Hauptversammlung

Informationen zum vergangenen Geschäftsjahr

In der Hauptversammlung am 14. Mai in Münster wurden die Aktionär:innen umfassend über das abgelaufene Geschäftsjahr informiert. Die Hauptversammlung ist beschlussfassendes Organ und wählt Mitglieder von Aufsichtsrat und Beirat.

Die Themen der Hauptversammlung 2024

Nach den ersten vier Monaten sieht sich die AGRAVIS Raiffeisen AG für das Geschäftsjahr 2024 bislang auf Kurs. Wie Vorstandschef Dr. Dirk Köckler in der Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungskonzerns in Münster sagte, sei bis Ende April ein Umsatz von rund 2,8 Mrd. Euro erzielt worden. Das sind rein preisbedingt knapp 4 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Als Ergebnis vor Steuern stehen nach vier Monaten 12,9 Mio. Euro zu Buche gegenüber 12,2 Mio. Euro Ende April 2023.

Extreme Nässe machte allen zu schaffen

Neben einem geringeren Preisniveau war das Geschäft in den ersten Monaten insbesondere durch extreme Nässe beeinflusst. „Das Wetter – gerade hier im Westen und Norden – machte der Landwirtschaft und damit auch uns zu schaffen“, so Köckler. In manchen Regionen sei bis Ende April hinein keine Bewirtschaftung der Ackerflächen möglich gewesen. Die Folge: Schon jetzt sei absehbar, dass die Getreideernte 2024 mengenmäßig keine neuen Rekorde bringen werde. „Wir freuen uns natürlich, dass die Wasserreserven im Boden gut aufgefüllt werden konnten und gerade bei den von Trockenheit des Klimawandels betroffenen Standorten im Osten damit eine Basis für die Ernte 2024 gelegt ist“, unterstrich der Konzernchef gleichwohl.

Auswirkungen auf Großhandel im Pflanzenbau

Dass die Felder lange Zeit nicht befahrbar waren, wirkte sich erheblich auf den Großhandel mit Betriebsmitteln im Pflanzenbau aus. So war das Saatgutgeschäft mit Sommergetreide bis Ende März nahezu zum Erliegen gekommen, konnte im Anschluss allerdings stark aufholen. Beim Saatmais erreichte der Absatz in etwa das Vorjahresniveau. Die Nachfrage nach Grünland- und Zwischenfruchtmischungen setzte verspätet ein. Nachholeffekte gab es auch beim Pflanzenschutz, vor allem bei Fungiziden. Die Nachfrage nach Düngemitteln zog ab Ende Februar an. Absatzimpulse gab es durch die deutlich gesunkenen Preise. Analog war die Entwicklung bei den Betriebsmitteln im Direktgeschäft mit der Landwirtschaft.

Stabile Entwicklungen in weiteren Sparten

Beim Mischfuttervertrieb blieben die Mengen bislang noch leicht hinter dem Vorjahr zurück. Auf konstant hohem Niveau bewegten sich im Spezialfuttergeschäft die Hygieneprodukte. Der Absatz im Segment „Horse und Hobby“ entwickelte sich stabil. In der Landtechnik-Sparte setzte sich das lebhafte Geschäft aus dem Vorjahr stabil fort. Der Auftragsvorlauf ist weiterhin sehr ordentlich, die Auslastung der Werkstätten hoch.

Im Bereich Raiffeisen-Märkte nahm das Frühjahrsgeschäft stetig weiter an Fahrt auf; die Kaufzurückhaltung aus dem Vorjahr scheint sich langsam zu lösen. In der Sparte Energie war beim Großhandel mit Brenn- und Kraftstoffen ein Überangebot an Mineralölprodukten im Markt herausfordernd. Das Tankstellengeschäft entsprach den Erwartungen.

