Zukunft Füttern

Die Herausforderungen in der modernen Schweineproduktion sind groß. Um diese anzugehen, setzt die AGRAVIS Raiffeisen AG neue Maßstäbe mit ihrem innovativen Konzept „Zukunft Füttern“. „Zukunft Füttern“ beinhaltet die vier Kernthemen: NährstoffExakt, EnergieEffizient, GesundheitsPlus und ErtragReich. Vier AGRAVIS-Fütterungsexperten erläutern, wie die Fütterung auf den Punkt gebracht wird.

In den nächsten Wochen finden Sie hier die Videos der vier Fütterungsexperten.

Bernhard Walgern erklärt "ErtragReich"


Dr. Svenja Sudeick erklärt "GesundheitsPlus"


Alexandra Grimm erläutert "EnergieEffizient"


Dr. Peter Rösmann erläutert "NährstoffExakt"


Schweinefütterung auf den Punkt

Weitere Informationen gibt es bei Alexandra Grimm, Telefon 0251 . 682-2286, alexandra.grimm@agravis.de oder bei den AGRAVIS-Produktionsberatern:
Ansprechpartner Mischfutter Ansprechpartner Mischfutter
Ansprechpartner Spezialprodukte Ansprechpartner Spezialprodukte


Dr. Peter Rösmann: NährstoffExakt

NährtstoffExakt Unter dem Begriff NährstoffExakt verstehen wir folgende Aspekte: Zunächst einmal ist die Optimierung auf neun praecaecal verdauliche Aminosäuren zu nennen. Dadurch werden beispielsweise Eiweißfuttermittel wie Sojaextraktionsschrot oder Rapsextraktionsschrot in den Rationen eingespart. Durch diese Einsparung kommt es zu einer gezielten Absenkung des Rohproteingehaltes in den Gesamtrationen. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass man bei einer einprozentigen Rohproteineinsparung in der Ration mit einer zehnprozentigen Einsparung an Stickstoffausscheidung bei dem Schwein zu rechnen hat. Eine gezielte Phospor-Absenkung in den Rationen wird durch innovative Phytase-Konzepte und die Berücksichtigung des tatsächlichen Bedarfs des Tieres an verdaulichem Phosphor ermöglicht. Das führt auf Betriebsebene dazu, dass ein Landwirt entweder weniger Pachtfläche benötigt, mehr Tiere auf gleicher Flächenausstattung halten kann oder weniger Gülle exportieren muss.

Alexandra Grimm: EnergieEffizient

EnergieEffizient Eine Futterration setzt sich aus Energie, Protein und Mikronährstoffen zusammen. Weit über 60 Prozent der Kosten entfallen auf den Energieanteil im Futter. Es ist aus ökonomischen Gründen also sehr wichtig, den Energiebeitrag der einzelnen Futterkomponenten genau zu kennen. Um die tatsächlich vom Schwein nutzbare Energie zu bestimmen, bildet man den Saldo aus aufgenommener Bruttoenergie und zieht die Energie ab, die den Körper wieder in Form von Ausscheidungen verlässt. Unter Beachtung der Energieverluste durch Kot und Harn erhält man die „umsetzbare Energie“, das in Deutschland aktuelle Energiebewertungssystem. Allerdings wird hierbei noch nicht beachtet, dass dem Körper auch Energie in Form von Wärme verloren geht. Im „Zukunft Füttern“-Konzept wird dieser Verlust berücksichtigt und erhält die tatsächlich nutzbare Energie, die sogenannte „Nettoenergie“. EnergieEffizient steht also für das Netto-Energiebewertungssystem, eine exaktere und somit ökonomischere Energiebewertung.

