26. August 2020: Virtuelle Hauptversammlung

Informationen zum vergangenen Geschäftsjahr

In der Hauptversammlung werden die Aktionäre umfassend über das abgelaufene Geschäftsjahr informiert. Außerdem ist sie beschlussfassendes Organ und wählt Mitglieder von Aufsichtsrat und Beirat.

Wegen der Corona-Pandemie hat die Hauptversammlung der AGRAVIS Raiffeisen AG am 26. August 2020 als virtuelle Veranstaltung stattgefunden.

Die Themen der Hauptversammlung

AGRAVIS Vorstand, Hauptversammlung 2020
Zur virtuellen Hauptversammlung 2020 begrüßten (v. re.): AGRAVIS-Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff, AGRAVIS-Vorstandsmitglied Hermann Hesseler, AGRAVIS-Aufsichtsratschef Franz-Josef Holzenkamp, Friederike Brocks, stv. AGRAVIS-Aufsichtsratsvorsitzende, AGRAVIS-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Köckler sowie AGRAVIS-Vorstandsmitglied Jörg Sudhoff.

Im laufenden Geschäftsjahr liegt die AGRAVIS Raiffeisen AG solide auf Kurs. „Wir haben uns vorgenommen, 2020 mit einer stabilen Umsatzentwicklung von rund 6,3 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 30,2 Mio. Euro abzuschließen. Wir gehen Stand heute davon aus, dass diese Zahlen weiter realistisch sind“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler während der virtuellen Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens. Aufgrund der weiterhin geltenden Corona-Beschränkungen waren Aktionäre und Gäste nicht persönlich anwesend, sondern konnten die Hauptversammlung live im Internet verfolgen. „Die Pandemie hat uns schon verändert und nimmt Einfluss auf unser Geschäft – wir spüren den Verlust an persönlicher Begegnung. Auch in diesem Format der virtuellen Hauptversammlung“, bedauerte Dr. Köckler. Trotzdem freue man über die Chance, auf diesem Wege Aktionären und Partnern der AGRAVIS Bericht zu erstatten.

Auch 2020 dividendenfähig

Nach den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres 2020, so bilanzierte Dr. Dirk Köckler, liege der Konzernumsatz bei rund 3,64 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Steuern bei rund 14 Mio. Euro. „Wir liegen mit den Kennzahlen sicher im Planungskorridor. Damit sind wir dann auch für 2020 wieder dividendenfähig, was uns als Vorstand der AGRAVIS Raiffeisen AG ein großes Anliegen ist“, unterstrich er.

Weiterentwicklung in schwierigem Umfeld

„AGRAVIS hat den Anspruch, ein profitables, dauerhaft dividendenfähiges Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen zu sein, das in der Lage ist, Gewinne zu thesaurieren“, betonte der Vorstandsvorsitzende und beschrieb auch sofort den Weg dahin: „Um diese Ziele zu erreichen, hat sich der Konzern eine klare Weiterentwicklung verordnet. Dabei ist Corona nur eine von mehreren Herausforderungen, weitere sind der Klimawandel und damit unsere Wetterabhängigkeit sowie die politischen Rahmenbedingungen, die sich mit dem sogenannten Green Deal extrem auf unser Geschäft auswirken werden.“ Insgesamt geht die AGRAVIS von weiteren Strukturveränderungen in der Landwirtschaft und im Agrarhandel aus. Dr. Köckler wörtlich: „Die Welt von morgen – das „neue Normal“ – wird digitaler, mit schlanken Prozessen, transparent und mit veränderten gesellschaftlichen Anforderungen. Es bleibt regional, menschenbezogen und auch nachhaltig. Allesamt Attribute, die wir im Verbund seit jeher leben“, so Dr. Köckler.

