Jahresbilanz

Trotz Wetterextremen stabile Umsatzentwicklung 2019

Die AGRAVIS Raiffeisen AG hat auch im zweiten Dürrejahr hintereinander umsatzmäßig solide Ergebnisse erreicht.

Die AGRAVIS hat am 26. März 2020 über die Jahresbilanz 2019 berichtet - wegen der Corona-Pandemie ohne Präsenzveranstaltung. Dabei stellte das Unternehmen aktuelle Geschäftszahlen vor und kündigte unter anderem eine weiterhin starke Investitionsbereitschaft an.

Berichte zur Bilanz 2019:

AGRAVIS Zentrale Münster

Die AGRAVIS Raiffeisen AG hat auch im zweiten Dürrejahr hintereinander umsatzmäßig solide Ergebnisse erreicht. „Operativ waren wir als AGRAVIS gut im Markt unterwegs, wie der Umsatz von rund 6,5 Mrd. Euro zeigt. Damit haben wir unser geplantes Umsatzziel erreicht. Ermöglicht haben dies unsere Vertriebsstärke, unsere Marktkenntnis, unsere Kundennähe und das Know-how der rund 6.500 Mitarbeiter, die einen guten Job gemacht haben“, bilanzierte AGRAVIS-Vorstandschef Dr. Dirk Köckler.

Kartellbuße als Schlussstrich

Das Ergebnis vor Steuern liegt aber durch Einmal-Belastungen wegen einer Kartellbuße bei minus 20,5 Mio. Euro. „Ganz bewusst haben wir uns nach umfangreicher juristischer Analyse und in voller Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat Ende 2019 dazu entschieden, das Kartellverfahren wegen des Vorwurfs von Preisabsprachen im Pflanzenschutz außergerichtlich und einvernehmlich zu beenden. Diese Einigung war mit einer Bußgeldzahlung in Höhe von 43,7 Mio. Euro verbunden. Diese Summe ist schmerzlich. Sie führt dazu, dass wir das Geschäftsjahr 2019 mit einem Verlust vor Steuern von 20,5 Mio. Euro abschließen“, so Dr. Köckler weiter. Er betonte allerdings auch, dass die AGRAVIS Raiffeisen AG solide aufgestellt sei, über Reserven und eine ausreichende Eigenkapitalausstattung verfüge. „Das Bußgeld ist mit dem Geschäftsabschluss 2019 vollständig verarbeitet. Der Schlussstrich ist gezogen.“

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Der Blick geht bei der AGRAVIS deshalb auch klar nach vorn. „Wir planen für 2020 mit einer soliden und stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis vor Steuern, das bei 30,2 Mio. Euro liegt,“ erläuterte Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff. Um diese Ziele zu erreichen, hat sich der Konzern eine klare Weiterentwicklung verordnet. „AGRAVIS hat den Anspruch, ein profitables, dauerhaft dividendenfähiges Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen zu sein, das in der Lage ist, Gewinne zu thesaurieren“, so formulierte es der Vorstandsvorsitzende und stellte auch sofort den Weg dahin klar. „Wir haben in neuer Besetzung im Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und dem Führungskreis Weichen klar und konkret gestellt, an vielen Stellen bereits Veränderungen angeschoben und umgesetzt – hin zu mehr Geschäft, mehr operativer Exzellenz und Kostendisziplin. Als Lösungsgeber und Innovationstreiber verstehen wir uns als das marktrelevante Agrarhandelsunternehmen mit dem Schwerpunktmarkt in Deutschland.“