Dr. Köckler verkündet Planzahlen für das Geschäftsjahr 2024

Dr. Dirk Köckler zeigte sich gegenüber den Aktionärinnen und Aktionären zuversichtlich, dass die Ziele bei Umsatz und Ergebnis weiterhin erreicht werden können. „Im Kontext des wirtschaftlichen Umfeldes planen wir das Geschäftsjahr 2024 mit einem Umsatz von 8,1 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern von 60,1 Mio. Euro.“

Geschäftsjahr 2023 zukunftssichernd abgeschlossen

Finanzvorstand Hermann Hesseler hatte zu Beginn der Hauptversammlung anhand der relevanten Bilanzkennzahlen das Geschäftsjahr 2023 erläutert. Die solide Performance des AGRAVIS-Konzerns belegte ein Umsatz von 8,8 Mrd. Euro. Die Herausforderungen durch deutliche Preisrückgänge für wichtige Produktgruppen wie Getreide, Raps, Düngemittel und Energie, weltpolitische Konfliktherde, hohe Inflation und Extremwetterereignisse habe man gut meistern können, so Hesseler, „auch und vor allem im engen Schulterschluss mit dem genossenschaftlichen Verbund“. Das Ergebnis vor Steuern erreichte 64,5 Mio. Euro. Diesen leichten Ausbau gemessen am Vorjahr bewertete Hesseler als zukunftssichernde Bestätigung. „Diese beiden wichtigen Kennzahlen unterstreichen unserer Meinung nach die Solidität, die wirtschaftliche Stabilität und die Zukunftsfähigkeit der AGRAVIS-Gruppe.“ Das Eigenkapital der AGRAVIS hat sich durch den Jahresüberschuss um rund 32 Mio. Euro auf 663 Mio. Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote stieg durch Thesaurierung von Gewinnen und eine gesunkene Bilanzsumme auf 29 Prozent an.

Von erheblicher Bedeutung für eine stabile, breit aufgestellte Finanzierungsstruktur des AGRAVIS-Konzerns ist der langfristig laufende Konsortialkredit mit 17 Bankenpartnern und einem Volumen von 650 Mio. Euro. Er wurde im Geschäftsjahr 2023 bis 2027 verlängert – mit erweiterten Finanzierungsspielräumen. „Damit ist der Konzern für Inflationsrisiken, Preisverwerfungen und andere Krisen gewappnet“, hob Hesseler die Bedeutung vor.

AGRAVIS festigt Marktposition weiterhin

Sein Fazit: „Die AGRAVIS hat sich in einem wiederum sehr anspruchsvollen Geschäftsjahr 2023 resilient gezeigt und sich mit Klarheit, Kompetenz, Kundennähe und Verlässlichkeit als Lösungsgeber für eine innovativ-nachhaltige Landwirtschaft positioniert.“ Gemeinsam mit den genossenschaftlichen Partnern habe der Konzern die Systemrelevanz für die Versorgung und Ernährungssicherheit der Menschen untermauert. „Der direkte Zugang zu den Hoftoren der Betriebe erwies sich dabei wiederum als starker Wettbewerbsvorteil für den genossenschaftlichen Verbund.“ Damit sei die genossenschaftliche Marktposition im Geschäftsjahr 2023 weiter gefestigt worden.

Im laufenden Geschäftsjahr will der AGRAVIS-Konzern mehr als 100 Mio. Euro in leistungsfähige Zukunftsstandorte, Prozessoptimierung und Logistik sowie in die Digitalisierung investieren. „Von dieser anhaltend hohen Investitionsbereitschaft profitieren unsere Kundinnen und Kunden durch eine weiter optimierte und modernisierte Standortstruktur sowie durch den Ausbau unserer digitalen Aktivitäten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler während der Hauptversammlung der AGRAVIS in Münster.

