Tiergesundheit und Eiqualität

Eigene Aufzucht und Vermarktung

Mit den „Münsterländern“, regionalen Eiern aus dem Münsterland, haben sich Brigitte Große Volksbeck und Dr. Bernd Diekmann einen Namen gemacht. Mittlerweile ist auch ihr Sohn Anton Diekmann mit seiner Frau Marie in das Familienunternehmen, die Große Volksbeck GmbH, eingestiegen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, täglich Produkte von einer bestmöglichen Qualität für die Verbraucher bereitzustellen.

Eiqualität AGRAVIS
Regelmäßig überprüft AGRAVIS-Produktmanager Andre Stevens (li.) gemeinsam mit Anton Diekmann die Qualität der Eier.

Dieser Qualitätsanspruch beinhaltet neben den „inneren“ Qualitäten der Eier unter anderem eine hohe Schalenqualität und Sauberkeit der Eier sowie kurze Wege zum Absatzmarkt. Den Grundstein dafür legte Großvater Anton Große Volksbeck, als er sich Ende der 60er Jahre für den Ausbau der Legehennenhaltung entschied. Zeitgleich mit der Erweiterung der Bodenhaltung – damals noch in der Scheune – nahm er die Vermarktung selbst in die Hand: Angelehnt an die Tradition des Münsterländer „Kiepenkerls“ bot er auf regelmäßigen Eiertouren die eigenen Produkte an. Das Konzept der regionalen Waren traf auf positive Resonanz bei den Verbrauchern und die Münsterländer Produktfamilie, deren Karton noch heute den „Kiepenkerl“ zeigt, war entstanden.

Sechs verschiedene Produkte

Heute umfasst das Sortiment sechs verschiedene Produkte aus Boden-, Freiland- und Biohaltung. „Dabei konzentrieren wir uns auf die Erzeugung von L-Eiern, die wir in einer Sechser-Premiumpackung anbieten“, sagt Betriebsleiterin Brigitte Große Volksbeck. „Aber auch die Vermarktung von M-Eiern in einem Zehner-Karton gehört dazu. Topseller im Ruhrgebiet sind nach wie vor die Dicken Münsterländer im XL-Format.“ Weiterhin vermarktet die Familie das ganze Jahr über regionale Färbeware. Täglich werden die Eier mit den eigenen Lkw an den regionalen Einzelhandel ausgeliefert.

Eier von Partnerbetrieben

Neben den selbstproduzierten Eiern kommen außerdem Eier von einigen regionalen Partnerbetrieben hinzu. Auch diese Eier werden mit betriebseigenen Lkw zur Packstelle auf dem Hof gefahren und dort sortiert. Auf ihrem Geflügelhof in Dülmen, den die Familie mit viel Herzblut führt, leben rund zwei Drittel der Legehennen in Bodenhaltung in mehreren Ställen. Mit dem Bau eines der ersten Freilandställe in Nordrhein-Westfalen im Jahr 1996 kam die Freilandhaltung dazu. „Bereits 1996 haben wir angefangen, über die Umsetzung eines höheren Tierwohlstandards auf unserem Betrieb einen Mehrwert für den Verbraucher zu schaffen“, erzählt Anton Diekmann.

Verbraucher honorieren artgerechte Haltung

„Auch heute ist die Nachfrage nach Freilandeiern immer noch hoch. Die Verbraucher honorieren die artgerechte Haltung der Tiere und sind auch bereit, mehr dafür zu bezahlen.“ Um ihren Hennen den Auslauf im Grünen zu ermöglichen, gehört für Große Volksbecks ein intensives Pflegemanagement der Flächen dazu. Für einen reibungslosen Ablauf auf dem Betrieb sorgen insgesamt 18 Mitarbeiter. Die Aufgabengebiete in der Familie sind klar verteilt: Während Brigitte Große Volksbeck für die Vermarktung zuständig ist, kümmert sich Anton Diekmann federführend um das Produktionsmanagement, die Junghennenaufzucht und Legehennenhaltung sowie die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen.

Mais, Raps und Weizen auf Ackerflächen

Neben Mais und Raps baut die Familie auf ihren Ackerflächen auch Weizen an, der an Mischfuttermittelwerke verkauft wird. Einen Teil der Junghennen zieht die Familie schon lange selbst auf, denn „die Verfügbarkeit von gut aufgezogenen Junghennen war schon immer enorm wichtig“, betont Anton Diekmann. Das Konzept in dieser Größenordnung ist jedoch eine Herausforderung. Umso wichtiger für ein funktionierendes System ist daher die strikte hygienische Trennung der Ställe untereinander, verbunden mit einem intensiven Management. „Die Erfahrungen zeigen, dass die Betreuung von Anfang an Vorteile hat, da man sehr nah an den Tieren dran ist. Das Umstallen auf dem eigenen Betrieb bringt außerdem geringe Wartezeiten und weniger Stress für die Junghennen durch eine neue Umgebung mit sich“, hebt Diekmann hervor. „Um auch eine gleichermaßen gute Qualität der extern zugekauften Junghennen sicherzustellen, stehen wir mit den Aufzüchtern stets in engem Kontakt.“ Die Einstallung der Junghennen in den Legehennenstall erfolgt mit etwa 17 Wochen.