Lösungsgeber und Innovationstreiber

Die AGRAVIS setze diesen Weg konsequent um, wie Dr. Köckler an Beispielen klar machte. So werden aktuell die drei bisher eigenständigen Vertriebsgesellschaften AGRAVIS Mischfutter Westfalen GmbH, AGRAVIS Mischfutter Emsland GmbH und AGRAVIS Futtermittel Rhein-Main GmbH zum 1. April 2020 zusammengeführt. Die neue Vertriebsgesellschaft wird den Namen AGRAVIS Mischfutter West GmbH tragen. „Wir sind damit noch näher am Kunden, haben noch schlankere Prozesse und sind noch schneller im Geschäft – mit klarer Aufgabenverteilung“, begründet der AGRAVIS-Chef, denn „der Markt für Mischfutter und Spezialfutter ist geprägt von Überkapazitäten. Darüber hinaus wissen wir, dass die Tierzahlen nicht weiter steigen, sondern eher sinken werden, und wir wissen, dass der Verzehr von Fleisch und Fleischprodukten in den kommenden Jahren rückläufig sein wird. Darauf müssen wir uns frühzeitig einstellen – gemeinsam im genossenschaftlichen Verbund.“
Ein weiteres Beispiel: Ab Januar 2021 wird die AGRAVIS im Osten der Republik als eine starke Gesellschaft AGRAVIS Ost auftreten und nicht mehr mit vier einzelnen Gesellschaften. „Wir sind damit auch im Osten Deutschlands als DER Agrarhändler sichtbar, arbeiten in schlanken Strukturen, aber mit maximaler Kundennähe und Kompetenz“, so Dr. Köckler.

Hohe Investitionsbereitschaft

Aber auch das Wachstum hat die AGRAVIS nicht aus den Augen verloren. Dazu gehört eine weiterhin hohe Investitionsbereitschaft. „Auch in einem schwierigen Jahr wie 2019 haben wir 47 Mio. Euro investiert. Wir sind überzeugt davon, dass sich der Markt am Ende auch für immer modernere, leistungsstärkere Standorte entscheiden wird. Diesen Weg setzen wir auch 2020 konsequent fort. Wir werden erneut rund 49 Mio. Euro in die Standortqualität, in Leistungsfähigkeit, in Kundennähe investieren“, setzt der Vorstandschef Zeichen und betont, dass auch Investitionen in die Digitalisierung für die AGRAVIS ein Schritt in die Zukunft sind. „Wir investieren nicht nur in Steine – seit einiger Zeit sind Investitionen in unser digitales Arbeitsfeld genauso wichtig. Auch hier haben wir für 2020 über 10 Mio. Euro eingeplant.“ Dr. Köckler machte deutlich, dass für ihn der Schlüssel für erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle auch aus der Expertise aus dem klassischen Agrarhandel kommen. „Digital ersetzt nicht das klassische Geschäftsmodell bei uns, sondern digital und klassischer Agrarhandel ergänzen sich. Beide Seiten haben ihre Vorteile und die gilt es im Sinne des Kundenauftrags weiterzuentwickeln“. Das helfe dem Kunden, der zusätzlich von neuen Lösungen für Acker und Stall profitiert – das helfe aber auch der AGRAVIS, um Prozesse zu verkürzen, Strukturen anzupassen und neue Marktanteile zu gewinnen. „Dabei sind wir offen für Kooperationen mit den Genossenschaften, um Portallösungen für die landwirtschaftlichen Kunden anbieten zu können. Ich bin überzeugt davon, dass Kooperation der richtige Weg bei der Digitalisierung ist.“ Ein konkretes Beispiel dafür sei, dass die AGRAVIS, die ODAS IT GmbH und die BASF Digital Farming GmbH ihre digitalen Angebote für Landwirte verknüpfen wollen. „Die digitale Welt verlangt nach neuen Lösungen, die auch eine andere Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie mit sich bringen. Wir sind offen dafür, weil der Kunde am Ende davon profitiert.“