AGRAVIS setzt Zeichen für leistungsstarke Logistik

Mit einem Gesamtvolumen von 60 Mio. Euro ragt das neue Distributionszentrum in Nottuln heraus, rund 30 Mio. Euro werden in 2024 wirksam. Es ist die bisher größte Einzelinvestition in der Geschichte der AGRAVIS. „Damit setzen wir ein deutliches Ausrufezeichen für eine leistungsstarke, kundenorientierte Logistik und die digitale Transformation“, unterstrich Köckler den Stellenwert des Projekts. „Das Distributionszentrum ist ein Meilenstein für die AGRAVIS und ein weiterer Mosaikstein beim Ausbau der genossenschaftlichen Zusammenarbeit im Kontext der digitalen Transformation und praktizierter Nachhaltigkeit.“ Das Logistikzentrum wird im Herbst 2024 fertiggestellt.

Neues Bürogebäude bietet 120 moderne Arbeitsplätze

Schon im Laufe des Sommers wird das neue Bürogebäude in Isernhagen bezogen. Es bietet rund 120 moderne Arbeitsplätze und löst die angemieteten Räumlichkeiten der AGRAVIS an der Plathnerstraße in Hannover ab. Gesamtvolumen: rund 9 Mio. Euro.

AGRAVIS modernisiert Landtechnik-Standorte

Von erheblicher strategischer Bedeutung für die AGRAVIS ist der „Netzplan Technik 2030“. In diesem Zuge werden Landtechnik-Standorte in den Regionen des AGRAVIS-Arbeitsgebietes jeweils nach definierten Standards entweder neu errichtet oder modernisiert. Zugleich soll damit eine flächendeckende Abdeckung der Vertriebsgebiete sichergestellt werden. Erste Projekte sind in 2024 vorgesehen, darunter der Neubau eines Standorts für die Konzerngesellschaft NewTec Ost im sächsischen Grimma.

Investitionen in Agrarhandelsstandorte

Auf der Agenda für dieses Jahr stehen auch Verbesserungen bei der Infrastruktur von Agrarhandelsstandorten, unter anderem in Ostdeutschland. So werden in Querfurt zwei zusätzliche Getreidesilos errichtet. Im Vorjahr war der Standort Kyritz um ein neues Pflanzenschutzlager erweitert worden. Ebenfalls in 2023 ging in Aschersleben eine Anlage zur rein physikalischen Saatgutbehandlung in Betrieb, die ohne chemische Beize auskommt. „All das sind Investitionen in unsere Zukunftsstandorte und zeigt, dass wir auch im Gebiet der AGRAVIS Ost kontinuierlich an einer kundenorientierten Prozessoptimierung arbeiten“, sagte der Konzernchef zur Einordnung.

AGRAVIS schafft Lagerkapazitäten an Binnenhäfen

Der trimodale Anschluss – also Bahn, Schiff und Straße – macht den Neubau einer Düngerhalle in Hildesheim bei der Konzerngesellschaft AGRAVIS Niedersachsen-Süd GmbH zu etwas Besonderem. Weitere Aktivitäten mit dem gleichen Ziel, nämlich lokale Lagerkapazitäten an Binnenhäfen aufbauen, werden laut Köckler folgen. „Hier stellen wir uns zukunftssicher auf.“

Raiffeisen Enovia GmbH & Co. KG investiert in Tankstelle

Ebenfalls in Niedersachsen, konkret in Helmstedt-Barmke, will die Beteiligungsgesellschaft Raiffeisen Enovia GmbH & Co. KG in den Neubau einer Tankstelle als Teil eines Autohofs investieren.

AGRAVIS investierte bereits 2023 in Zukunftsstandorte

Schon im vergangenen Geschäftsjahr 2023 hatte der AGRAVIS-Konzern mit rund 97 Mio. Euro erheblich in die Weiterentwicklung seiner Standorte, in den Ausbau einer einheitlichen Warenwirtschaft, der auch in 2024 und Folgejahren weitergehen wird, sowie in digitale Anwendungen investiert.

