Tipps von AGRAVIS für das Hygienemanagement

Den Betrieb schadnagerfrei halten

Die AGRAVIS Raiffeisen AG auf der EuroTier 2016: Tipps von AGRAVIS für das Hygienemanagement


Viele pathogene Krankheitserreger wie etwa Salmonellen oder der Schweinepestvirus sind durch Ratten und Mäuse auf Menschen und Nutztiere übertragbar. Daher sind Schadnager nicht nur als Material- und Vorratsschädlinge zu sehen. Sie haben eine wesentliche hygienische Bedeutung in der modernen Tier- und Lebensmittelproduktion. Im Rahmen steigender Hygieneanforderungen an Lebensmittel ist neben dem allgemeinen Hygienemanagement Hygienemanagement auf landwirtschaftlichen Betrieben eine nachweisbare Schadnagerbekämpfung inzwischen Pflicht.

Keine Köderscheu zu erwarten

Dazu werden in den verschiedenen Köderformulierungen hauptsächlich Blutgerinnungshemmer (Antikoagulantien) verwendet. Diese wirken aufgrund der hohen inneren Blutverluste tödlich. Ein großer Vorteil ist die verzögerte Wirkung von rund drei bis fünf Tagen nach der Aufnahme. Eine Köderscheu ist nicht zu erwarten, da die Köder nicht mit der allgemeinen Körperschwächung in Verbindung gebracht werden. Als Formulierungen kommen im landwirtschaftlichen Bereich hauptsächlich Pasten wie Desintec Desintec RodEx Pastenköder und Haferflockenköder wie Desintec BrodEx Haferflockenköder zum Einsatz.

Zugriffsgeschützt auslegen!

Um direkte Primärvergiftungen oder indirekte Sekundärvergiftungen bei Nicht-Zielorganismen wie Wildtieren zu verhindern, dürfen Rodentizide mit Blutgerinnungshemmern nur zugriffsgeschützt in Köderboxen ausgelegt werden. Sollten die Anwendungsbestimmungen zugelassener Produkte nicht eingehalten werden, so handelt es sich nach dem Chemikaliengesetz in Verbindung mit der Gefahrstoffverordnung um eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Zwei Wirkstoffgruppen

Die Wirkstoffe der Blutgerinnungshemmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe bilden die Multiple- Dose-Wirkstoffe der ersten Generation. Dazu gehören unter anderem Warfarin, Coumatetralyl und Chlorphacinon. Diese Wirkstoffe müssen über mehrere Tage aufgenommen werden, um tödlich zu wirken. Die zweite Gruppe sind die Single-Dose-Wirkstoffe der zweiten Generation wie Bromadiolone, Difenacoum, Flocoumafen, Brodifacoum und Difethialone. Eine einmalige Aufnahme reicht für eine tödliche Wirkung aus.

Sachkundenachweis

Biozid-Produkte mit Wirkstoffen der zweiten Generation dürfen in der Land- und Forstwirtschaft nur mit einem entsprechenden Berufsabschluss oder einem Sachkundenachweis angewendet werden. Ausgebildete Land- und Forstwirte, Winzer und Gärtner gelten als Verwender aus beruflichen Gründen mit Sachkunde und dürfen die entsprechenden Produkte zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen einsetzen. Resistenzen sind bei den Multiple-Dose-Wirkstoffen, Bromadiolone und Difenacoum bekannt. Generell treten Probleme mit Resistenzen aber sehr selten auf.

Richtige Anwendung entscheidend

Ist die Schadnagerbekämpfung nicht effektiv, so handelt es sich in der Regel um Anwendungsfehler. So werden vorbeugende Maßnahmen wie das Aufräumen des Hofgeländes oftmals nicht ernst genommen. Oder esbestehen nur unzureichende Kenntnisse über das Verhalten von Mäusen und Ratten. So sind Mäuse sehr neugierig, Ratten dagegen sehr köderscheu. Hinzu kommt, dass mitunter zu wenige und unattraktive Köderboxen aufgestellt, die falschen Orte für die Boxen oder falsche Köderformulierungen gewählt werden. Weiter kommt hinzu, dass gerade bei der Rattenbekämpfung meist zu wenig Köder bereitgestellt werden.

AGRAVIS-Kooperationspartner

Als Grundlage für eine erfolgreiche Bekämpfung sollte eine Inspektion des landwirtschaftlichen Betriebes zusammen mit einem Experten erfolgen. Der landwirtschaftliche Betriebsleiter kann danach entscheiden, ob er die Bekämpfung bei Befall selber durchführen oder an einen professionellen Schädlingsbekämpfer wie etwa dem AGRAVIS-Kooperationspartner Tap abgeben will.

Ein ausgebildeter Schädlingsbekämpfer wird nach einer Inspektion einen Bekämpfungsplan mit dazugehörigem Lageplan und Dokumentationsordner fertigstellen. Darin werden die Köderstellen eingetragen, sodass sie jederzeit leicht zu finden sind. Diese dienen gleichzeitig als Nachweis für alle Qualitätssicherungssysteme. Das Aufstellen der Köderboxen beiBefall an den Gebäuden ist sehr wichtig, da die Schadnager schon draußen abgefangen werden sollten.

Bei Fragen zur Anwendung oder nach einem Besichtigungstermin durch einen Profi -Schädlingsbekämpfer hilft der Desintec-Experte der AGRAVIS Raiffeisen AG, Dieter Jürgens, Tel. 0251 . 682-1144, weiter. Zusätzliche Informationen gibt es unter www.desintec.de www.desintec.de .

AGRAVIS auf der EuroTier 2016


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