Corona-Pandemie sorgt für Unsicherheit

Gedämpft wird die generelle Zuversicht bei der AGRAVIS aber durch die Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie. „Corona ist natürlich auch für uns neu und eine Herausforderung mit noch offenem Ausgang. Die klaren Weichenstellungen durch die Trennung von Arbeitsbereichen, Nutzung von Homeoffice-Lösungen, und, und, und, helfen uns, den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang, aber mit deutlich erhöhtem Aufwand fortzuführen. Unsere Kunden – Landwirte, Mühlen und Genossenschaften – können darauf vertrauen, dass sie bei uns weiterhin alles Notwendige erhalten, damit die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass wir mit aller Macht die Produktion von Futtermitteln sicherstellen müssen, damit die Tiere auf den Höfen und unsere Haustiere ausreichend Futter bekommen, die jetzt beginnenden Feldarbeiten nicht zum Erliegen kommen und die Lieferketten aufrechterhalten bleiben, damit wir beispielsweise die Mühlen weiterhin mit Getreide versorgen können. Wir danken unseren engagierten und qualifizierten Mitarbeitern ausdrücklich für Ihren Einsatz.“ AGRAVIS versucht, mit erheblichen Mehrkosten aufwendige Logistikketten aufrechtzuerhalten, und setzt auf die Entschädigungszusagen der Politik. In der Summe sei die Lage für die AGRAVIS mit rund 6.500 Mitarbeitern und 400 Standorten bei einer starken nationalen Ausrichtung des Geschäftes bis dato noch beherrschbar, aber die Situation sei auch täglich, manchmal sogar stündlich neu zu bewerten. „Unser vorsichtiges Risiko-Management hat uns bis dato vor starken Verlusten durch den Preiseinbruch bei Rohöl und Agrarerzeugnissen bewahrt. Für die kommenden Wochen konzentrieren wir uns allerdings mit aller Kraft auf die vor uns stehenden Anforderungen, um die Geschäftsabläufe weiter aufrechtzuerhalten,“ so Dr. Köckler abschließend. „Welche Folgen die Corona-Pandemie dann am Ende für die regionale, nationale und sogar weltweite Wirtschaft haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht aber, sie zwingt uns, Dinge neu zu denken und umzusetzen – und auch die regionale Lebensmittelerzeugung wieder in den Fokus zu rücken.“

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Geschäftsfeld Pflanzen: Produktumsatz 2019: 2.684 Mio. Euro (minus 3,5 Prozent gegenüber 2018):

  • Auswirkungen des in weiten Teilen trockenen Jahres durch geringere Getreideerträge vor allem im Osten spürbar
  • Mengenabsatz beim Pflanzenschutz witterungsbedingt rückläufig
  • Gutes Foliengeschäft
  • Deutliches Umsatzplus bei Düngemitteln: Absatzzuwächse bei Stickstoff-, Schwefel- und Kalidüngern
  • Saatgut: Zuwächse bei Dauergrünland- und Blühmischungen; Exklusivsorten bei Saatgetreide
  • Neuausrichtung bei Agrarerzeugnissen fortgeführt: Fokus auf Kerngeschäft

Geschäftsfeld Tiere: Produktumsatz 2019: 1.268 Mio. Euro (plus 0,7 Prozent gegenüber 2018)

  • Fokus auf Absicherung der eigenen Produktionskapazitäten, dazu genossenschaftliche Zusammenarbeit ausgeweitet
  • Produktionstonnage mit 4,9 Mio. Tonnen konstant (einschl. Beteiligungen)
  • Schweinefutter: 1,8 Mio. Tonnen; Rinderfutter: 1,7 Mio. Tonnen, Geflügel: 1 Mio. Tonnen, Sonstiges: 0,4 Mio. Tonnen
  • Spezialfutter: Neuaufstellung erfolgreich umgesetzt durch Equovis GmbH und Profuma Spezialfutterwerke GmbH & Co. KG
  • Positive Entwicklung bei den Spezialitäten
  • Livisto Group hat Umsatz und Perfomance gesteigert

Geschäftsfeld Technik: Produktumsatz 2019: 868 Mio. Euro (minus 8,2 Prozent gegenüber 2018)

