Qualitätswesen

Das AGRAVIS-Qualitätsmanagement-System

  • Wozu ein Qualitätsmanagement-System?

    Die Futtermittelindustrie ist ein Glied in der Herstellungskette von Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Die EU-Kommission hat ein "Weißbuch" veröffentlicht, in dem die Grundsätze der Lebensmittelsicherheit formuliert werden. Demnach beginnt die Verantwortung für die Sicherheit von Lebensmitteln bereits in der Mischfutterherstellung und auf dem landwirtschaftlichen Betrieb. Das Qualitätsmanagementsystem der AGRAVIS Raiffeisen AG gewährleistet durch festgelegte Verfahren und Prozesse und deren Überwachung folgende Anforderungen an sichere Futtermittel.

  • Was macht die AGRAVIS Raiffeisen AG?

    Ausrichtung an die Erfordernisse des Marktes
    Traditionell besteht eine enge Bindung zwischen den Landwirten, den Raiffeisen-Warengenossenschaften und unserem Unternehmen. Ebenso unabdingbar wie sinnvoll ist daher der nachhaltige Dialog mit der Praxis. Im stetigen Informationsaustausch lassen sich die jeweils spezifischen Anforderungen an das Mischfutter bedarfsgerecht und marktorientiert ermitteln. Die Erkenntnisse hieraus fließen durch eine systematische Neu- oder Weiterentwicklung in unsere Produkte und die damit verbundenen Dienstleistungen ein.

    Die verschiedenen Mischfutter durchlaufen verschiedene Tests, sowohl in eigenen als auch in neutralen Futterwertprüfungen, bevor sie für die Landwirtschaft freigegeben werden. Produktionsberater und Produktmanager kontrollieren und bewerten die Futtermittel in den Veredlungsbetrieben. Überdies bieten wir unseren Kunden eine intensive Managementberatung an - ein Zusatznutzen, der nicht zuletzt den wirtschaftlichen Erfolg unserer Kunden unterstützt.

    Qualitätssicherung als Managementaufgabe
    Qualitätsmanagement ist ein Führungsinstrument. Auf der Basis übergeordneter Strategien werden von allen Bereichen konkrete Ziele festgelegt, deren Erfüllung systematisch überprüft wird.

    Qualifikation eines jeden Mitarbeiters
    Die Herstellung von Futtermitteln erfordert von jedem Mitarbeiter ein hohes Maß an spezifischen Fachkenntnissen (Ernährungsphysiologie, Wissen über Rohkomponenten, Mischfutterherstellung, Anlagentechnologie) und Verantwortungsbewusstsein. Wir führen regelmäßig Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen durch, um die Qualifikation unserer Mitarbeiter noch weiter zu verbessern. Nur so lässt sich gewährleisten, dass jeder den sich ständig wandelnden Anforderungen gerecht wird.

    Orientierung am Kundenbedarf
    Dauerhafte Kundenzufriedenheit lässt sich nur erreichen, indem man ihre Erwartungen und ihren Bedarf erfüllt. Diesen Grundsatz befolgen wir strikt. Dazu zählt für uns auch das unabdingbare Einhalten unserer hohen Qualitätsstandards für Produkte und Produktionseinrichtungen sowie die qualifizierte Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Sie umfasst das ganze Spektrum von der Beschaffung der Rohprodukte, über die Produktion und Verpackung des Mischfutters bis hin zur Festlegung der Lager- und Transportbedingungen. Hinzu kommt die Mitarbeit in zahlreichen Gremien verschiedener landwirtschaftlicher Organisationen und wissenschaftlicher Institutionen. Dieses Engagement trägt dazu bei, dass sowohl ernährungsphysiologische, tierartgerechte und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt als auch Forderungen der Lebensmittelindustrie und Verbraucherwünsche erfüllt werden.

    Überwachungs-Audits
    Im Rahmen von regelmäßigen Überwachungsaudits werden von den Zertifizierungsbehörden unter anderem die ordnungsgemäße Handhabung der Zusatzstoffe und Tierarzneimittel sowie Hygieneaspekte bei Produktion, Lagerung und Transport der Produkte überprüft.

  • Anforderungen an das Mischfutter

    Für die AGRAVIS Raiffeisen AG als Mischfutterhersteller bedeutet ein Qualitätsmanagement-System, die Leistungserwartungen der Tierhalter an das Mischfutter zu kennen und zu erfüllen (z. B. Inhaltsstoffe, Konsistenz, Akzeptanz durch die Tiere...). Dabei werden neben dem Produkt Mischfutter auch die damit verbundenen Dienstleistungen wie Fütterungsberatung und Service (z.B. Grundfutteruntersuchungen) mit eingeschlossen.

    Das System zur Verwirklichung eines Qualitätsmanagement-Systems (QM-System) erfordert eine Organisationsstruktur, Verfahren, Prozesse und Mittel, Produkte und Dienstleistungen, welche

    • genau festgelegte Erfordernisse, Anwendungsbedingungen und Zwecke erfüllen (z.B. Futter für Flüssigfütterungsanlagen)
    • Erwartungen der Kunden erfüllen (z.B. im Futter Arzneimittelvormischungen einbringen)
    • Einschlägige Normen und Spezifikationen erfüllen (z.B. Mindestgehalte an Inhaltsstoffen, Grenzwerte für unerwünschte Stoffe und Produkte)
    • Gesetzliche (oder andere) Forderungen der Gesellschaft (z.B. frei von Antibiotika)
    • verfügbar sind, und zwar zu einem konkurrenzfähigen Preis
    • zu Kosten realisiert werden, die einen Gewinn ermöglichen.