Konzernchef Dr. Dirk Köckler beschrieb in der Hauptversammlung strategische Leitplanken

Der AGRAVIS-Konzern wird sich mittelfristig weiter auf sein Kerngeschäft in den Sparten Pflanzen, Tiere, Technik, Märkte und Energie konzentrieren und seine Rolle als klassischer Agrarhändler mit Lösungskompetenz ausfüllen. „AGRAVIS steht für eine innovativ-nachhaltige Landwirtschaft und ist gemeinsam mit dem genossenschaftlichen Verbund der starke regionale Partner für die Versorgung der Landwirtschaft und der Bevölkerung. Wir sichern Ernährung für Mensch und Tier, sind Energielieferant, schonen dabei im Sinne der Nachhaltigkeit unsere Ressourcen und unterstreichen somit unsere Systemrelevanz.“ So beschrieb Vorstandschef Dr. Dirk Köckler während der Hauptversammlung in Münster das Selbstverständnis der AGRAVIS. „Diese Einordnung gibt uns Orientierung und ist unser Kompass“, sagte er vor den rund 600 anwesenden Aktionärinnen und Aktionären.

AGRAVIS setzt sich für deutsche Landwirtschaft ein

Als genossenschaftliches Unternehmen sehe es die AGRAVIS als ihre Aufgabe an, sich für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft einzusetzen. „Es geht um nicht weniger als den Agrarstandort Deutschland“, verdeutlichte Köckler in seiner Grundsatzrede. Ein Blick auf die von einem Zick-Zack-Kurs geprägten politischen Rahmenbedingungen zeige eine deutliche Diskrepanz zur wirtschaftlichen Realität. „Landwirtschaft braucht Perspektive, damit Investitionen getätigt werden und auch eine Chance besteht, dass das investierte Geld wieder erwirtschaftet werden kann“, forderte Köckler. Anstatt ideologische Debatten zu führen, gelte es, den Standortvorteil in Deutschland im Sinne der Kreislaufwirtschaft für nachhaltigen, innovativen Pflanzenbau und die tierische Veredelung zu nutzen. Deshalb stehe die AGRAVIS gern als pragmatischer Übersetzer der Zukunftsthemen „Digitale Transformation“ und „Nachhaltigkeit“ bereit. „Damit folgen wir konsequent unserem Leitbild ,Gemeinsam stark. Für Land und Leben´.“

Die Initiativen der AGRAVIS für mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft beschrieb der Unternehmenschef an konkreten Beispielen:

  • Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie wurden intelligente Dünger auf den Markt gebracht, die den CO2-Fußabdruck in der Wertschöpfungskette senken. „Ich bin überzeugt, dass wir hier für Mühlen und Bäcker sowie den Lebensmitteleinzelhandel einen gemeinsamen Mehrwert geschaffen haben“, so Köckler. Das Verbraucherverhalten werde zeigen, ob das Projekt fruchtet, sagte er mit Blick auf einen geringen Mehrpreis je Brot von zwei Cent.
  • Die teilflächenspezifische Bewirtschaftung von Feldern mit den Modulen von Raiffeisen NetFarming mobilisiere nachweislich zusätzliche Ertragspotenziale. Mit rund 45.000 Hektar in 2024 sei die AGRAVIS gemeinsam mit den Raiffeisen-Genossenschaften Marktführer in diesem Segment. Die Technologie sei praxisreif. Wünschenswert sei eine sinnvolle finanzielle Unterstützung der Betriebe zum Ausgleich des Mehraufwands.
  • „Ein Stück weit stolz“ ist der Konzern auf das erste Praxisjahr der Elektronenbehandlung von Saatgut bei der AGRAVIS Ost. Zur Bekämpfung samenbürtiger Krankheiten werde die Fungizidbeize dabei gegen eine rein physikalische Methode ersetzt. Für Köckler ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltiger Landwirtschaft.
  • Sowohl unter Nachhaltigkeitsaspekten als auch für die strategische Ausrichtung der AGRAVIS von großer Bedeutung sind Köcklers Worten zufolge die Biogas- und Biomethanaktivitäten des Konzerns. Eckpfeiler ist hier neben der bereits laufenden Biomethanproduktion in Dorsten die Anlage in Velen. Dort ist AGRAVIS Teil eines Konsortiums, das die Anlage derzeit umbaut, um voraussichtlich ab Ende 2024 Biomethan vorwiegend für den Kraftstoffmarkt herzustellen. Dessen ungeachtet sehe die AGRAVIS auch weiterhin die Verbrenner-Technologie in einer wichtigen Rolle, blieb Köckler realistisch. Deshalb traue man sich auch Jahr 2024, herkömmliche Tankstellen zu bauen, „auch wenn das nicht hip klingt“. Parallel biete man klimafreundliche Diesel-Kraftstoffe an, die als Sofortmaßnahme die CO2-Emissionen deutlich reduzieren könnten.