  • Durch geringe Investitionsbereitschaft waren Neu- und Gebrauchtmaschinenvertrieb unter Druck
  • Guter Auftragsvorlauf zum Jahresende deutet Trendwende an
  • Zuwachs im Werkstattservice
  • Ersatzteilgeschäft auf Vorjahresniveau
  • AGRAVIS-Mietpark vom Markt gut angenommen
  • Hohe Investitionen in Standorte und digitale Services
  • Erfolgreiche erste Saison der AGRAVIS Future Farm

Geschäftsfeld Märkte: Produktumsatz 2019: 293 Mio. Euro (plus 2,8 Prozent gegenüber 2018)

Geschäftsfeld Energie: Produktumsatz 2019: 1.255 Mio. Euro (plus 1,1 Prozent gegenüber 2018)

  • Höherer Mengenabsatz bei Heizöl und Diesel
  • Projektgeschäft im Tankstellensegment ausgebaut
  • Wachstum beim Vertrieb von Holzpellets
  • Angespannte Wettbewerbssituation bei Schmierstoffen
  • Strom- und Erdgasvertrieb auf Plan

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Die AGRAVIS Raiffeisen AG hat mit dem Portal myfarmvis ein integriertes System für ihre genossenschaftlichen Partner und für die Landwirtschaft entwickelt. Seit seiner Einführung zur Agritechnica 2017 wird myfarmvis stetig weiterentwickelt. Mit dem Launch des Landtechnik-Webshops ATStore24 zum 1. April erreicht myfarmvis im Segment E-Commerce eine neue Ausbaustufe.

„Mit dem Webshop setzen wir die Omnichannel-Strategie des After Sales um. Das heißt: Wir verknüpfen verschiedene Verkaufskanäle. Der Webshop dient als Ergänzung zu unserem umfangreichen und tief in die Regionen reichenden Niederlassungsgeschäft“, erklärt AGRAVIS-Vorstandsmitglied Jörg Sudhoff.

Der Kunde profitiert im Landtechnik-Webshop von der Erreichbarkeit rund um die Uhr und schnellen Verfügbarkeiten. Der Shop wird perspektivisch das komplette Ersatzteil-Sortiment der AGRAVIS Technik für die Kunden bereithalten. Zu Beginn sind bereits sieben Millionen Artikel such- und bestellbar. Der ATStore24 im myfarmvis-Portal ist zunächst ein reiner Online-Shop. Noch 2020 wird die Möglichkeit, online bestellte Ware in einem Standort vor Ort abzuholen, umgesetzt.

Jeder AGRAVIS-Kunde kann sich einen myfarmvis-Account anlegen und einen Zugang zum ATStore24 beantragen. Nach erfolgreicher Freischaltung können alle Artikel ganz bequem von zu Hause oder unterwegs per Smartphone bestellt werden. Eine Verfügbarkeitsanzeige mit Live-Daten macht die genaue Planung von Wartung und Reparatur ganz einfach. Dank der intelligenten Suchmaschine werden Artikel schnell durch Stichwort- oder Herstellernummer gefunden. Wird regelmäßig Nachschub bestimmter Artikel benötigt, findet der Kunde dank einer Merkliste alle interessanten Artikel auf einen Blick und schnell im Warenkorb.

„Mit unserem ATStore24 reagieren wir auf das veränderte Einkaufsverhalten unserer Kunden. Durch den Aufbau eines Mehrkanalvertriebs verlängern wir die Ladentheke und garantieren den Kunden zugleich die gewohnte Qualität und den Service, die die AGRAVIS Techniken auszeichnen“, betont Jörg Sudhoff.

Der Mehrwert des myfarmvis-Portals steigt durch die Einführung des Landtechnik-Webshops weiter. Das Portal myfarmvis wird so mehr und mehr zum digitalen Tor zur Landwirtschaft: mit der Vielfalt an Produkten, Dienstleistungen und Handel, die die AGRAVIS den Kunden anbietet.