Dr. Svenja Sudeick: GesundheitsPlus

GesundheitsPlus Fütterung und Tiergesundheit sind eng miteinander verknüpft. So erkranken Tiere, die einem Nährstoff- oder Energiemangel ausgesetzt sind, schneller als andere. Ein gesunder Darm ist die Basis, denn über 60 Prozent des Immunsystems befinden sich im Darm. Rohfaserträger und eine gute Struktur des Futters fördern die Darmgesundheit. Sie erhalten die Darmmotorik, gewährleisten die Passagerate und verringern die Gefahr von Darmträgheit oder Verstopfungen. Eine Anflutung von überschüssigen Nährstoffen wird mit Hilfe einer nährstoffexakten Fütterung vermieden. Der Stoffwechsel wird entlastet und die Vitalität der Tiere gesteigert. Durch die verringerte Stickstoff-Ausscheidung reduziert sich der Ammoniak-Gehalt in der Stallluft. Die Belastung der Atemwege von Tier und Mensch (Landwirt) lässt nach. „GesundheitsPlus“ steht im „Zukunft Füttern“-Konzept also für eine stabile Darmgesundheit, ein starkes Immunsystem, die Entlastung des Stoffwechsels und gesunde Atemwege.

Bernhard Walgern: ErtragReich

ErtragReich Das „Zukunft Füttern“-Konzept ist unter mehreren Aspekten ErtragReich: Es überzeugt durch weniger Futterkosten, denn wir füttern auf den Punkt ohne Luxuskonsum. Allein der Einsatz eines reinen Endmastfutters mit reduzierten Eiweißgehalten kann schon bis zu 1 Euro an Futterkosten pro Mastschwein sparen. Durch die Konzeption auf Basis Idealprotein muss weniger überschüssiges Rohprotein abgebaut werden, wodurch der Stoffwechsel entlastet wird. Das führt zu spürbar besserer Stallluft und verbessert die Atemwegsgesundheit. „Zukunft Füttern“ führt über eine bessere Ballaststoffaustattung zu stabilerer Darmgesundheit der Tiere. Die Gesundheitskosten können in vielen Fällen reduziert werden. Der wichtigste finanzielle Vorteil entsteht durch den geringeren Nährstoffanfall. Der Flächenbedarf für die Gülleausbringung oder die Kosten für die Gülleabgabe können zum Teil erheblich reduziert werden.


Zukunft Füttern - Mit den OlymPig-, Fisopan- und VitaMiral-Konzepten

Unsere neuen Futterkonzepte unterscheiden sich in vielen Punkten von dem, was wir bisher getan haben. Damit tragen wir verantwortungsvoll und nachhaltig zur Stärkung und zum Erhalt der landwirtschaftlichen Betriebe und des Standortes Deutschland bei.

NährstoffExakt EnergieEffizientGesundheitsPlus ErtragReich
bedeutet…

  • exakte Versorgung
  • weniger Nährstoffanfall
  • weniger Flächenbedarf
  • weniger Gülleabgabe
bedeutet…

  • Wechsel zum NettoEnergiebewertungssystem
  • exaktere Bewertung der Rohwaren
  • Trennung nach Leistungsrichtung Mast und Sau
  • effizienter Einsatz der Futterkomponenten
bedeutet…

  • stabile Darmgesundheit
  • starkes Immunsystem
  • Stoffwechselentlastung
  • gesunde Atemwege
bedeutet…

  • weniger Futterkosten
  • weniger Gesundheitskosten
  • weniger Flächenkosten
  • weniger Güllekosten

Das Konzept "Zukunft Füttern"


Zukunft Füttern – Mit den Olympig-, Fisopan- und Vitamiral-Konzepten:

Mastschweine exakter versorgen

Mit Futterkonzepten die Nährstoffbilanz entlasten

Im Sommer 2015 hat die AGRAVIS Raiffeisen AG die OlymPig-Schweinemastfutter neu konzipiert. Die neuen Mastfutter entsprechen jetzt alle den Kriterien der stark N- und P-reduzierten Fütterung. Ziel ist es, die Schweine möglichst „auf den Punkt“ zu versorgen, denn Luxuskonsum führt zu unnötigen Ausscheidungen und damit zu mehr Gülleanfall. Die Nährstoffbilanz wird mit dem erarbeiteten Fütterungskonzept nachhaltig entlastet und somit ein großer Beitrag zur Zukunftssicherung der Schweinemast geleistet. Bernhard Walgern, Produktmanager Schwein Produktmanager Schwein bei der AGRAVIS, erklärt die Hintergründe und Details der neuen Futterkonzeption.

Was war Anlass für die Neukonzeption?

