Fütterungsstrategien für Eigenmischungen

Was bei stark N- und P-reduzierter Fütterung zu beachten ist

Die AGRAVIS Raiffeisen AG auf der EuroTier 2016: Was bei stark N- und P-reduzierter Fütterung zu beachten ist


Durch die Anwendung stark N- und P-reduzierter Fütterungskonzepte lässt sich insbesondere in der Schweinemast der Flächenbedarf bzw. die Gülleabgabe deutlich reduzieren. Diese basiert auf einer vierphasigen Fütterung. Für viele selbstmischende Schweinemäster stellt sich die Frage: Wie ist dieses Fütterungskonzept in Eigenmischungen für die Mast umsetzbar?

Die AGRAVIS Raiffeisen AG hat aus diesem Grund das Fisopan-Ergänzungsfutter-Programm Fisopan-Ergänzungsfutter-Programm überarbeitet. „Der wichtigste Aspekt ist und bleibt dabei die Leistung und Gesundheit der Tiere“, erklärt Bernhard Walgern, Produktmanager der AGRAVIS Raiffeisen AG. Dafür seien einige wichtige Punkte zu beachten. „Zum einen ist eine ausreichende Versorgung mit praecaecal-verdaulichen Aminosäuren und verdaulichem Phosphor sicherzustellen, zum anderen müssen die eingesetzten Eigenmischungen den Maximalgehalten an Rohprotein und Phosphor entsprechen“, so der Experte.

Getreide und Ergänzungsfutter entscheidend

Für die exakte Rationsgestaltung ist neben dem richtigen Ergänzungsfutter auch das hofeigene Getreide von entscheidender Bedeutung. Denn die Rohproteingehalte schwanken beispielsweise beim Weizen laut LUFA Nordrhein-Westfalen zwischen 7,4 und 14,5 Prozent (Mittel 10,3 Prozent). Beim Einsatz von 75 Prozent hofeigenem Getreide und einer Futterberechnung nach Mittelwert bewirkt eine Abweichung in Höhe von 3 Prozent vom Durchschnitt mehr als 2 Prozent geringere oder höhere Gehalte an Rohprotein im Trog, als auf der Futterberechnung ausgewiesen ist. Das kann eine nicht leistungsgerechte Versorgung der Tiere oder zu hohe Rohproteingehalte für die stark N- und P-reduzierte Fütterung zur Folge haben.

Fisopan-Programm bietet exakt abgestimmte Sorten

„Darum ist die Analyse des hofeigenen Getreides Grundvoraussetzung, vor allem für eine stark N- und P-reduzierte Fütterung“, erläutert der AGRAVIS-Produktmanager. Die hofeigene Mischung müsse passgenau auf die betrieblichen Voraussetzungen abgestimmt sein. „Klar ist, mit nur einem Ergänzungsfutter bzw. Mineralfutter ist das nicht machbar. Dabei wären entweder die Nährstoffgehalte im Vormastfutter zu niedrig oder im Endmastfutter zu hoch“, sagt Walgern. Das neue Fisopan-Programm bietet exakt auf den jeweiligen Mastabschnitt abgestimmte Sorten für die verschiedenen Phasen. „Bei nicht ausreichend vorhandener Silokapazität kann die Sortenanzahl durch einen kombinierten Einsatz auf bis zu zwei Sorten reduziert werden“, erklärt der Experte.

"Ideales Protein"

Grundlage für das neue Fisopan-Konzept ist die Einstellung des „idealen Proteins“ in den verschiedenen Mastabschnitten unter Berücksichtigung der wichtigsten neun verdaulichen Aminosäuren. „Die AGRAVIS-Berater können die Mischungsberechnung auch auf Basis der Nettoenergie durchführen. Dadurch ist insbesondere bei stark rohproteinreduzierten Rationen eine exaktere Energieversorgung möglich. Ganz nebenbei ist damit die Rohfaserversorgung einfacher sicherzustellen“, verdeutlicht Walgern. Für eine ausreichende mineralische Versorgung der Tiere ist die Bewertung nach verdaulichem Phosphor das Mittel der Wahl. Durch die entsprechende Zugabe des Enzyms Phytase wird die Verdaulichkeit des in den pflanzlichen Rohstoffen enthaltenen Phosphors verbessert. Der Gehalt an mineralischem Phosphor und Gesamtphosphor kann damit reduziert werden.

Calcium-Phosphor-Verhältnis muss passen

Wichtig ist hier, das richtige Calcium-Phosphor-Verhältnis zu beachten. Weiterhin verändert sich mit Absenkung der Rohproteingehalte in der Regel auch die Elektrolytbilanz im Futter. Diese ist jedoch wichtig für eine ausreichende Knochenmineralisation. „In den Fisopan-Ergänzungsfuttern ist die notwendige Elektrolytbilanz in entsprechender Höhe eingestellt“, betont Walgern. Die einzelbetriebliche Berechnung der hofeigenen Mischungen sowie die Ermittlung des Flächenbedarfs für die Gülle bei verschiedenen Fütterungskonzepten durch die AGRAVIS-Produktionsberaterist ein wichtiger Service zur erfolgreichen Umsetzung der stark N- und P-reduzierten Fütterung.

Neben speziellen Fisopan-Ergänzungsfuttern bietet die AGRAVIS auch entsprechende VitaMiral-Mineralfutter VitaMiral-Mineralfutter für Eigenmischungen an, die eine stark N- und P-reduzierte Schweinefütterung ermöglichen. Das überarbeitete Fisopan-Konzept für die stark N- und P-reduzierte Schweinemast ist seit Mitte Mai 2016 erhältlich.

Weitere Informationen zu den neuen Fisopan-Konzepten sowie zur stark N- und P-reduzierten Fütterung gibt es bei den AGRAVIS-Produktionsberatern und bei Produktmanager Bernhard Walgern, Tel. 0251 . 682-2283, bernhard.walgern@agravis.de.

Infos kompakt

AGRAVIS Raiffeisen AG auf der Eurotier 2016

Außendienstlerin Futtermittelspezialprodukte


Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futterwirtschaft


Außendienstmitarbeiter Geflügel