Afrikanische Schweinepest

Tierärztin Dr. Svenja Sudeick erklärt, wie Landwirte vorbeugen können

Die Risiken der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sind laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nicht zu unterschätzen. Der ASP-Erreger zirkuliert seit 2014 bei Wild- und Hausschweinen in Osteuropa. Fleisch- und Wurstwaren, die nach Deutschland importiert werden, können potenzielle Übertragungsquellen sein. Dr. Svenja Sudeick ist Tierärztin und gibt Tipps für Landwirte.

Wie gefährlich ist die Afrikanische Schweinepest?

Sudeick: Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die vor allem Haus- und Wildschweine betrifft. Die Tiere zeigen häufig hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden sowie Hautverfärbungen. Meist verenden sie innerhalb einer Woche. In einigen afrikanischen Ländern und auf Sardinien ist die Afrikanische Schweinepest heimisch. Sie wird über Lederzecken der Gattung Ornithodoros übertragen und kann von Tier zu Tier weitergegeben werden.

Was können landwirtschaftliche Betriebe tun?

Sudeick: Um das Risiko der Einschleppung Afrikanische Schweinepest in heimische Betriebe zu reduzieren, sollte jeder Landwirt strikt alle Biosicherheitsmaßnahmen verfolgen. Die Einhaltung des Schwarz-Weiß-Prinzips hat oberste Priorität. Die Trennung von schmutzigen „schwarzen“ und sauberen „weißen“ Bereichen, bzw. der Außen- und Innenbereiche des Betriebe, sollte dabei unter allen Umständen berücksichtigt werden. Betriebseigene Kleidung, Fußwannen mit Desinfektionsmitteln sowie die Schadnager- und Fliegenbekämpfung sind bewährte Maßnahmen.

Der direkte und indirekte Kontakt von Haus- und Wildschweinen sollte unterbunden werden. Hierbei ist unter anderem auf die unzugängliche Lagerung von Futtermitteln für Wildschweine zu achten.

Besteht eine Gefahr für den Verbraucher?

Sudeick: Die Afrikanische Schweinepest ist nicht vom Schwein auf den Menschen übertragbar und somit für den Verbraucher ungefährlich. Jedoch können wir mögliche Überträger der Afrikanischen Schweinepest sein. Wild- und Hausschweine können sich über infizierte Lebensmittel anstecken. Auf das Mitbringen von Wildschweinefleisch und Fleischprodukten wie Wurst, Salami und ähnlichem sowie Jagdtrophäen von Wildschweinen aus den betroffenen Ländern sollte verzichtet werden. Das BMEL weist mit einer Informationskampagne entlang wichtiger Reiserouten darauf hin, dass Reisende und Fernfahrer ihre Speisereste nur in verschlossenen Müllbehältern entsorgen sollen.

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