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Möglichst effizienter Einsatz der verwendeten Betriebsmittel und erlaubten Düngegaben bei gleichzeitiger Reduzierung der Umweltwirkung und Sicherung der Wirtschaftlichkeit: Diese Marschrichtung steht für landwirtschaftliche Betriebe nicht zuletzt durch die neuen Regelungen zum Start der Düngesaison 2020 im Fokus. Mit ihren ganzheitlichen Lösungen unterstützt die AGRAVIS Raiffeisen AG die Landwirte bei den steigenden Anforderungen der Düngeverordnung – im Büro, im Stall und auf dem Feld.

Software Delos erfasst Betriebsdaten in Echtzeit

Landwirtschaftliche Betriebe sind verpflichtet, eine Nährstoffbilanz für den Betrieb und eine Düngebedarfsplanung für jede Fläche zu erstellen. Weitere Einschränkungen der Düngung und erhöhte Dokumentationspflichten machen eine noch effizientere Bewirtschaftung der Flächen erforderlich, um weiterhin gute Ernten einzufahren. Mit der Software Delos hat die Odas GmbH gemeinsam mit der AGRAVIS ein Tool auf den Markt gebracht, das ein effektives Nährstoffmanagement ermöglicht. „Ackerbau- und Veredelungsbetriebe können ihre Betriebsdaten in Echtzeit erfassen und erhalten einen Überblick über die Nährstoffbewegungen auf ihrem Hof“, erläutert Steffen Schirmacher-Rohleder, Geschäftsführer der Odas GmbH. Futterlieferungen, Gülleabholung und Mineraldüngereinkauf, die mit Unternehmen der Raiffeisen-Gruppe oder Odas getätigt wurden, werden durch Schnittstellen zu den Agrarzentren und Genossenschaften automatisch erfasst. Dies erleichtert die Erstellung der Nährstoff- und Stoffstrombilanz deutlich.
agrav.is/delos

Bedarfsgerechte Futterkonzepte reduzieren Nährstoffanfall

Die eingesetzten Futtermittel auf dem Betrieb beeinflussen den Nährstoffanfall in der Tierhaltung maßgeblich. Die konsequente Umsetzung der nährstoffoptimierten Fütterung stellt daher einen wesentlichen Baustein dar, um die Ziele einer reduzierten Stickstoff- und Phosphorausscheidung in der Nutztierhaltung zu erreichen. Für Rinder-, Schweine- und Geflügelhalter hat die AGRAVIS innovative Lösungskonzepte entwickelt, die die Nährstoffüberhänge auf den Veredelungsbetrieben nachhaltig verringern.
Im Schweinebereich findet beispielsweise das AGRAVIS-Konzept „Zukunft Füttern“ seit Jahren erfolgreiche Anwendung in der Praxis. „Dabei optimieren wir die Rationen anhand von neun verdaulichen Aminosäuren sowie dem verdaulichen Phosphor am Dünndarm des Tieres und sorgen so dafür, dass hohe Tageszunahmen bei bester Futterverwertung erzielt werden“, erklärt Dr. Peter Rösmann, Produktmanager der AGRAVIS Futtermittel GmbH. „Das führt dazu, dass das erklärte Ziel, die Nährstoffausscheidungen und Ammoniakemissionen durch die Schweinehaltung nachhaltig zu reduzieren, auch tatsächlich erreicht wird.“ Unterstützung bei der Dokumentation von Anpassungen im Futterkonzept bietet das Nährstoffmanagement-Tool Delos. Dabei werden diese in den Live-Berechnungen des Systems direkt in die betriebsindividuelle Stoffstrombilanz übertragen.
agrav.is/futterkonzepte