AGRAVIS bekennt sich zur tierwohlgerechten Nutztierhaltung

Dr. Köckler gab in der Hauptversammlung ein klares Bekenntnis der AGRAVIS zur Ernährung und Haltung von Nutztieren ab. „Wir glauben fest an eine Stabilisierung der Tierbestände.“ Für eine tierwohlgerechte, gesellschaftlich akzeptierte Tierhaltung brauche es jedoch moderne Ställe. Dies erfordere Investitionen. Deshalb befürworte er eine Mehrwertsteuererhöhung für Fleischprodukte, wie von der Zukunftskommission Landwirtschaft vorgeschlagen. „Dieses Geld muss jedoch zu 100 Prozent bei den Tierhaltern ankommen“, so die klare Botschaft des AGRAVIS-Chefs. Und es müsse schnell etwas passieren, denn aktuell sei die Investitionsneigung in die Tierhaltung historisch niedrig. Um dem Verdrängungswettbewerb bei der Tierernährung standzuhalten, richte die AGRAVIS ihre Vertriebsorganisation schon im Laufe dieses Jahres neu aus – und zwar konsequent nach den Tierarten Rind, Schwein und Geflügel. Dazu werden die bisherigen sechs regionalen Vertriebsgesellschaften zu einer zusammengeführt. Dieser Schritt erhöhe die Spezialisierung und verschlanke die Prozesse.

Landwirtschaft treibt Innovation und Nachhaltigkeit voran

Landwirtschaft sei ein wichtiger Treiber von Innovation und Nachhaltigkeit und habe nichts mit Bullerbü-Romantik zu tun, fasste Dr. Köckler zusammen. Nur mit wirtschaftlichem Erfolg lasse sich eine nachhaltige, innovative Landwirtschaft Schritt für Schritt weiterentwickeln. Deshalb seien solide wirtschaftliche Kennzahlen auch für die AGRAVIS wichtig und zukunftssichernd. „Das wollen wir durch weitere wirtschaftlich erfolgreiche Jahre unterstreichen.“

Fusion von Raiffeisen Kraftfutterwerk Mittelweser-Heide GmbH und AGRAVIS Mischfutter Ostwestfalen-Lippe GmbH

Die regionalen Raiffeisen-Genossenschaften Niedersachsen Mitte eG mit Sitz in Schweringen und Heidesand eG in Scheeßel sowie die AGRAVIS Raiffeisen AG bauen ihre Futtermittelkooperation in der Mitte und im Osten von Niedersachsen aus. So wollen die genossenschaftlichen Partner ihre Produktionsmengen im Markt langfristig absichern und die volle Leistungsfähigkeit für die landwirtschaftlichen Kunden dauerhaft auf hohem Niveau ausbauen. Zu diesem Zweck verschmelzen die Raiffeisen Kraftfutterwerk Mittelweser-Heide GmbH, an der die drei Unternehmen bereits beteiligt sind, und die AGRAVIS Mischfutter Ostwestfalen-Lippe GmbH zum 1. Juli 2024.

Neue Gesellschaft übt Futtermittelgeschäft in Weserregion aus

Die neue Gesellschaft, Raiffeisen Kraftfutterwerke Mittelweser-Heide GmbH (RKM), wird dann das gesamte Futtermittelgeschäft (Produktion und Vertrieb) in der Weserregion unter der Geschäftsführung von Bernd Becker (Sprecher) und Alexander Homann ausüben. Die AGRAVIS und die Raiffeisen Niedersachsen Mitte eG werden jeweils 42,5 Prozent der Anteile halten, die Raiffeisen Heidesand eG 15 Prozent.