Vertriebsoffensive

Die AGRAVIS hat in den vergangenen Monaten im Zuge ihrer selbstgesteckten Vorgaben – in der operativen Exzellenz (OPEX) und der Vertriebsoffensive zusammengefasst – Projekte identifiziert und umgesetzt. Nach der Bündelung der Spezialfutter-Aktivitäten in der Profuma GmbH & Co. KG und des Pferdefutter- und Kleintierfuttergeschäfts in der Equovis GmbH in 2019 setzte die AGRAVIS ihre Kunden- und Marktorientierung im Geschäftsfeld Tiere konsequent fort. Zum 1. April 2020 wurden die bisherigen drei Vertriebsgesellschaften AGRAVIS Mischfutter Westfalen GmbH, AGRAVIS Mischfutter Emsland GmbH und AGRAVIS Futtermittel Rhein-Main GmbH zusammengeführt – die neue Vertriebsgesellschaft heißt nun AGRAVIS Mischfutter West GmbH. „Wir wollen damit mit unseren Genossenschaften noch näher am Kunden sein, haben noch schlankere Prozesse im Blick und bündeln Know-how durch Arbeitsteilung“, erläuterte Dr. Köckler. Es gelte auch, sich auf weiter sinkende Tierzahlen einzustellen. „Wir müssen bereit sein, Dinge neu zu denken, Strukturwandel positiv und gemeinsam mit den Genossenschaften zu gestalten und dabei Marktlücken zu nutzen. Langjährig erfolgreiche Partnerschaften wie in unseren gemeinsamen Mischfuttergesellschaften gilt es auszubauen. Diese Zusammenarbeit schätzen wir und sie bleibt erste Wahl für uns.“

Synergien im Pflanzenbau

Auch durch die Zusammenführung des Pflanzenbaus habe sich die Kundennähe verbessert und Synergien seien genutzt worden. „Wir wollen noch schneller, enger und abgestimmter auf die Anforderungen des Marktes reagieren. Das schaffen wir durch die neue Aufstellung mit Dr. Philipp Spinne als Gesamtbereichsleiter Pflanzenbau und einem hochqualifizierten Team, das die Synergien im Pflanzenbau anpackt und die Brücke zur Digitalisierung schlägt“, betonte Dr. Köckler weiter.

Wesentlicher Baustein Digitalisierung

Die Digitalisierung ist für die AGRAVIS ein wesentlicher Baustein auf dem Weg in eine gemeinsame erfolgreiche genossenschaftliche Zukunft. Deshalb übernimmt Dr. Torsten Feldbrügge die Aufgabe, einen eigenständigen Bereich Digitalisierung als Querschnittsfunktion aufzubauen. Insbesondere geht es darum, Portallösungen und operative Anwendungen mit den Genossenschaften im Verbund gemeinsam voranzubringen. „Hier stellen wir die Weichen für die genossenschaftliche Zukunft – in der Verknüpfung von digitaler und analoger Welt“, machte Dr. Dirk Köckler deutlich und unterstrich die Kooperationsbereitschaft auch mit der Raiffeisen Networld: „Mit der Raiffeisen Portal GmbH gibt es nun eine zukunftsfähige Gesellschaft, die den digitalen Verbundgedanken gemeinsam mit den beteiligten Pilotgenossenschaften und der GWS nach vorne stellt.“ Kernaufgabe der neuen Gesellschaft ist zunächst, das Landwirtschaftsportal myfarmvis als Herzstück weiterzuentwickeln und stärker im Markt zu positionieren. Dr. Köckler wörtlich: „Wir sind offen für weitere genossenschaftliche Partner auf Augenhöhe.“

Potenziale im Agrarhandel

Der Bereich Agrarerzeugnisse wurde zuletzt ebenfalls neu ausgerichtet und hat mit Sven-Heiko Hassebroek nun einen Bereichsleiter „aus den eigenen Reihen, mit Stallgeruch und Fokussierung auf das praktische Geschäft“. „Der Getreidehandel mit den Genossenschaften, die Erfassung von Getreide im Wesentlichen in den östlichen Arbeitsregionen und bei der AGRAVIS Niedersachsen-Süd GmbH, die Verarbeitung in unserer genossenschaftlichen Mischfutterwelt und der Handel mit den Mühlen sind ein Organismus. Hier haben wir die Potenziale bei Prozessen, in der Vermarktung, im Risikomanagement zu heben. Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, kommentierte der AGRAVIS-Vorstandsvorsitzende.