Klimaberechnungen mit dem Ökoeffizienz-Manager

Der Ökoeffizienz-Manager hilft Kunden der AGRAVIS, den ökologischen Fußabdruck von Futterkonzepten für Schweine zu berechnen. Dabei werden die unterschiedlichen Futtermischungen hinsichtlich ihrer ökologischen und ökonomischen Auswirkungen miteinander verglichen – von der Rohwarenerzeugung auf dem Acker bis zum lebenden Schwein. Der Vergleich einer Futtermischung mit konstantem Rohproteingehalt und einer modernen, angepassten Ration nach dem AGRAVIS-Konzept „Zukunft Füttern“ zeigt deutlich geringere Umweltauswirkungen bei konstanten Futterkosten. Zu den Ergebnissen kommt auch eine Praxisstudie mit 25 Betrieben aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Rhein-Main-Gebiet: Der ökologische Fußabdruck der Schweinemastbetriebe konnte in den vergangenen Jahren nachweislich um bis zu 26 Prozent verringert werden. Gleichzeitig waren signifikante Minderungen der Stickstoff-, Phosphor- und CO2-Emissionen messbar.
„Je bedarfsgerechter ein Schwein in der Mast gefüttert wird, desto geringer ist der Nährstoffüberschuss, der vom Tier energieaufwendig verstoffwechselt und anschließend in Form von Kot und Harn ausgeschieden werden muss“, zeigt Dr. Peter Rösmann, Produktmanager der AGRAVIS Futtermittel GmbH, auf.
agrav.is/oekoeffizienz

Smart Farming-Konzepte steigern Wirtschaftlichkeit

Ob Steigerung des Ertrags, effizienterer Einsatz von Betriebsmitteln oder Optimierung des Datenmanagements: Die Smart Farming-Konzepte der AGRAVIS rüsten Landwirte und Lohnunternehmer für die steigenden Anforderungen im Ackerbau. Dafür bündeln die AGRAVIS-Bereiche Pflanzenbau und Technik ihr Fachwissen zugunsten des Kunden. Die stetige Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen mit einem praktischen und wirtschaftlichen Nutzen für den landwirtschaftlichen Betrieb steht dabei im Fokus.
Mit Hilfe der verschiedenen Module der Marke AGRAVIS NetFarming können Landwirte beispielsweise eine bessere Düngeeffizienz durch bedarfsgerechte Applikation und Verteilung des Düngers erreichen. Auch ein situationsbezogener Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hilft dem Landwirt, effizient und nachhaltig mit dem Boden zu arbeiten. Mit der teilflächenspezifischen Maisaussaat haben landwirtschaftliche Betriebe außerdem die Möglichkeit, individuell nach ihrem Standort die Saatstärke an Teilflächen anzupassen und somit bis zu zehn Prozent mehr Ertrag zu realisieren.
agrav.is/netfarming

Samson Kompetenzcenter Ladbergen bietet moderne Düngetechnik

Die Diskussionen um die Düngeverordnung lassen das Interesse der Landwirte an Düngetechnik weiter steigen. In Ladbergen finden sie ausgewiesene Experten rund um Dünge- und Gülletechnik: 2016 eröffnete der dänische Hersteller von Mist- und Gülleausrüstung Samson Agro am Standort der AGRAVIS Technik BvL GmbH das erste deutschlandweite Samson Kompetenzcenter. „2019 hatten wir einen regelrechten Gülletechnik-Boom“, erklärt Marc Schulze-Mastrup, Vertriebsleiter der AGRAVIS Technik BvL GmbH. „Die Nachfrage nach neuer Technik mit mehr Leistung und mehr Bodenbearbeitung, vor allem dem bodennahen Einbringen von Dünger und Gülle, steigt ständig“, erläutert Rainer Uckelmann, Werksbeauftragter von Samson Agro. In Dänemark gelten seit 20 Jahren strenge Regelungen rund um Düngen und Gülleausbringung. Davon profitieren die Kunden in Deutschland, die auf die darauf ausgerichtete Technik von Samson Agro mit optimaler Nutzung der Nährstoffe in Gülle und Mist zurückgreifen können. In Ladbergen finden außerdem Schulungen statt.
agrav.is/samson

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Die AGRAVIS Technik Gruppe ist deutschlandweit der erste Vertriebspartner für die Produkte von Precision Planting. Das amerikanische Unternehmen gehört zum Agco-Konzern und gilt in Fachkreisen als „Tuning-Experte“ für Einzelkorn-Sätechnik. Dabei werden vorhandene Einzelkornsämaschinen mit neuen Funktionen nachgerüstet.

