Von der bisher durchaus üblichen Praxis, das Futter für tragende Sauen bis über die Geburt einzusetzen, ist aus den genannten Gründen der geringeren Nährstoffdichte abzuraten. Grundsätzlich ist auf eine ausreichende und qualitativ hochwertige Faserausstattung der Sauenfutter zu achten, denn hiermit lassen sich Verstopfungen rund um die Geburt vermeiden und eine langanhaltende Energielieferung für den Geburtsprozess sicherstellen.

Unter diesen Aspekten kann die Fütterung zur Geburtsvorbereitung einen entscheidenden Einfluss auf die Bildung des Kolostrums und gleichzeitig auch auf die Geburtsgewichte und die Vitalität der neugeborenen Ferkel haben.

Weitere Infos zum Thema Sauenfütterung gibt es bei Alexandra Grimm, Telefon 0251 . 682-2286, alexandra.grimm@agravis.de