AGRAVIS Ost und westliches Arbeitsgebiet

Darüber hinaus wird die AGRAVIS im Osten der Republik künftig noch stärker erkennbar sein. Ab 1. Januar 2021 sind die bisherigen Tochtergesellschaften FGL, Baro und AGRAVIS Fläming-Mittelelbe GmbH als AGRAVIS Ost aktiv. „Wir zeigen hier unsere Stärke, bilden eine schlagkräftige Einheit im Osten Deutschlands. Wir arbeiten in schlanken Strukturen und mit maximaler Kundennähe. AGRAVIS Ost ist für uns Benchmark im Agrarhandel und ein starkes Stück AGRAVIS“, so Dr. Köckler. „Das ist ein konsequenter und richtiger Schritt.“
Auch in den westlichen Regionen des AGRAVIS-Arbeitsgebietes – also vor allem in Westfalen und Niedersachsen – will das Unternehmen die sich verändernden Strukturen nutzen, um den genossenschaftlichen Verbund zu stärken.

AGRAVIS Technik

Eine klare Ausrichtung und Zusammenarbeit strebt auch der Bereich Technik mit seinen Hauptlieferanten an. Hier hat die bisher bestehende regional ausgerichtete Führungsstruktur zum 1. Juli eine Umschichtung hin zu einer Markenverantwortlichkeit erfahren. Ziel sei es, die Marke AGRAVIS Technik weiter zu stärken und die Position als einer der führenden deutschen Landtechnik-Handelsunternehmen konsequent auszubauen. Dazu ist es erforderlich, die Full-Liner-Ambitionen der Hauptmarken zu kanalisieren sowie den Ansprüchen aller partnerschaftlichen Hersteller gerecht zu werden, um Wachstum voranzutreiben.

Breitere genossenschaftliche Basis

Um eine zukunftsfähige Marktaufstellung geht es der AGRAVIS auch im Baustoffhandelsgeschäft, das aktuell auf eine breitere genossenschaftliche Basis gestellt wurde. Nachdem schon zu Beginn des Jahres 2019 mit der Regio Baustoffe GmbH & Co. KG eine Einkaufsgemeinschaft gegründet wurde, an der insgesamt 14 Genossenschaften und Branchenpartner beteiligt sind, folgte nun ein zweiter Schritt mit dem Ziel, das Endkundengeschäft weiter auszubauen: Die AGRAVIS-Baustoffhandlungen in Westfalen mit den Standorten Münster-Amelsbüren, Lüdinghausen und Dülmen wurden zum 1. August 2020 in ein genossenschaftliches Gemeinschaftsunternehmen, die AGRAVIS Baustoffhandel GmbH & Co. KG, überführt. Eine gesicherte genossenschaftliche Zukunft gibt es auch für die drei Baustoffhandlungen im Emsland. Die Standorte in Rhede, Sögel und Esterwegen behalten durch den Übergang zum 1. September 2020 an die GS agri eG, die bereits im Baustoffhandel aktiv ist, eine Wachstumsperspektive. Ziel dieser genossenschaftlichen Lösungen ist es, die Baustoffhandlungen in genossenschaftlicher Hand auszubauen.

