„Ziele müssen zur AGRAVIS passen“

Nachhaltigkeitsmanagerin Dr. Bianca Lind im Interview

Die AGRAVIS-Gruppe will ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter ausbauen. Inzwischen wird das Themenfeld Nachhaltigkeit von Dr. Bianca Lind innerhalb der Konzerngesellschaft Veravis GmbH koordiniert. Die Agrarwissenschaftlerin war zuletzt als Geschäftsführerin des Bundesverbandes Rind und Schwein e.V. aktiv und ist auf einem Milchviehbetrieb in Nordhessen aufgewachsen.

Frau Dr. Lind, wie ist das Thema Nachhaltigkeit aktuell im Unternehmen verankert?

Dr. Lind: Nachhaltigkeit ist für die AGRAVIS ein Unternehmensziel. Bisher lag der Schwerpunkt vor allem auf der Berichterstattung in Form des Nachhaltigkeitsmagazins und der Kommunikation. Darüber hinaus gibt es viele Projekte, die zwar nicht unter dem Thema Nachhaltigkeit gestartet sind, aber einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Unternehmen und der Landwirtschaft leisten.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für die AGRAVIS?

Dr. Lind: Dem Thema Nachhaltigkeit begegnen wir ständig: Sei es in der Werbung, beim Einkaufen oder in den Nachrichten. Allerdings habe ich oft das Gefühl, dass Nachhaltigkeit stellvertretend für Umweltschutz verwendet wird. Und das wird dem Thema nicht gerecht. Neben dem Schutz der Umwelt soll ein nachhaltiges Unternehmen ebenso die Mitarbeitenden im Blick haben und einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten. Und ein Unternehmen muss Geld verdienen, um Mitarbeitende beschäftigen zu können, um Umweltstandards umzusetzen und in neue Entwicklungen zu investieren. Aus diesem Grund ist Nachhaltigkeit für die AGRAViS wichtig und gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Welche Themen beschäftigen die AGRAVIS zurzeit?

Dr. Lind: Schauen wir mal aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit – wir wollen wirtschaftlich arbeiten, unsere Mitarbeiter:innen, Kund:innen und Partner:innnen wertschätzen und die Ressourcen schonen. Ich habe die AGRAVIS als ein sehr angenehmes Unternehmen kennengelernt. Die Menschen sind offen, freundlich und hilfsbereit. Das macht die AGRAVIS zu einem attraktiven Arbeitgeber und kann dabei helfen, Mitarbeitende zu binden und neue Mitarbeitende zu gewinnen. Das ist nachhaltig. Des Weiteren spielen die Themen Artenvielfalt, bedarfsgerechte Düngung, Bodenschonung und gezielter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft eine große Rolle. Lösungen sind gefragt und die AGRAVIS will und kann diese Lösungen anbieten, sodass die verschiedenen Bereiche intensiv mit diesen Themen beschäftigt sind.

Welche aktuellen Projekte gibt es denn bei der AGRAVIS?

Dr. Lind: Aus meiner Sicht sehr spannend ist die Frage nach der Recyclingfähigkeit unserer Verpackungen. Die Equovis GmbH hat eine Masterarbeit unterstützt. Die Absolventin untersuchte verschiedene Verpackungen und leitete ab, ob diese recycelt werden können. Die Arbeit trägt nun dazu bei, die Verpackungen bei der Equovis zu optimieren und ist auch schon auf Interesse in anderen Unternehmensteilen gestoßen. Darüber hinaus weitet die AGRAVIS mit dem Projekt „Lerchenbrot“ ihr Engagement zur Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft aus. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Initiative mit der BASF und weiteren Partnern.

Was ist wichtig, um das Thema Nachhaltigkeit voranzubringen?

Dr. Lind: Für mich sind Struktur und Ziele sehr wichtig. Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung formuliert. Dies sind unter anderem: Gesundheit und Wohlergehen fördern, hochwertige Bildung ermöglichen, sauberes Wasser und saubere Sanitäreinrichtungen zur Verfügung stellen, bezahlbare und saubere Energie nutzen. Innerhalb der AGRAVIS gibt es mindestens zehn Projekte, die alle einen Beitrag zu diesen Zielen leisten. Diesen Beitrag möchten wir künftig sichtbarer machen. Ich hoffe, dass wir Nachhaltigkeit dadurch erlebbarer machen können und sie stärker in unserem Denken verankern.

Wie geht es weiter in Bezug auf den Dialog mit Mitarbeiter:innen, Kund:innen Aktionär:innen und anderen Anspruchsgruppen?

Dr. Lind: Die Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Aktionär:innen, aber auch Lieferanten und Partner machen die AGRAVIS aus. Daher ist es für mich essenziell, Gespräche zu führen, Positionen abzustimmen und Anregungen aufzunehmen. Denn eines ist für mich klar: Wir setzen das Thema Nachhaltigkeit nicht um jeden Preis im Detail um. Die Ziele, die wir uns setzen, und die Projekte und Maßnahmen, die wir beginnen, müssen zur AGRAVIS passen.

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