”Bereits 1996 haben wir angefangen, über die Umsetzung eines höheren Tierwohlstandards einen Mehrwert für den Verbraucher zu schaffen.” - Anton Diekmann
Eiqualität AGRAVIS
Legehennenhalter aus Leidenschaft: Dr. Bernd Diekmann und Brigitte Große Volksbeck.

Für eine optimale Entwicklung gesunder und leistungsfähiger Tiere setzt Familie Große Volksbeck in der Aufzucht der Legehennen seit einigen Jahren auf das Golddott-Futterprogramm der AGRAVIS Raiffeisen AG. In dem Futterprogramm wird zwischen Junghennenaufzucht, Vorlegephase und Legehennenhaltung unterschieden. Hauptlieferant des Futters ist die Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Rhedebrügge eG. „In den Phasen der Aufzuchtfütterung steht die Entwicklung des Skeletts, der Organe, der Muskulatur, des Körperfetts, des Gefieders und des reproduktiven Systems im Fokus“, erklärt Andre Stevens, Produktmanager Geflügel bei der AGRAVIS Futtermittel GmbH.

Fütterungskonzept abgestimmt auf Eigewichtsklassen

Der Grundstein für eine erfolgreiche Eierproduktion wird früh gelegt. „Dabei müssen wir stets den sich ändernden Nährstoffbedarf vor allem an Aminosäuren, Mineralstoffen und Spurenelementen sicherstellen, sodass wir am Ende der Aufzucht vitale und uniforme Junghennen erhalten.“ Auch die Ausarbeitung des Fütterungskonzepts für die Legehennen erfolgte in enger Zusammenarbeit auf Basis der definierten Produktionsziele. „Das Konzept ist abgestimmt auf die Eigewichtsklassen, die für die eigene Vermarktung benötigt werden. Dabei steht zunächst die Gewichtsentwicklung der Eier im Vordergrund“, erläutert Stevens und ergänzt: „Für eine hohe Eischalenstabilität, die ein entscheidendes Kriterium für die Anzahl an vermarktungsfähigen Eiern darstellt, wird die Gestaltung der Calciumzufuhr im späteren Verlauf der Legeperiode abgestimmt.“

Futterqualität und Futtervorlage entscheidend

Weitere Kriterien sind die Sauberkeit der Schale sowie Beschaffenheit und Farbe der Dotter. Sämtliche Nährstoffparameter werden in Form einer Phasenfütterung an den Bedarf der Hennen angepasst. Neben der Futterqualität ist auch die Gestaltung der Futtervorlage entscheidend. „Die Fütterungszeiten sind sowohl an den Tagesablauf als auch auf das Leistungsniveau der Jung- und Legehennen abgestimmt“, erklärt Stevens. Eine attraktive Futtervorlage ist entscheidend für eine möglichst gleichmäßige Futteraufnahme. Für eine ausreichende Aufnahme an Calcium ist die nachmittägliche Fütterung von besonderer Bedeutung, damit die Hennen im späteren Verlauf die Eischale bilden können.

Abgestimmte Produktions- und Managementfaktoren

„Eine über Bedarf liegende Futtermenge würde allerdings eine selektive Futteraufnahme fördern, was wiederum Defizite in der Nährstoffversorgung zur Folge hätte. Ebenso ist die Partikelgrößenverteilung in mehlförmigem Alleinfutter so zu gestalten, dass die Gefahr der Entmischung minimiert wird“, betont der Experte. Sämtliche Produktions- und Managementfaktoren gilt es auf die Produktionsziele in der Junghennenaufzucht und Legehennenhaltung abzustimmen. Eine stoffwechselentlastende Tierernährung steht dabei ebenso im Fokus des Golddott-Fütterungskonzeptes wie die Unterstützung der Lebergesundheit während des gesamten Produktionszyklus, um den Grundstein für die Tiergesundheit und einer hohen Eiqualität zu bilden.

Ziel der Ausstallung liegt bei 80 Wochen

Um die Premiumqualität der Marke „Münsterländer“ sicherzustellen, liegt das Ziel der Ausstallung – angepasst an den Aufzuchtrhythmus – auf dem Hof Große Volksbeck bei etwa 80 Lebenswochen. „Um den Termin der Ausstallung festzulegen, berücksichtigen wir sowohl die Schalenqualität als auch die Gesamtqualität der Eier sowie den Anteil an Schmutzeiern“, erklärt Anton Diekmann. Nach einer anschließenden Serviceperiode mit gründlicher Reinigung und Desinfektion der Ställe dürfen schließlich neue Junghennen einziehen.

Infos gibt es bei Produktmanager Andre Stevens, Telefon 0251 . 682-2283, andre.stevens@agravis.de

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