Johannes Schulte-Althoff, AGRAVIS Vorstand
Johannes Schulte-Althoff, AGRAVIS Vorstand

Der AGRAVIS-Konzern hat das Geschäftsjahr 2019, das erneut durch eine regional extreme Trockenheit geprägt war, umsatzmäßig solide beendet. Mit einem Umsatz von rund 6,5 Mrd. Euro wurde das Umsatzziel erreicht. Ermöglicht haben dies Vertriebsstärke, Marktkenntnis und Kundennähe der knapp 6.500 AGRAVIS-Mitarbeiter. Das Ergebnis vor Steuern lag aber durch Einmal-Belastungen wegen einer Kartellbuße bei minus 20,5 Mio. Euro. „Ganz bewusst haben wir uns nach umfangreicher juristischer Analyse und in voller Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat Ende 2019 dazu entschieden, das Kartellverfahren wegen des Vorwurfs kartellwidrigen Verhaltens im Pflanzenschutz außergerichtlich und einvernehmlich zu beenden“, blickte Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff in der virtuellen Hauptversammlung nochmals auf dieses für die AGRAVIS „schmerzliche Thema“ zurück. Die Einigung war mit einer Bußgeldzahlung in Höhe von 43,7 Mio. Euro verbunden. „Aus diesem negativen Ergebnis können wir keine Dividende zahlen. Das bedauern wir, das haben wir uns anders vorgestellt. Dennoch bleibt festzuhalten, dass wir das Bußgeld inklusive der Nebenkosten und damit das Thema Kartellamt mit der Bilanz 2019 vollständig verarbeitet haben und ohne Gegenwind ins Geschäftsjahr 2020 gehen konnten. Der Schlussstrich ist gezogen.“

Bußgeld sorgt für negatives Ergebnis 2019

AGRAVIS-Vorstandschef Dr. Dirk Köckler betonte in diesem Zusammenhang: „Nach unserer festen Überzeugung ging es nie darum, dass Abnehmer – also vor allem Genossenschaften und Landwirte – geschädigt werden sollten. Es ging auch nicht darum, verbindliche Preise für den Verkauf festzulegen. Die tatsächlichen Verkaufspreise werden immer direkt zwischen Käufer und Verkäufer verhandelt. Es herrschte stets intensiver Wettbewerb. Wir sind davon überzeugt, dass unseren Kunden kein Schaden entstanden ist.“ Ein Fachgutachten stütze diese Auffassung. Gleichwohl erklärte Dr. Köckler unmissverständlich: „Die außergerichtliche Einigung mit dem damit verbundenen Bußgeld hat für ein negatives Ergebnis gesorgt, dass uns für 2019 nicht dividendenfähig macht. Dafür entschuldige ich mich in aller Form im Namen der AGRAVIS bei allen Aktionären.“

Werthaltige Aktie

Johannes Schulte-Althoff führte weiter aus, dass die AGRAVIS-Aktie mit 61,50 Euro unverändert werthaltig bleibe, die AGRAVIS insgesamt solide aufgestellt sei, über Reserven und eine ausreichende Eigenkapitalausstattung verfüge. Die Eigenkapitalquote lag 2019 – bedingt durch das negative Ergebnis vor Steuern – leicht rückläufig bei 27,4 Prozent (Vorjahr: 29,1 Prozent). „Ein für ein Agrarhandelshaus nach wie vor guter Wert, wie ich finde”, erklärte der Finanzvorstand. In absoluten Zahlen ausgedrückt betrug das Eigenkapital 544 Mio. Euro – Vorjahr 581 Mio. Euro.

Die Anzahl der Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember hat sich von 6.528 in 2018 auf 6.458 im Geschäftsjahr 2019 verändert. Die Ausbildungsquote stabilisierte sich bei rund 9 Prozent – die AGRAVIS-Gruppe hat auch weiterhin rund 600 Auszubildende.