Seit 2018 kooperiert die AGRAVIS Technik-Gruppe mit Precision Planting. Die Erprobung der Technik fand 2019 unter anderem auf der AGRAVIS Future Farm im Landkreis Uelzen statt. Hier testen die AGRAVIS Technik und die AGRAVIS Pflanzenbau-Vertriebsberatung gemeinsam mit einem Landwirt die digitalen Module und Konzepte auf ihre Praxistauglichkeit. Ein besonderes Augenmerk lag, neben der Vernetzung zwischen Maschine, Feld und Büro, auf dem Einsatz von Precision Planting-Technik.

Inzwischen bieten die AGRAVIS Technik-Gesellschaften Heide-Altmark GmbH, Weser-Aller GmbH und Münsterland-Ems GmbH den An- bzw. Umbau von Maschinen mit Einzelkorn-Säaggregaten von Precision Planting an. Dabei können komplett neue Säaggregate an vorhandene Rahmen oder Maschinen montiert werden.

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Die AGRAVIS Raiffeisen AG baut ihre Kunden- und Marktorientierung im Mischfuttersegment weiter aus. Deshalb werden die drei Vertriebsgesellschaften AGRAVIS Mischfutter Westfalen GmbH, AGRAVIS Mischfutter Emsland GmbH und AGRAVIS Futtermittel Rhein-Main GmbH zum 1. April 2020 zusammengeführt. Die neue Vertriebsgesellschaft wird den Namen AGRAVIS Mischfutter West GmbH tragen. „Herstellung und Vertrieb von Mischfutter sind ein wesentlicher Teil unseres Kerngeschäftes“, betont der AGRAVIS-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler. „Vor dem Hintergrund des Verdrängungswettbewerbs wollen wir unsere Marktposition als Qualitätsführer ausbauen: durch kompetente Beratung nah am Landwirt, schlanke und effiziente Prozesse, Erschließung neuer Regionen sowie eine integrierte, effektive Logistik gemeinsam mit unseren Partnern, den Raiffeisen-Genossenschaften.“

Die Zusammenführung werde zudem, so Dr. Köckler, die eigene Organisation stärken und durch optimierte Strukturen Kundenvorteile generieren. Wichtig sei aber auch, dass sowohl die Genossenschaften als auch die landwirtschaftlichen Endkunden zu großen Teilen ihre bisher vertrauten Ansprechpartner behalten. Die regionalen Vertriebsleitungen gewährleisten darüber hinaus eine enge Bindung zu den Genossenschaften. Die Geschäftsführung der neuen Gesellschaft übernehmen Heiko Almann, Valentin Schulze Spüntrup, Markus Posielek und Andreas Bußmann-Dopp als Sprecher der Geschäftsführung.

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„Die AGRAVIS-Aktie ist und bleibt werthaltig.“ Das unterstreicht der Vorstandsvorsitzende des Agrarhandelsunternehmens, Dr. Dirk Köckler. Hintergrund: Ausnahmsweise erhalten die AGRAVIS-Aktionäre in diesem Jahr keine Dividende auf ihre Anteile. Denn das Unternehmen hat die Kartellbuße im Pflanzenschutzverfahren bereits komplett im Jahresabschluss 2019 verarbeitet. „Aus einem negativen Ergebnis vor Steuern können wir keine Dividende für das Geschäftsjahr 2019 zahlen“, so Dr. Köckler. „Das bedauern wir, das haben wir uns anders vorgestellt“, betont der AGRAVIS-Chef. Darüber hinaus werde das Jahresergebnis 2019 aber keine negativen Auswirkungen auf den Aktienwert haben. „Uneingeschränkt gilt weiterhin: AGRAVIS hat den Anspruch, ein profitables, dauerhaft dividendenfähiges Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen zu sein, das in der Lage ist, Gewinne zu thesaurieren. Dem werden wir mit klarem Kurs in 2020 gerecht werden“, führt der AGRAVIS-Chef aus. Für das laufende Geschäftsjahr plant die AGRAVIS wieder mit einem positiven Ergebnis vor Steuern von 30,2 Mio. Euro – vorbehaltlich etwaiger Sondereffekte durch Corona oder die Afrikanische Schweinepest.