Futtermittelwerke behalten sichere Perspektive

Mit diesem Schritt behalten die Futtermittelwerke in Twistringen, Schweringen und Minden eine sichere Perspektive – mit steigenden Produktionstonnagen in den nächsten Jahren. Die Futtermittelproduktion im Werk Hilgermissen läuft zum 30. Juni 2025 aus. Die Gremien der beteiligten Unternehmen haben der Fusion inzwischen grundsätzlich zugestimmt.

Entscheidung für starkes Futtermittelgeschäft und sichere Arbeitsplätze

„Wir freuen uns über die klare und zügige Verbundentscheidung der Partner. Die beiden beteiligten Raiffeisen-Genossenschaften und die AGRAVIS bekennen sich damit klar zur Nutztierhaltung als Teil der Kreislaufwirtschaft in großen Teilen Niedersachsens“; unterstreicht Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG. Die Auslastung sowie Spezialisierung der drei Produktionsstandorte stärke das Futtermittelgeschäft in der Region und sichere die Arbeitsplätze. „Spezialisierung, Kundenorientierung und Effizienz lassen sich gemeinsam noch besser gestalten“, so Köckler. Synergien des Verbundes in Produktmanagement, Einkauf, Logistik und Administration könnten im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit noch besser genutzt werden, betonen Arno Schoppe (Vorstandssprecher der Raiffeisen Niedersachsen Mitte eG) und Klaus-Dieter Masselink (geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Raiffeisen Heidesand eG). „Ich freue mich, die Verantwortung für das neue Unternehmen als Geschäftsführer übernehmen zu dürfen. Es ist der richtige Schritt, um auch in der Zukunft der leistungsstarke Partner unserer Kunden zu sein“, ergänzt Bernd Becker.

AGRAVIS beteiligt sich an Raiffeisen Service und Logistik GmbH

Im Sinne einer schlanken und schlagkräftigen Logistik beteiligt sich die AGRAVIS in einem nächsten Schritt mit 24,9 Prozent an der Raiffeisen Service und Logistik GmbH, der Logistikeinheit der Raiffeisen-Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte eG. „Auch das strafft Prozesse, sichert Funktionen und ist Ausdruck einer auf die Zukunft gerichteten genossenschaftlichen Zusammenarbeit in der Stückgut- und Schüttgutlogistik“, sind sich Köckler und Schoppe sicher.

Raiffeisen Kraftfutterwerke Mittelweser-Heide GmbH produziert künftig 560.000 Tonnen Mischfutter

Insgesamt verfügt die neue Raiffeisen Kraftfutterwerke Mittelweser-Heide GmbH künftig über 85 Mitarbeitende. An den drei Standorten werden dann rund 560.000 Tonnen Mischfutter produziert, die im Vertriebsgebiet der Raiffeisen Kraftfutterwerke Mittelweser-Heide GmbH über die regionalen Raiffeisen-Genossenschaften an die Landwirtschaft verkauft werden. Unternehmenssitz der neuen Gesellschaft ist Schweringen. Das Fusionsvorhaben steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

Aktionärinnen und Aktionäre erhalten 1,54 Euro pro Aktie

Die mehr als 6.000 Aktionärinnen und Aktionäre der AGRAVIS Raiffeisen AG erhalten in diesem Jahr eine Dividende von 1,54 Euro pro Aktie. Das hat die Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens beschlossen. Sie fand dieses Mal im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland in Münster statt. Rund 600 Anteilseigner:innen und Gäste nahmen daran teil. Bezogen auf den rechnerischen Wert der Aktie von 25,60 Euro entspricht das einer Dividendenrendite von 6 Prozent nach 5 Prozent im Vorjahr. „Auf Basis unseres zukunftssichernden Ergebnisses vor Steuern von 64,5 Mio. Euro können wir unsere Aktionärinnen und Aktionäre somit abermals angemessen am Gewinn beteiligen“, erklärte Finanzvorstand Hermann Hesseler. Die Gesamtausschüttung erreicht rund 12,4 Mio. Euro gegenüber 10,2 Mio. Euro im Vorjahr.