Die neue Düngeverordnung steht bevor und damit wird die Gülledüngung weiter eingeschränkt werden. Statt bisher 20 Kilogramm Phosphor (P2O5)-Überhang je Hektar sollen in Zukunft nur 10 Kilogramm erlaubt sein. Auch die anrechenbaren N-Verluste werden vermutlich von 30 Prozent auf 20 Prozent reduziert. Zudem ist geplant, den Stickstoff aus Biogas-Gärresten mit zu berücksichtigen. All das führt zu einem höheren Flächenbedarf. Wir möchten unser Knowhow zur Reduktion der Nährstoffausscheidungen über unsere Futterkonzepte an die Schweinehalter weitergeben.

Welche Veränderungen gibt es bei den Futtern?

Für eine exakte Versorgung ohne Luxuskonsum sind die Futter auf Basis verdaulicher Nährstoffe konzipiert. Wir kombinieren zum einen „Idealprotein“ mit der Energiebewertung nach Nettoenergie. Zum anderen berechnen wir die Futter auf Basis verdaulichen Phosphors. Der Stoffwechsel der Tiere wird entlastet und die N- und P-Ausscheidungen werden weiter reduziert. Alle Neuerungen haben keinen Einfluss auf die Leistung der Tiere – im Gegenteil. Sie gehen mit einer höheren Tiergesundheit einher. Und gesunde Tiere sind leistungsfähige Tiere.

Was verstehen Sie unter Idealprotein?

Um die Mast- und Schlachtleistungen sicherzustellen, werden jetzt 9 praecaecal verdauliche (pcv) Aminosäuren berücksichtigt. Dadurch sind auch bei geringerem Rohproteingehalt im Futter alle Aminosäuren ausreichend als Baustein für die Fleischbildung enthalten. Außerdem führt die Reduktion von Rohprotein im Futter zu einem geringeren Wärmeverlust im Stoffwechsel. Dem Tier steht damit mehr Energie für den Zuwachs zur Verfügung. Damit dieses Plus an Energie nicht als Fett angesetzt wird, bewerten wir die Futter jetzt auf Basis der Nettoenergie.

Was ist der Unterschied zwischen umsetzbarer Energie (ME) und Nettoenergie (NE)?

Beim Nettoenergie-System wird gegenüber der bisherigen Bewertung nach umsetzbarer Energie der Wärmeverlust im Stoffwechsel zusätzlich zum Energieverlust aus Kot, Harn und Methan berücksichtigt. Je geringer der Rohproteingehalt im Futter ist, desto geringer ist auch der Wärmeverlust. Das Nettoenergie-System ermöglicht insbesondere bei stark rohproteinreduzierten Futtern eine exaktere Energieversorgung der Schweine.

Wodurch ist eine weitere Reduktion der Phosphorgehalte möglich?

Der Phosphorbedarf beim Schwein ist auf Basis des verdaulichen Phosphors festgelegt. Eine höhere Zugabe des Enzyms Phytase verbessert die Verdaulichkeit des in den pflanzlichen Rohstoffen enthaltenen Phosphors. Damit besteht die Möglichkeit, bei gleich bleibendem Gehalt an verdaulichem Phosphor den Anteil Gesamtphosphor im Futter zu senken.

Auf einen Blick: Die Vorteile des neuen Konzepts

Je 1 Prozent eingespartem Rohprotein:

  • circa 10 Prozent geringere N-Ausscheidung
  • circa 3 Prozent geringere Wasseraufnahme
  • circa 5 Prozent weniger Gülle

Je 0,05 Prozent geringerem Phosphorgehalt:

  • circa 17 Prozent geringere P-Ausscheidung

Zukunft Füttern für hofeigene Mischungen

Neues Mineralfutterkonzept bietet Schweinehaltern innovative Lösungen

Die künftigen Herausforderungen in der modernen Schweineproduktion sind sehr vielschichtig. Die Novellierung der Düngeverordnung, der Anstieg der Pachtpreise für Ackerland, die Volatilität der Agrarmärkte, das Antibiotika-Monitoring oder auch die grundsätzliche Forderung nach einer nachhaltigeren Schweineproduktion – all diese Punkte sind Grund genug, Landwirten Lösungen anzubieten, mit denen sie wirtschaftlich und erfolgreich in der Schweineproduktion bestehen können. Nachdem die AGRAVIS Raiffeisen AG in den vergangenen Monaten ihre Olympig Olympig Allein- und Fisopan Fisopan-Ergänzungsfuttermittel neu ausgerichtet und erfolgreich im Markt etabliert hat, wurden jetzt auch die Mineralfutter von VitaMiral in allen Segmenten der Schweinefütterung Schweinefütterung entsprechend neu aufgestellt. Durch die daraus resultierenden Neuausrichtungen der hofeigenen Futtermischungen ergeben sich sowohl für das Tier als auch für den Landwirt diverse Vorteile.