Die umfassende Expertise der AGRAVIS Raiffeisen AG in den verschiedenen Bereichen des Agribusiness ist in der Branche und darüber hinaus bekannt. Unternehmen und Hochschulen greifen gerne auf die bereichsübergreifende Bündelung von Fachwissen und die vielfältigen Möglichkeiten der AGRAVIS in Theorie und Praxis zurück. Drei Beispiele aus dem Jahr 2020:

Biogas

Für den Einsatz in Biogasanlagen entwickelt ein Projektteam der AGRAVIS Raiffeisen AG und der Fachhochschule Münster Vorbehandlungskonzepte für landwirtschaftliche Nebenprodukte. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt mit dem Namen BioReSt. Ziel ist es, die regional vorhandenen Nebenprodukte nachhaltig in Biogasanlagen zu nutzen und den Anteil hochwertiger und kostenintensiver Biogassubstrate zu ersetzen. Die Herausforderung: Die Vergärung der meisten Nebenprodukte erfordert eine Anpassung des gesamten Anlagenbetriebs, der mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Um für jeden Reststofftyp die optimale Verfahrenskombination zu finden, werden verschiedene Methodenkombinationen im Labormaßstab untersucht. Die erfolgreichsten Varianten werden weiterentwickelt und in den Pilotmaßstab übertragen. Neben den prozessbiologischen Anforderungen wird insbesondere die praktische Umsetzbarkeit bewertet. Dafür gibt es in den nächsten drei Jahren sowohl Versuche in den Reaktoren auf dem Steinfurter Campus der FH Münster als auch direkt in der Versuchsanlage im Bioenergiepark Saerbeck. Die Praxistauglichkeit wird anschließend in der Biogasanlage bei der TerraSol Wirtschaftsdünger GmbH in Dorsten, einer Beteiligungsgesellschaft der AGRAVIS Raiffeisen AG, untersucht.

Controlled Row Farming

Auch bei einem Ackerbau-Versuchsprojekt des Herstellers Amazone ist die AGRAVIS mit am Start. Die Vision des agrar-ökologischen Ackerbausystems „Controlled Row Farming“ (CRF) besteht in dem bedarfsgerechten Einsatz von Betriebsmitteln zur Erzielung angemessener Erträge und Erlöse in Kombination mit einem maximalen Beitrag zu Biodiversität. Ziel soll sein, die Biodiversität intensiv zu fördern und gleichzeitig eine hohe Effizienz im Ackerbau zu erreichen. Beides soll nicht nur in Einklang gebracht werden, sondern sich idealerweise auch unterstützen. In den CRF-Versuchen werden zwei unterschiedliche Intensitäten gegenübergestellt: Eine Variante legt den Schwerpunkt auf den Maximalertrag bei geringer Konkurrenz durch Begleitpflanzen. Die zweite Variante wird bei verminderter Intensität des Dünge- und Pflanzenschutzaufwandes die Biodiversität im Fokus haben. Zu den beiden CRF-Varianten werden zwei Intensitätsstufen der üblichen Flächenbewirtschaftung in Vergleich gesetzt. Die Pflanzenbau-Vertriebsberatung der AGRAVIS trägt mit ihrem Fachwissen dazu bei, die richtigen Sorten und Betriebsmittel für das CRF-System auszuwählen. Zusätzlich unterstützen die Experten der AGRAVIS Digital GmbH sowie die AGRAVIS Technik bei der Auswahl neuer Methoden und Technologien.

Agrotech Valley Forum

Auch abseits des Feldes ist die AGRAVIS ein gern gesehener Partner. Der Austausch von Wissen und die Vernetzung sind die wichtigsten Ziele des Agrotech Valley Forums, einem Zusammenschluss von 21 Unternehmen wie Claas, Krone und Amazone, Hochschulen, dem Landkreis Osnabrück und dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI). Hier ist die AGRAVIS seit April 2020 Mitglied. In verschiedenen Lenkungs- und Arbeitskreisen tauschen sich die Mitglieder über aktuelle und zukunftsnahe Themen rund um die Landwirtschaft und die Digitalisierung aus. Großes Interesse besteht in diesem Kreis an den Ergebnissen der praxisorientierten Untersuchungen auf der AGRAVIS Future Farm.

