Mastschweine

Mit Futterkonzepten die Nährstoffbilanz entlasten

Die AGRAVIS Raiffeisen AG hat die OlymPig-Schweinemastfutter neu konzipiert und an die aktuellen Voraussetzungen angepasst. Die neuen Mastfutter entsprechen nun alle den Kriterien der stark N- und P-reduzierten Fütterung.

Bernhard Walger, Ansprechpartner für OlymPig

Ziel ist es, Schweine möglichst „auf den Punkt“ zu versorgen, denn "Luxuskonsum" führt zu unnötigen Ausscheidungen und entsprechend zu mehr Gülleanfall. Mit dem erarbeiteten Fütterungskonzept wird die Nährstoffbilanz nachhaltig entlastet und ein Beitrag zur Zukunftssicherung der Schweinemast geleistet. AGRAVIS-Experte Bernhard Walgern erklärt Hintergründe und Details der neuen Futterkonzeption.

Was war Anlass für die Neukonzeption?

Walgern: Die neue Düngeverordnung stand bevor, sie schränkt die Gülledüngung weiter ein. Statt wie vorher 20 Kilogramm Phosphor (P2O5)-Überhang je Hektar sind nur 10 Kilogramm erlaubt. Auch die Reduzierung der anrechenbaren N-Verluste ist ein Thema. Ebenso wie Berücksichtigung von Stickstoff aus Biogas-Gärresten. Alles zusammen genommen führt zu einem höheren Flächenbedarf. Wir möchten unser Knowhow zur Reduktion der Nährstoffausscheidungen über unsere Futterkonzepte an die Schweinehalter weitergeben.

Welche Veränderungen gibt es bei den Futtern?

Walgern: Für eine exakte Versorgung ohne Luxuskonsum sind die Futter auf Basis verdaulicher Nährstoffe konzipiert. Wir kombinieren zum einen „Idealprotein“ mit der Energiebewertung nach Nettoenergie. Zum anderen berechnen wir die Futter auf Basis verdaulichen Phosphors. Der Stoffwechsel der Tiere wird entlastet und die N- und P-Ausscheidungen werden weiter reduziert. Alle Neuerungen haben keinen Einfluss auf die Leistung der Tiere – im Gegenteil. Sie gehen mit einer höheren Tiergesundheit einher. Und gesunde Tiere sind leistungsfähige Tiere.

Schweine: Energieverwertung aus Futter

Was verstehen Sie unter Idealprotein?

Walgern: Um die Mast- und Schlachtleistungen sicherzustellen, werden jetzt neun praecaecal verdauliche (pcv) Aminosäuren berücksichtigt. Dadurch sind auch bei geringerem Rohproteingehalt im Futter alle Aminosäuren ausreichend als Baustein für die Fleischbildung enthalten. Außerdem führt die Reduktion von Rohprotein im Futter zu einem geringeren Wärmeverlust im Stoffwechsel. Dem Tier steht damit mehr Energie für den Zuwachs zur Verfügung. Damit dieses Plus an Energie nicht als Fett angesetzt wird, bewerten wir die Futter jetzt auf Basis der Nettoenergie.

Was ist der Unterschied zwischen umsetzbarer Energie (ME) und Nettoenergie (NE)?

Walgern: Beim Nettoenergie-System wird gegenüber der bisherigen Bewertung nach umsetzbarer Energie der Wärmeverlust im Stoffwechsel zusätzlich zum Energieverlust aus Kot, Harn und Methan berücksichtigt. Je geringer der Rohproteingehalt im Futter ist, desto geringer ist auch der Wärmeverlust. Das Nettoenergie-System ermöglicht insbesondere bei stark rohproteinreduzierten Futtern eine exaktere Energieversorgung der Schweine.

Wodurch ist eine weitere Reduktion der Phosphorgehalte möglich?

Walgern: Der Phosphorbedarf beim Schwein ist auf Basis des verdaulichen Phosphors festgelegt. Eine höhere Zugabe des Enzyms Phytase verbessert die Verdaulichkeit des in den pflanzlichen Rohstoffen enthaltenen Phosphors. Damit besteht die Möglichkeit, bei gleichbleibendem Gehalt an verdaulichem Phosphor den Anteil Gesamtphosphor im Futter zu senken.

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