4. Mai 2021: Virtuelle Hauptversammlung

Informationen zum vergangenen Geschäftsjahr

In der Hauptversammlung werden die Aktionär:innen umfassend über das abgelaufene Geschäftsjahr informiert. Außerdem ist sie beschlussfassendes Organ und wählt Mitglieder von Aufsichtsrat und Beirat.

Am 4. Mai 2021 fand die virtuelle ordentliche Hauptversammlung der AGRAVIS Raiffeisen AG statt. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler blickte dabei optimistisch auf die kommenden Monate.

AGRAVIS-Hauptversammlung 2021

Der Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Holzenkamp führte als Versammlungsleiter durch die virtuelle Hauptversammlung der AGRAVIS Raiffeisen AG. Mit Holzenkamp vor Ort waren: die Vorstandsmitglieder Dr. Dirk Köckler (Vorstandsvorsitzender), Hermann Hesseler sowie Jörg Sudhoff, die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Friederike Brocks und Johannes Schulte-Althoff (v. re.).

Die Themen der Hauptversammlung

Der AGRAVIS-Konzern ist erfolgreich in das Geschäftsjahr 2021 gestartet. „Wir sind zuversichtlich, dass wir in einem Jahr, in dem viele Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft noch immer in einem Lockdown verharren müssen, weiterhin mit einem Umsatz von mindestens 6,2 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern und Sonderprojekten von 31,6 Mio. Euro ausgehen können“, blickte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler in der digitalen Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens optimistisch auf die kommenden Monate. „Wir unterstreichen damit unsere wirtschaftliche Kraft und zeigen, dass wir auch bereit sind, in diesen Markt weiter zu investieren.“

Planzahlen weiterhin realistisch

Nach den ersten vier Monaten seien die Planzahlen weiter realistisch. Beim Umsatz liege das Unternehmen mit 2,15 Mrd. Euro im Planungskorridor, beim Ergebnis vor Steuern mit 5,2 Mio. Euro sogar leicht darüber. „Wir hatten bislang ein ordentliches Frühjahrsgeschäft“, erklärte Dr. Dirk Köckler. Die aktuelle Preishausse bei Getreide, Mineraldünger und Energie sei Chance und Risiko zugleich. „Während es im Ackerbau ordentliche Erlösaussichten gibt, heizen hohe Rohstoffpreise den Wettbewerb im Futtermittelgeschäft weiter an. Und die hohen Ölpreise treffen auf eine geringere Mobilität und damit auf einen niedrigen Kraftstoffabsatz sowie eine Kaufzurückhaltung beim Heizöl.“

AGRAVIS gemeinsam im genossenschaftlichen Verbund weiter gestalten

Trotz des gelungenen Starts werde das Geschäftsjahr anstrengend und fordernd bleiben. „Wir müssen und werden weiter eng am Ball bleiben, aber das positive Zwischenfazit gibt uns auch die unternehmerische Beinfreiheit, unsere AGRAVIS gemeinsam im genossenschaftlichen Verbund weiter zu gestalten.“ Die AGRAVIS konzentriere sich weiterhin auf sich selbst, auf klare Prozesse, das Mindset von Gemeinsamkeit und Stärke bei konsequenter Kundenorientierung. Arrondierungen und Kooperationen in den Kernbereichen sowie innovatives Wachstum im B2C-Endverbrauchergeschäft – jeweils im genossenschaftlichen Verbund – skizzierte der Vorstandsvorsitzende als die strategischen Wachstumsfelder für 2021 und die folgenden Jahre. Neben der Konzentration auf die Kernsparten Pflanzen, Tiere, Technik, Energie und Märkte mit dem eigenen Agrarhandel in den Agrarzentren und der AGRAVIS Ost gab Dr. Köckler auch ein klares Bekenntnis zu den Joint Ventures mit dem Partner Danish Agro ab. „Diese Zusammenarbeit ist und bleibt Kern unserer internationalen Aktivitäten.“

AGRAVIS als Digitalisierungstreiber auf gutem Weg

Die Digitalisierung werde für die AGRAVIS, aber auch für den genossenschaftlichen Verbund und die Landwirtschaft ein großes Thema bleiben. „Wir sehen uns als Digitalisierungstreiber und haben den Anspruch, die Digitalisierung praxisgerecht und mit Augenmaß, aber auch mit dem Blick auf das wirtschaftlich Machbare weiter voranzutreiben. Das machen wir aus der Kenntnis des Geschäfts heraus, aus Kenntnis der Strukturen und mit dem Know-how unserer Mitarbeiter:innen, die immer wieder neue Ideen entwickeln“, unterstrich der Konzernchef. Er sieht die AGRAVIS dabei auf einem guten Weg. Abzulesen sei das unter anderem an den Investitionen für 2021, die mit 11 Mio. Euro einen digitalen und prozessoptimierenden Schwerpunkt haben. Aufgabe sei es, passgenaue digitale Bausteine für die Kund:innen zu etablieren. „Dabei sind wir offen für Kooperationen.“ Mit der Raiffeisen Portal GmbH, die dem Portal myfarmvis als dem zentralen Eintrittstor für Landwirt:innen in die digitale Welt zu schnellem Wachstum verhelfen soll, und dem ausgeweiteten Engagement bei der Land24 GmbH setze die AGRAVIS bereits konsequent auf eine Beteiligung von Genossenschaften, um gemeinsame Lösungen anzubieten. „So sichern wir uns gemeinsam den letzten Meter zu den Landwirt:innen und festigen unsere Position als Partner der Industrie und Hersteller.“