Bedarfsgerechte Versorgung des Schweins

Durch die bedarfsgerechte Ausstattung der Mineralfutter mit freien Aminosäuren ergibt sich die Möglichkeit, Eiweißkomponenten wie Soja- oder Rapsextraktionsschrot in der Fütterung einzusparen. Diese gezielte Reduktion der Eiweißträger wird unter anderem durch die Berücksichtigung von acht verdaulichen Aminosäuren bei der Rationsberechnung ermöglicht. Gleichzeitig kann der Anteil hofeigenen Getreides in den Rationen entsprechend maximiert werden. Durch diese Reformulierungen ergibt sich mehr Nettoenergie im Futter. Beim Tier führt die nährstoffoptimierte Fütterung gleichzeitig zu einer spürbaren Entlastung des Stoffwechsels, weil eine Proteinüberversorgung der Tiere (Luxuskonsum) vermieden und so die energieaufwendigen Ausscheidungen von Proteinstickstoff über Kot und Harn minimiert werden.

Durch die bedarfsgerechte Aminosäureversorgung des Schweins ergeben sich weitere Vorteile, die zusammengefasst von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) folgendermaßen beschrieben werden:

  • bis zu 30 Prozent weniger Stickstoffaustrag aus der Schweinehaltung in die Umwelt,
  • verbessertes Stallklima,
  • bis zu 10 Prozent Futterkostenersparnis bei geringerem Futteraufwand durch Einsparung an Eiweißfuttermitteln,
  • bis zu 10 Prozent weniger Güllemenge,
  • Stabilisierung der Tiergesundheit.

Der effiziente Phytasegehalt in den Mineralfuttern optimiert die Verdauung des phytingebundenen Phosphors aus pflanzlichen Futtermitteln und ermöglicht es so, mineralische Phosphorquellen wie Monocalciumphosphat in den Rezepturen einzusparen. Daraus resultierend können die DLG-Vorgaben zur stark N- und P-reduzierten Fütterung problemlos eingehalten werden. Das Einhalten wird innerhalb der betriebsspezifischen Nährstoffbilanzierung auf den Höfen nach der Novellierung der Düngeverordnung zunehmend an Bedeutung gewinnen.


Optimale Ballaststoffversorgung mit VitaMiral Fasercell

Zur optimalen Ballaststoffversorgung der Tiere führt das VitaMiral-Konzept das Produkt VitaMiral Fasercell VitaMiral Fasercell im Sortiment. Dieses besteht unter anderem aus Obsttrester und Melasseschnitzeln und ermöglicht aufgrund des sehr hohen produktspezifischen Rohfaser gehaltes von 42 Prozent ebenfalls den Einsatz hoher Anteile wirtschaftseigener Getreidekomponenten in der Sauenfütterung.

Sensor-Mineralfutter

Hinsichtlich ihrer Einsatzraten sind die neu ausgerichteten Mineralfuttersorten sowohl als drei- als auch als fünfprozentige Sensor-Mineralfutter erhältlich. Als Vorteil der Sensor-Mineralfutter ist die höhere Dosiergenauigkeit im Kleinmengenbereich zu nennen, wie es zum Beispiel bei einer Ferkel-Sensorfütterung der Fall ist. Ebenso bieten sich diese Sorten aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe besonders für solche Rationen an, die einen hohen Anteil wirtschaftseigenen Schwergetreides enthalten.

Weitere Informationen gibt es bei Alexandra Grimm, Telefon 0251 . 682-2286, alexandra.grimm@agravis.de oder bei den AGRAVIS-Produktionsberatern:
Ansprechpartner Mischfutter Ansprechpartner Mischfutter
Ansprechpartner Spezialprodukte Ansprechpartner Spezialprodukte