Nach dem großen Interesse bei den ersten Ausgaben von Genussrechten in den Jahren 2015 und 2016 plant die AGRAVIS Raiffeisen AG die Vergabe von neuen Genussscheinen noch in 2020. Ziel ist es, die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens weiter zu stärken. Bis zu 60 Mio. Euro an zusätzlichem Kapital möchte die AGRAVIS auf diese Weise bei potenziellen Anlegern generieren. Dabei ist auch eine Verlängerung der Genussrechte aus dem Jahr 2015 möglich.

Drei Tranchen sind geplant

Der Gesamtbetrag von 60 Mio. Euro soll, so AGRAVIS-Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff, in drei Tranchen angeboten werden. Für Aktionäre und Mitarbeiter kann das Volumen bis zu 20 Mio. Euro erreichen. Der Nennwert pro Genussschein beträgt in dieser Tranche 1.000 Euro. Die Mindestzeichnung liegt bei 2.000 Euro. Die Genussscheine in dieser Tranche werden mit 3,25 Prozent im Jahr verzinst. Mit der zweiten Tranche wendet sich die AGRAVIS an Altinvestoren, die bereits 2015 Genussrechte (2,25 Prozent) gezeichnet hatten. Sie können nun bei einer Verzinsung von 2,40 Prozent Genussscheine mit einem Nennbetrag und einer Mindestzeichnung von 5.000 Euro erhalten. Gesamtvolumen dieser Tranche: 30 Mio. Euro. An interessierte Dritte (natürliche und juristische Personen) könnten – so die aktuellen Planungen – Genussscheine bis zu einer Gesamtsumme von 10 Mio. Euro ausgegeben werden. Der Nennwert pro Genussschein und die Mindestzeichnung betragen in dieser Tranche 5.000 Euro. Der Zinssatz liegt bei 2,25 Prozent.

Die Laufzeit der Genussscheine soll erneut fünf Jahre betragen. Die Einnahmen aus den Genussscheinen dienen der AGRAVIS zur allgemeinen Finanzierung des Geschäftsbetriebs.

Henning Hahr, Mitglied AGRAVIS-Aufsichtsrat
Henning Hahr, Mitglied AGRAVIS-Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der AGRAVIS Raiffeisen AG kann die vor ihm liegenden Aufgaben in nahezu unveränderter Besetzung angehen. Auf der virtuellen Hauptversammlung gab es nur einen Wechsel in dem 20 Personen umfassenden Kontrollgremium des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens. Mit Erreichen der Altersgrenze schied Christian Junker, Roervig/Dänemark, aus dem Aufsichtsrat aus. Zu seinem Nachfolger wählte die Hauptversammlung den Vorstandsvorsitzenden der Danish Agro a.m.b.a., Henning Hahr, Hobro/Dänemark. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Verabschiedung Junkers

Der Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Holzenkamp dankte Christian Junker für sein kompetentes Mitwirken im Aufsichtsrat. „Christian Junker ist ein genossenschaftlicher Visionär, der in seiner dänischen Heimat sowie international in der Zusammenarbeit mit AGRAVIS während seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der heutigen Danish Agro viel bewegt und erreicht hat. Dafür ein herzliches Dankeschön.“ Die persönliche Verabschiedung Junkers im Kreis des Aufsichtsrates hat bereits vor der Hauptversammlung stattgefunden. Als Ersatzmitglied des Aufsichtsrates für Henning Hahr wurde Henrik Peter Stilund, Group Director Agribusiness International der Danish Agro, gewählt.