Operative Exzellenz

Parallel spiele die „Operative Exzellenz“ als Oberbegriff für den Abbau von Doppelstrukturen und die Stärkung effizienter, schlanker Prozesse eine ebenso wichtige Rolle. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Strukturwandels und eines sinkenden Produktionswertes in der Landwirtschaft sowie der restriktiven politischen Vorgaben müsse die AGRAVIS die Ertragskraft und Kostenstruktur optimieren. Damit sei ausdrücklich kein Abbau von Arbeitsplätzen gemeint, unterstrich Dr. Köckler. „Unsere Mitarbeitenden sind unser Juwel, unser Rückgrat und unser Erfolgsgarant für die Zukunft. Wir investieren in unsere Beschäftigten, in ihre Entwicklung und Kompetenz, in ihre Präsenz in der Fläche.“

Es gehe vielmehr um effiziente Strukturen als Basis für mehr Geschäft und Kundennähe. Hier habe AGRAVIS im zurückliegenden Geschäftsjahr einiges in die Tat umgesetzt. Als Beispiele nannte Dr. Köckler die Bündelung der Agrarhandelsaktivitäten in den neuen Bundesländern in der AGRAVIS Ost, die Zusammenführung der AGRAVIS Kornhaus Ostwestfalen GmbH und der Rörig/Hartig GmbH in der AGRAVIS Westfalen-Hessen GmbH und die neue Vertriebsstruktur in der AGRAVIS Mischfutter West GmbH. Darauf aufbauend wurden zum 1. Mai die Geflügelfutteraktivitäten im westlichen Arbeitsgebiet in der GiG GmbH zusammengeführt. Auch die Serviceangebote für die biologische Landwirtschaft sollen künftig noch stärker als bisher in der biovis agrar GmbH gebündelt werden.

„Gemeinsam stark. Für Land und Leben“

Auf diesem Weg werde sich die AGRAVIS-Gruppe stetig weiter entwickeln. „AGRAVIS wird weiter zielgerichtet Strukturen mitgestalten und die Position des genossenschaftlichen Verbundes in der Wertschöpfungskette zwischen Landwirtschaft, Herstellern, Industrie und Verarbeitern sowie dem Lebensmitteleinzelhandel stärken. Dafür setzen wir auf das Wissen unserer Mitarbeiter:innen, auf den gemeinsamen genossenschaftlichen Antritt, auf Innovationen und digitale Geschäftskonzepte.“ Dr. Köckler lud die Aktionär:innen ein, diesen Weg gemeinsam zu gehen und baute zugleich die Brücke zum neuen Unternehmensclaim: „Gemeinsam stark. Für Land und Leben“.

Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen wie Vogelgrippe, Afrikanischer Schweinepest und Corona hat der AGRAVIS-Konzern im Geschäftsjahr 2020 seine ambitionierten Ziele erreicht. Wie Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff in der virtuellen Hauptversammlung der AGRAVIS Raiffeisen AG bilanzierte, sei das Jahr mit einem Umsatz von rund 6,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 6,45 Mrd. Euro) und einem Ergebnis vor Steuern von 30,5 Mio. Euro (Vorjahr: minus 20,5 Mio. Euro) abgeschlossen worden. „Nach dem negativen Ergebnis durch Einmal-Belastungen des vergangenen Jahres bestätigen die Zahlen, dass die AGRAVIS ihren Kurs konsequent umsetzt“, so Schulte-Althoff wörtlich.

Investitionsvolumen erneut hoch

Als weiteres Indiz für die Marktstärke der AGRAVIS bewertete der Finanzvorstand das Investitionsvolumen, das mit 46,7 Mio. Euro wiederum ein hohes Niveau erreichte. Vor allem wurde in die digitale Infrastruktur investiert, in kleineren Teilen in Steine und Beton.

Eigenkapitalquote entwickelte sich ebenfalls positiv

Auch beim Eigenkapital stellte Schulte-Althoff eine erfreuliche Weiterentwicklung fest. Es wuchs im Geschäftsjahr 2020 auf 578 Mio. Euro an (Vorjahr: 543,5 Mio. Euro). Die Ausgabe von Genussrechten hat sich hier positiv ausgewirkt. Das Interesse daran war bei den unterschiedlichen Investorengruppen wieder sehr groß. Das Volumen der ausgegebenen Genussscheine überstieg mit 60,2 Mio. Euro deutlich das der Genussscheine aus 2015, die im Vorjahr zurückgezahlt wurden. Die Eigenkapitalquote hat sich deshalb ebenfalls um über zwei Prozentpunkte von 27,4 auf 29,6 Prozent erhöht.