Handelswert der AGRAVIS-Aktie wird auf 64,65 Euro angehoben

Der Handelswert der AGRAVIS-Aktie wurde mit Ablauf der Hauptversammlung erneut angehoben: von 62,00 Euro auf 64,65 Euro. „Damit bildet sich die positive Entwicklung der AGRAVIS auch im Handelswert der Aktie ab“, unterstrich Hermann Hesseler. Seit Gründung der AGRAVIS im Oktober 2004 ist der Wert der AGRAVIS-Aktie um mehr als 150 Prozent gestiegen.

62,2 Prozent der AGRAVIS-Aktien im Eigentum genossenschaftlicher Unternehmen

Satzungsgemäß befinden sich mindestens 60 Prozent der AGRAVIS-Aktien im Eigentum von genossenschaftlichen Unternehmen. Zum Jahresende 2023 lag der Anteil bei 62,2 Prozent. Mitarbeitende sind mit 5,3 Prozent, landwirtschaftliche Betriebe mit 4,6 Prozent an der AGRAVIS beteiligt. Auf branchennahe natürliche und juristische Personen entfällt ein Aktienanteil von 27,9 Prozent.

Das gezeichnete Kapital der AGRAVIS Raiffeisen AG betrug am Ende des Geschäftsjahres unverändert 205,5 Mio. Euro. Es ist in rund 8 Mio. vinkulierte Namensaktien eingeteilt.

Susanne Schulze Bockeloh und Axel Lohse bleiben im Aufsichtsrat der AGRAVIS Raiffeisen AG. Die Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens wählte beide für weitere fünf Jahre wieder. Susanne Schulze Bockeloh (59), Landwirtin aus Münster, dort auch Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes und Vizepräsidentin im Deutschen Bauernverband, gehört dem Aufsichtsrat seit 2014 an. Axel Lohse (62), geschäftsführendes Vorstandsmitglied der RAISA eG in Stade, wurde ebenfalls im Jahr 2014 erstmals in den AGRAVIS-Aufsichtsrat gewählt. Erster Gratulant war der Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Holzenkamp. „Ich freue mich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit. Beide sind wichtige Stimmen im AGRAVIS-Aufsichtsrat“, sagte Holzenkamp.

Hauptversammlung wählt Holger Folkens neu in den AGRAVIS-Beirat

Von großer Kontinuität ist auch die Besetzung des AGRAVIS-Beirates geprägt. Einziges neues Mitglied in diesem Kreis mit beratender Funktion ist Holger Folkens, 49-jähriger Landwirt aus Jade. Mit Erreichen der Altersgrenze schied Dr. Henning Behrens (Wildeshausen) aus dem Beirat aus, dem er seit 2004 angehörte. Behrens habe ein Stück Genossenschaftsgeschichte geschrieben, sagte Franz-Josef Holzenkamp bei der Verabschiedung, blicke er doch auf insgesamt 34 Jahre Gremienmitgliedschaft in der genossenschaftlichen Organisation zurück.

Als Beiratsmitglieder wiedergewählt wurden: Friedrich Becker (Werl-Budberg), Maik Bilke (Kemberg), Dirk Breul (Sendenhorst-Albersloh), Ronald Buchholz (Beiersdorf-Freudenberg), Franziska Gravenhorst (Berge), Folkert Groeneveld (Dassel), Christopher Hammann (Bergen), Christoph Heer (Lügde), Jan-Gerd Hoegen (Bad Bentheim), Hugo Lohmann (Hude), Hermann Mammen (Wiefelstede), Rolf Mansholt (Uplengen), Andreas Pape (Gnarrenburg), Hermann Schartmann (Beesten), Kai Schubert (Trittau) und Manfred Tannen (Esens).

Impressionen von der Hauptversammlung

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