Agrarunternehmertage 2017

Getreideschimmelkäfer: Kleiner Käfer mit großem Gefahrenpotenzial


Besonders in Geflügelställen fühlt sich der Getreideschimmelkäfer wohl. Für einen gesunden Bestand ist eine konsequente Schädlingsbekämpfung unerlässlich.


Bis zu 1.000 Käfer je Quadratmeter, eine Lebensdauer bis zu zwölf Monaten und bis zu 2.000 gelegte Eier je weiblichem Käfer im Leben. Dies sind nur einige Fakten zum „Glänzenden Getreideschimmelkäfer“. Die Schädlingsbekämpfung nimmt eine zunehmende Bedeutung in der Nutztierhaltung ein, da diese ein unermesslich hohes Gefahrenpotenzial mit sich bringen. Neben Schadnagern und der „Roten Vogelmilbe“ tritt vor allem der Getreideschimmelkäfer in vielen Fällen als Vektor und somit als Wirt von diversen Pathogenen immer öfter auf. Neben einer professionellen Stallhygiene, bestehend aus der Oberflächenreinigung und -desinfektion, einer lückenlosen Personalhygiene und einem optimalen Konzept zur Schadnagerbekämpfung ist die Bekämpfung des Getreideschimmelkäfers unerlässlich, um den Hygienestandard zu erfüllen.

Schlüpfzeit und Temperatur hängen zusammen

Beim „Glänzenden Getreideschimmelkäfer“ handelt es sich um eine Insektenart, die sowohl auf Wärme als auch auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen ist, um ihren Lebenszyklus auszuleben. Dieses bevorzugte Klima kommt besonders in Geflügelställen vor, wo sich die Käfer zudem durch den Ammoniakgehalt in der Stallluft besonders wohlfühlen. Die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum adulten Käfer dauert bei einer Temperatur von 15° C zwischen 122 und 137 Tagen, bei 32° C dagegen nur 34 bis 53 Tage. Das Weibchen ist in der Lage, bereits einen Tag nach der Paarung 14 bis 20 Eier in das Nährsubstrat abzulegen. Die Dauer des Schlüpfens steht in Abhängigkeit mit der Temperatur. Bei einer Temperatur von zirka 25° C können die Larven bereits nach fünf Tagen schlüpfen und sich in dem Nährsubstrat (z. B. Einstreu) fortbewegen.

Glänzender Getreideschimmelkäfer

Beim „Glänzenden Getreideschimmelkäfer“ handelt es sich um eine Insektenart, die auf Wärme und auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen ist.

  • bis zu 1.000 Käfer je Quadratmeter
  • bis zu 2.000 gelegte Eier je weiblichem Käfer
  • Lebenszyklus 34 bis 53 Tage
  • Überträger von pathogenen Krankheitserregern














Kriterien für die Bekämpfungsstrategie

Der „Glänzende Getreideschimmelkäfer“ ist als Überträger für diverse tierpathogene Salmonellenarten, Escherichia coli und Schwarzkopf von Tier zu Tier, aber vor allem von einer Produktionsperiode zur nächsten, bekannt. Zu einem lückenlosen Hygienekonzept zählt neben dem Entfernen des Schmutzes und der Desinfektion der Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten besonders die Bekämpfung der als Vektoren bekannten Insekten. Die Besonderheit des Getreideschimmelkäfers ist, dass sich dieser, sobald die Temperatur unter dem Wohlfühlbereich liegt, in wärmere Bereiche flüchtet. Zu diesen zählen besonders sämtliche Isolierungen an Decken- und Wandbereich und Ritzen im Stall. Dies ist ein sehr wichtiges Kriterium, welches bei der Bekämpfungsstrategie unbedingt beachtet werden sollte.

Bei der Auswahl der Wirkstoffe für diesen Bekämpfungsschritt sollte zum einen auf Resistenzen und zum anderen auf den Verbleib des Wirkstoffes nach dem Abtrocknen geachtet werden. Weiterhin sollte der Wirkstoff sowohl über eine Fraß- als auch über eine Kontaktwirkung zur Bekämpfung des Getreideschimmelkäfers beitragen. Der Wirkstoff Cyphenothrin, welcher im Desintec InsectEx micro vorhanden ist, liegt in einer mikroverkapselten Form vor. Diese Eigenschaft ist entscheidend, um eine Wirkung auch nach dem Abtrocknen der Suspension zu beobachten. Weiterhin sind über diesen Wirkstoff keine Resistenzen bekannt.

Gebrauchslösung dem Befall anpassen

Es ist bekannt, dass sich die Getreideschimmelkäfer in wärmere Orte der Stallungen zurückziehen, sobald die Temperatur das Optimum des Wohlfühlbereiches unterschritten hat. Dieser Fall tritt während bzw. kurz nach der Ausstallung der Tiere ein. Einen weiteren Anlass für das Verlassen der Zufluchtsorte stellt das Aufheizen des Stalles vor der Neueinstallung dar. An diesen beiden Zeitpunkten ist es entscheidend, die jeweiligen Bekämpfungsschritte vorzunehmen. An der Innenwand sollte eine Gebrauchslösung aus Wasser und Desintec InsectEx micro Desintec InsectEx micro in Form eines waagerechten Spritzfilmes mit einem Sprühgerät (z. B. Gloria-Spritze) aufgetragen werden. Bei einem niedrigen bis mittleren Befall reicht eine einprozentige Gebrauchslösung aus (50 Milliliter Desintec InsectEx micro auf 5 Liter Wasser). Bei einem starken Befall sollte eine zweiprozentige Gebrauchslösung angewandt werden (100 Milliliter Desintec InsectEx micro auf 5 Liter Wasser). Bei beiden Arbeitsschritten wird eine Aufwandmenge von 20 Milliliter Gebrauchslösung je Quadratmeter bei glatten Oberflächen und 100 Milliliter Gebrauchslösung je Quadratmeter bei porösen Oberflächen empfohlen. Auf Grund der mikroverkapselten Form des Wirkstoffes Cyphenotrin ist eine Wirkung auch nach dem Abtrocknen der Gebrauchslösung noch gegeben – eine unabdingbare Eigenschaft, um die Getreideschimmelkäfer als Vektoren zu bekämpfen.

Mehr Informationen gibt es bei Andre Stevens, Produktmanager Geflügel Desintec und Miravit, Telefon 0175 . 2958357, andre.stevens@agravis.de, www.miravit.de www.miravit.de.