Kundenlösungen im Fokus

„Diese Zahlen unterstreichen, dass die AGRAVIS 2020 robust unterwegs war. Wir haben die Herausforderungen angenommen und in Kundenlösungen umgesetzt – insgesamt konnten wir Umsatz und Marktanteile festigen und die Weiterentwicklung der AGRAVIS vorantreiben“, fasste Johannes Schulte-Althoff zusammen.

Der AGRAVIS-Konzern hatte am Ende des zurückliegenden Geschäftsjahres 6.336 Mitarbeitende, darunter 576 Auszubildende.

Die rund 6.000 Anteilseigner:innen der AGRAVIS Raiffeisen AG bekommen in diesem Jahr eine Dividende von 1,02 Euro pro Aktie. Das hat die Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens beschlossen, die aufgrund der Corona-Pandemie abermals digital stattfand. Bezogen auf den rechnerischen Wert der Aktie von 25,60 Euro entspricht das einer Dividendenrendite von 4 Prozent. „Damit ist auch ein klar formuliertes Ziel geschafft: AGRAVIS muss dauerhaft in der Lage sein, Gewinne zu generieren und ihren Aktionärinnen und Aktionären eine Dividende auf ihre Anteile zu zahlen. Das ist in diesem Jahr wieder der Fall“, sagte Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff. Die Gesamtausschüttung erreicht damit eine Summe von 8,2 Mio. Euro, das sind 67,4 Prozent des Konzernjahresüberschusses.

Handelswert weiterhin stabil

Der Handelswert der AGRAVIS-Aktie ist weiterhin sehr stabil. Er beträgt 61,50 Euro pro Aktie. Seit Gründung der AGRAVIS Raiffeisen AG im Oktober 2004 ist der Wert der Aktie somit um 35,90 Euro angestiegen. Dies entspricht einer Erhöhung um 140 Prozent.

Erhöhung des Grundkapitals möglich

Das gezeichnete Kapital der AGRAVIS Raiffeisen AG betrug im zurückliegenden Geschäftsjahr unverändert 205,5 Mio. Euro. Es ist in 8,03 Mio. vinkulierte Namensaktien eingeteilt. In den nächsten zwei Jahren kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital jedoch um bis zu 12 Mio. Euro erhöhen. Das hat die Hauptversammlung durch eine Änderung der Satzung beschlossen.

Franz-Josef Holzenkamp, Aufsichtsratsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG
Franz-Josef Holzenkamp, Aufsichtsratsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG

Franz-Josef Holzenkamp bleibt Aufsichtsratsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG. Der 61-jährige Landwirt und Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes wurde am Dienstag für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Die konstituierende Sitzung des neu zusammengesetzten AGRAVIS-Aufsichtsrates fand direkt im Anschluss an die Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens statt. Beide Veranstaltungen wurden aufgrund der Corona-Pandemie digital durchgeführt. Holzenkamp steht seit Mai 2012 an der Spitze des Aufsichtsrates.

Beitrag für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der AGRAVIS

„Ich freue mich über das Vertrauen, das mir die Aufsichtsratsmitglieder mit der Wiederwahl entgegengebracht haben“, sagte Holzenkamp. „Mir macht die gemeinsame Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen im Aufsichtsrat große Freude. Sehr gern möchte ich als Vorsitzender auch in den kommenden Jahren einen Beitrag für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der AGRAVIS leisten. Das ist eine schöne, eine spannende Aufgabe, wenn ich an das herausfordernde Umfeld denke, in dem sich die moderne Landwirtschaft bewegt.“

Kontinuität an der Spitze des Aufsichtsrates

Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG, hob die Kontinuität an der Spitze des Aufsichtsrates hervor. „Diese konstruktive Zusammenarbeit können wir nun fortsetzen“, so der Konzernchef. Franz-Josef Holzenkamp war von 2005 bis 2017 CDU-Bundestagsabgeordneter und ist seit 1. Juli 2017 Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes.

Weitere Mitglieder des Aufsichtsrates

Neben Holzenkamp wurden auch Birgit Buth (Geschäftsführerin des Deutschen Raiffeisenverbandes) und der Landwirt Friedrich Steinmann (Kirchhellen) als Mitglieder des Aufsichtsrates wiedergewählt. Neu in diesem Gremium ist nun Holger Terhalle (Werpeloh). Der 40-jährige Vorstand der Raiffeisenbank Ems-Vechte eG tritt die Nachfolge von Günter Lonnemann an, der seit Gründung der AGRAVIS im Jahr 2004 dem Aufsichtsrat angehörte. Er ist inzwischen im Ruhestand.

Der AGRAVIS-Beirat

Neu in den AGRAVIS-Beirat gewählt wurde Eckardt Hinrichs, Landwirt aus Wrestedt/Wieren. Wiedergewählt hat die Hauptversammlung die Beiratsmitglieder Dr. Hauke Bronsema (Geestland), Karl-Heinz Eikenhorst (Stemwede), Steffen Mogwitz (Gehrden) und Torsten Wojahn. Der Landwirt aus Gusborn-Quickborn ist aktuell Vorsitzender des beratenden Gremiums.

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