  • Anforderungen an Lieferanten

    In den vergangenen Jahren haben sich in der EU einige Probleme mit Dioxin und kontaminierten Futtermitteln ergeben, hinzu kam die BSE-Problematik. Man erkannte, dass es nicht ausreichend war, die Hersteller von Futtermittel zu zertifizieren, sondern die gesamte Herstellungskette sollte mit einbezogen werden. Das GMP-Regelwerk wurde um das HACCP-System (Hazard Analysis and Critical Control Points) erweitert. Alle Lieferanten für Produkte und Dienstleistungen incl. Transport wurden in das bestehende System mit eingebunden und müssen sich nach dem für Einzelfuttermittellieferanten festgelegten QC-Standard (QC=Quality Control) zertifizieren lassen. GMP+ ist eine systematische Methode zur Analyse des gesamten Beschaffungs-, Produktions- und Transportprozesses.

    Die AGRAVIS Raiffeisen AG als GMP+ anerkannter Mischfutterhersteller ist somit auch verpflichtet, nur noch von anerkannten Lieferanten Futtermittel, Getreide und Körnerleguminosen zu kaufen. In den vergangenen Jahren ist der Einsatz von Getreide in Mischfutter permanent gestiegen. Erhebliche Getreidemengen erhält die AGRAVIS Raiffeisen AG von ihren Mitgliedsgenossenschaften. Deshalb werden diese in das Qualitätsmanagement der AGRAVIS AG eingebunden und können so ihren Beitrag für die Futter- und Nahrungssicherheit leisten. Die Qualität von Mischfutter wird durch die Güte jeder einzelnen Rohware bestimmt und beginnt demnach beim Einkauf. Alle unsere Lieferanten haben sich zur Einhaltung der von der AGRAVIS AG gesetzten Qualitätsanforderungen verpflichtet. Mit einer Vielzahl von Partnern pflegen wir schon seit langen Jahren ein verlässliches Vertrauensverhältnis. Neue Lieferanten und Rohprodukte wählen wir für unseren Pool nach einem vorgegebenen System aus. Diese werden einer Vor-Ort-Prüfung (Audit) unterzogen. Beurteilte Kriterien der Lieferanten sind:

    • Produktionsprozesse
    • Einkaufsverfahren (Lieferanten- und Produktauswahl)
    • Service
    • Logistik (Transport)

  • Was bedeutet GMP, HACCP und DIN ISO?

    Was ist GMP+?
    Das GMP-Regelwerk (Good Manufacturing/Managing Practice) ist eine branchenspezifische Normensammlung. Das niederländische GMP-Regelwerk für den Tierfutterbereich ist eine ebenfalls freiwillige Regelung für Unternehmen der Futtermittelindustrie. Es beschreibt die Qualitätsmanagement-Elemente auf Basis der DIN ISO-Norm, ergänzt um ganz spezifische Forderungen aus den Anspruchsfeldern.

    • Hygiene (Beherrschung des Hygieneregimes in der Produktion, während Lagerung und Transport)
    • Verschleppung von unerwünschten und verbotenen Stoffen und Produkten
    • Ordnungsgemäße Handhabung von Zusatzstoffen und Tierarzneimitteln
    • Einhaltung der Grenzwerte für unerwünschte Stoffe und Produkte.

    Was ist HACCP?
    In den vergangenen Jahren haben sich in der EU einige Probleme mit Dioxin und kontaminierten Futtermitteln ergeben, hinzu kam die BSE-Problematik. Man erkannte, dass es nicht ausreichend war, die Hersteller von Futtermittel zu zertifizieren, sondern die gesamte Herstellungskette sollte mit einbezogen werden. Das GMP-Regelwerk wurde um das HACCP-System (Hazard Analysis and Critical Control Points) erweitert. Alle Lieferanten für Produkte und Dienstleistungen incl. Transport wurden in das bestehende System mit eingebunden und verpflichtet. GMP+ ist eine systematische Methode zur Analyse des gesamten Beschaffungs-, Produktions- und Transportprozesses. Mögliche Gefahren für alle Produktionsschritte und eingesetzten Rohprodukte müssen frühzeitig erkannt, die Risiken bewertet und für alle "kritischen Kontrollpunkte" Maßnahmen und ggf. Korrekturmaßnahmen festgelegt werden.

    HACCP steht für...

    • Hazard Gefahr, Gefährdung für die Gesundheit
    • Analysis Analyse, Untersuchung der Gefährdung
    • Critical Kritisch für die Beherrschung
    • Control Lenkung, Überwachung der Bedingungen
    • Point Punkt, Stelle im Verfahren

    Was ist DIN EN ISO 9001?
    DIN EN ISO 9000ff steht allen Branchen offen, sie ist unabhängig von einer spezifischen Industrie/Branche. Die Unternehmen lassen sich freiwillig zertifizieren. Das bedeutet, sie müssen die Ausrichtung ihrer Verfahren, Produktionsprozesse und Produkte unter Berücksichtigung der Kundenwünsche, Gesetze und sonstiger Forderungen eigenverantwortlich festlegen.

    • DIN Deutsches Institut für Normung
    • EN Europäische Norm
    • ISO Internationale Organisation für Normung
    • 9001 Modell zur Qualitätssicherung / QM-Darlegung