Der rechnerische Wert der AGRAVIS-Aktie beträgt 25,60 Euro. Der Handelswert der AGRAVIS-Aktie ist infolge der Unternehmensentwicklung in den vergangenen Jahren jedoch deutlich höher. Er wurde im Mai 2019 erneut angehoben – um 0,50 Euro auf 61,50 Euro je Aktie. Seit Gründung der AGRAVIS Raiffeisen AG im Oktober 2004 ist der Wert der Aktie somit um 35,90 Euro angestiegen. Dies entspricht einer Erhöhung um rund 140 Prozent.

Das gezeichnete Kapital der AGRAVIS Raiffeisen AG betrug im Geschäftsjahr 2019 unverändert 205,5 Mio. Euro. Es verteilt sich wie im Vorjahr auf 8,03 Mio. vinkulierte Namensaktien. Die AGRAVIS-Hauptversammlung 2019 eröffnete zudem per Satzungsänderung die Möglichkeit, das Grundkapital bis 2021 um 12 Mio. Euro zu erhöhen, um so das Eigenkapital weiter zu stärken. Mehr als 61 Prozent der AGRAVIS-Aktien werden von Genossenschaften bzw. genossenschaftlichen Unternehmen gehalten. 28,5 Prozent befinden sich im Eigentum von branchennahen juristischen oder natürlichen Personen. Außerdem sind Landwirte und Mitarbeiter Aktionäre der AGRAVIS.

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Dr. Spinne
Dr. Philipp Spinne

Die AGRAVIS Raiffeisen AG hat die Segmente im Geschäftsfeld Pflanzenbau enger zusammengeführt. In diesem Zuge wurde Dr. Philipp Spinne die Leitung des Gesamtbereichs Pflanzenbau übertragen. Der 42-jährige Betriebswirt verantwortete bislang den Bereich Agrarzentren und war zugleich Geschäftsführer der AGRAVIS Agrarholding GmbH.

„Der Pflanzenbau in seiner Gesamtheit ist für die AGRAVIS als Agrarhändler von herausragender Bedeutung. Hier gilt es, noch schlagkräftiger zu werden, die sich bietenden Chancen zu nutzen und zugleich zu schnellen Entscheidungen und schlanken Prozessen zu kommen“, erläutert Ressortvorstand Hermann Hesseler. Hierzu solle das vorhandene Know-how in den Bereichen Düngemittel, Pflanzenschutz, Saatgut und Pflanzenbau-Vertriebsberatung wie bisher erfolgreich eingesetzt und weiterentwickelt werden. Daher bleiben die Bereichsleiter Manfred Korf, Ralf-Georg Dinter und Franz Schulze Eilfing in ihren Funktionen, um gemeinsam mit Dr. Philipp Spinne die Mehrwerte für den gesamten Bereich Pflanzenbau zu heben sowie eine engere Verzahnung der Bereiche zu gestalten. Darüber hinaus ist eine noch engere Verknüpfung mit dem Themenfeld Digitalisierung angestrebt – hier ergeben sich weitere Anknüpfungspunkte für eine zukunftsweisende Zusammenarbeit. „Deshalb ist es wichtig, im Gesamtbereich Pflanzenbau die Kunden- und Marktorientierung weiter auszubauen und eine enge Verknüpfung zur digitalen AGRAVIS-Welt mit weiteren Mehrwerten sicherzustellen“, so Hesseler weiter.

Neuer Bereichsleiter Agrarzentren ist der 40-jährige Stefan Drenkpohl.

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