AGRAVIS-Beirat

Allesamt in ihrem Amt bestätigt wurden die zur Wahl stehenden Mitglieder des AGRAVIS-Beirates: Volker Bormann aus Lüneburg (geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Vereinigte Saatzuchten eG), Karl-Theo Hamm aus Schmallenberg (Geschäftsführer der Raiffeisen Wittgenstein-Hallenberg eG) sowie die Landwirte Wilhelm Meyer aus Halle, Jürgen Schulte-Schüren aus Elze und Günter Teichmann aus Bad Lauchstädt. Der AGRAVIS-Beirat hat beratende Funktion. Ihm gehören 47 Mitglieder aus landwirtschaftlichen und genossenschaftlichen Organisationen an.

Dr. Dirk Köckler, AGRAVIS Vorstand
Dr. Dirk Köckler, AGRAVIS Vorstand

Die AGRAVIS Raiffeisen AG wird den Standort ihres Saatgutzentrallagers in Isernhagen mittelfristig zu einem schlagkräftigen AGRAVIS-Stützpunkt für die Region Hannover ausbauen. In diesem Zuge sollen die angemieteten Räume der Konzernzentrale an der Plathnerstraße in Hannover aufgegeben werden.

Isernhagen als operativer Standort

„Die Bündelung der AGRAVIS-Kompetenz an einem zentralen operativen Standort, der modernen Ansprüchen genügt, stärkt das Kerngeschäft der AGRAVIS, schafft schlanke Prozesse, ermöglicht kurze Wege und schnelle Abstimmungen. Damit senden wir auch ein klares Signal in die Region Hannover. Dort wird das Herz der AGRAVIS künftig noch stärker schlagen als bisher“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler. Das Saatgutlager werde zunehmend Drehscheibe für die Stückgutlogistik. „Deshalb ist es konsequent und richtig, dort alle AGRAVIS-Arbeitsplätze zusammenzuführen und ein starkes Wir-Gefühl auszubauen“, so der AGRAVIS-CEO.

Umzug ohne zeitlichen Druck

Der Umzug an den unternehmenseigenen Standort in Isernhagen, der für diesen Zweck um ein Bürogebäude ergänzt werden soll, war vor Ausbruch der Corona-Pandemie schon für Anfang 2021 ins Auge gefasst worden. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten durch Corona sei ein Festhalten am gesetzten Umzugstermin Ende Februar 2021 und parallel eine Kündigung der Räume in der Zentrale an der Plathnerstraße in Hannover jedoch nicht zu verantworten, beschreibt Dr. Dirk Köckler die Situation. Daher hat der AGRAVIS-Vorstand entschieden, den Zeitraum für das Projekt auszuweiten und vorerst weiterhin die Büroräume an der Plathnerstraße in Hannover zu nutzen. Der laufende Mietvertrag bis Ende 2024 erlaubt es, den unverändert geplanten Umzug nach Isernhagen ohne zeitlichen Druck und gut vorbereitet umzusetzen. Die richtigen Überlegungen zu mobilem Arbeiten in einem digitalen Umfeld werden unverändert fortgesetzt und auch am Standort Plathnerstraße zeitnah mit Leben gefüllt. Die Planungen und das Genehmigungsverfahren für den Neubau laufen ebenfalls weiter.

Münster wird alleiniger Unternehmenssitz

Die Aktionäre der AGRAVIS haben während der virtuellen Hauptversammlung am 26. August bereits die Satzung entsprechend angepasst. Da der Standort in Hannover nur noch für einen begrenzten Zeitraum genutzt wird, wirkt sich das auch auf den Unternehmenssitz aus. Wurden bisher als Folge der Fusion aus RCG und Hauptgenossenschaft Nord AG zur AGRAVIS im Jahr 2004 Münster und Hannover als Unternehmenssitze geführt, gilt das ab sofort nur noch für die Konzernzentrale in Münster. „Neben Kostensenkungen, die durch die Fokussierung auf den Unternehmenssitz Münster möglich sind, ist das aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat eine weitere Entscheidung, um Doppelstrukturen abzubauen“, erklärte Dr. Köckler.

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