Auslöser für Atemwegsinfektionen ausschalten

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Gesundheit im Kälberstall

Die AGRAVIS Raiffeisen AG auf der EuroTier 2016: Verschiedene Faktoren beeinflussen die Gesundheit im Kälberstall
Wenn Kälber schwitzen, ist die Gefahr einer Erkältung hoch. Diese Kälber müssen auch im Winter auf dem Rücken geschoren werden.


Eine ausgeprägte Infektion von Kälbern Kälbern in den ersten Lebensmonaten geht zulasten der künftigen biologischen Leistungen im Kuh- oder Bullenstall, wenn diese Krankheit nicht konsequent und erfolgreich therapiert wird. Eine Infektion der Atemwege muss immer als Faktorenerkrankung betrachtet werden.
Im Folgenden werden Faktoren beschrieben, die an der Entstehung einer Atemwegsinfektion beteiligt sein können. 100 Prozent Versorgung – so lautet die Empfehlung bei der Biestmilchversorgung. Dies entspricht 4 Liter Biestmilch in den ersten zwei Lebensstunden. Die Nichteinhaltung dieser Empfehlung kann einen indirekten Einfl uss auf die Entstehung einer Atemwegsinfektion haben.

Ausreichende Versorgung wichtig

Eine unzureichende Versorgung des Kalbes nach der Geburt führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Durchfallerkrankung innerhalb der ersten zwei Lebenswochen. Dieser Durchfall wiederum verzögert die Ausbildung einer stabilen Immunität des Kalbes. Durchfallerreger gelangen als Fäkalinfektion oral in den Körper. Die meisten Erreger einer Atemwegsinfektion werden als Tröpfcheninfektion über die Atemluft aufgenommen.

Es ist wichtig, die Kälber in einer hygienisch möglichst optimalen Umgebung aufzuziehen. Eine systematische und regelmäßige Reinigung und Desinfektion Reinigung und Desinfektion (Desintec StallClean Basis und Desintec Fl-des Allround) der Kälberställe hilft, den Krankheitsdruck nachhaltig zu senken.

Hoher Energiebedarf

Infektionsabwehr, Zuwachs (TZ) und Erhaltung kosten Energie. 6 Liter Milch pro Tag decken den Bedarf eines 50 Kilogramm schweren Kalbes bei einer Außentemperatur von 5 Grad Celsius für nur 400 Gramm TZ bei einem geringen Infektionsdruck. Bei einem hohen Infektionsdruck beansprucht die Immunabwehr etwa ein Drittel des Erhaltungsbedarfs – und das sind 1,5 Liter Milch. Bei einer extensiven Energieversorgung kann das Kalb also entweder wachsen oder sich gegen bakterielle und virale Infektionen wehren, beides gleichzeitig geht nicht. Die Entwicklung einer infektiösen Atemwegsinfektion ist wahrscheinlich.

Bei der Haltung sollten folgende Faktoren beachtet werden:

  • Kälberställe großzügig einstreuen: Amerikanische Forscher fanden heraus, dass die Intensität der Stroheinstreu einen direkten Einfl uss auf die Entstehung einer Atemwegsinfektion hat.
  • Je enger die Kälber gehalten werden, desto größer ist die Gefahr einer Atemwegsinfektion. Ein Platzangebot von weniger als 2 Quadratmetern setzt die Kälber unter Stress, anzustreben sind mehr als 3 Quadratmeter.
  • Wenn Kälber schwitzen, ist die Gefahr einer Erkältung (virale Infektion) hoch. Diese Kälber müssen auch im Winter auf dem Rücken geschoren werden.
  • Pro Kalb sollte ein Luftraum von mindestens 12 Kubikmeter, besser 15 Kubikmeter zur Verfügung stehen. Ein ständiger Luftaustausch ist zu gewährleisten, entweder durch eine Unterdruck- oder eine Überdrucklüftung. Zugluft ist im Liegebereich unbedingt zu vermeiden. Im Fressbereich und auf dem Futtergang können höhere Windgeschwindigkeiten toleriert werden.
  • Bei Windstille findet in einem Offenfrontstall kaum ein Luftaustausch statt. Die Luftqualität im hinteren Liegebereich wird radikal schlechter, wenn dieser Bereich auch noch tiefer angelegt ist als der Futtertisch.
  • Das häufige Ausmisten verbessert die Luftqualität im Liegebereich und zählt damit zu den effektivsten Vorbeugemaßnahmen.

Während sich bei der Behandlung von Durchfällen mit der Antibiotikagabe her zurückgehalten wird, ist diese zu Beginn einer Atemwegsinfektion dringend anzuraten und muss in Absprache mit dem Hoftierarzt konsequent über mehrere Tage erfolgen. Je nach Schwere der Infektion ist eine parallele Behandlung mit schleimlösenden Mitteln und Entzündungshemmern notwendig, um die Erkrankung restlos zu kurieren. Die Therapie einer Atemwegsinfektion mit Fieber, Kurzatmigkeit und eitrigem Nasenausfluss dauert mindestens eine Woche. Ist zudem das Allgemeinbefinden des Tieres gestört, begleitet von Saufunlust, erhöht sich die Behandlungsdauer schnell auf zwei Wochen.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es bei Klaus Bürsken, AGRAVIS-Produktmanager Kälber, Tel. 0172 . 5306363, klaus.buersken@agravis.de oder unter www.combimilk.de www.combimilk.de .

Infos kompakt

AGRAVIS Raiffeisen AG auf der Eurotier 2016

Außendienstlerin Futtermittelspezialprodukte


Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futterwirtschaft


Außendienstmitarbeiter Geflügel