Interview

AGRAVIS-Experte Ralf Reinersmann zur Verschärfung der Düngeverordnung

Erst die klare Forderung der EU-Kommission, dann als Reaktion darauf die schnellen Vorschläge der Bundesregierung zu einer Nachjustierung der Düngeverordnung: Landwirte müssen sich somit auf weitere Einschnitte bei der Düngung und einen erhöhten bürokratischen Aufwand einstellen.

So soll unter anderem die tatsächliche Düngung schlagspezifisch nachgewiesen werden, und die Stoffstrombilanz soll schon 2021 und damit zwei Jahre früher als bisher für alle Betriebe verpflichtend sein. Zu den sich abzeichnenden Änderungen äußert sich Ralf Reinersmann, Düngeexperte der AGRAVIS Raiffeisen AG.

Was raten Sie Landwirten in der jetzigen Situation?
Ralf Reinersmann: Ganz ohne Frage wird die Änderung der Düngeverordnung die Landwirte erheblich treffen. Die Düngung wird nicht nur weiter eingeschränkt, sondern auch die Dokumentationspflichten werden nochmals deutlich erhöht. Die Landwirte tun sicherlich gut daran, sich möglichst umgehend mit den neuen Anforderungen zu befassen und für sich einen effizienten Weg der Umsetzung zu finden. Die AGRAVIS hat hierfür gemeinsam mit ihrem Partner Odas frühzeitig eine kundenorientierte Lösung – die Software Delos – auf den Markt gebracht.

Was leistet Delos?
Reinersmann: Mit dem Tool Delos hat Odas frühzeitig eine Online-Lösung entwickelt, die Ackerbau- und Veredelungsbetrieben in Echtzeit einen Überblick über die Nährstoffbewegungen auf dem Hof bietet. Delos gibt Antworten auf die Herausforderungen der Düngeverordnung und erleichtert auch die Umsetzung der Stoffstrombilanz ganz erheblich. Im Moment ist sie für die viehintensiven Betriebe Pflicht, ab 2021 wahrscheinlich für alle Betriebe. Delos bildet sämtliche Geschäftsbeziehungen des Landwirts zu seiner Genossenschaft bzw. zur AGRAVIS automatisch ab. Das ist gerade vor dem Hintergrund weitergehender Dokumentationspflichten von hohem praktischem Nutzen.
Natürlich werden auch Geschäfte mit anderen Handelspartnern der Landwirte erfasst, allerdings sind diese Daten manuell einzupflegen.
Zudem lässt sich Delos als Kommunikationskanal einsetzen. Aufträge an den Lohnunternehmer können digital verwaltet und vergeben werden. Auf Wunsch kann er mit dem Landwirt die gesamte Pflanzenbauplanung von der Aussaat über die Düngung bis zum Pflanzenschutz abstimmen. Delos gibt es als Stand-alone-Lösung, zudem wird es in Kürze in das Portal der Landwirtschaft „myfarmvis“ integriert.

Wie hat sich die Nachfrage nach Delos seit der Markteinführung entwickelt, und muss das Tool für eine Verschärfung der Düngeverordnung angepasst werden?
Reinersmann: Delos hat in relativ kurzer Zeit eine erfreuliche Nachfrage im Markt erfahren. Inzwischen vertreiben bundesweit mehr als 50 Genossenschaften das Tool, mehrere tausend Landwirte nutzen es aktiv. Wenn die Anforderungen wie absehbar steigen, dürfte der Nutzwert von Delos für einen deutlich größeren Kundenkreis relevant werden. Das bestätigt uns darin, dass wir von vornherein auf das richtige Pferd gesetzt haben. Nach dem, was bisher bekannt ist, muss das Tool wegen der neuen Vorschriften nicht extra angepasst werden bzw. nur an der einen oder Stelle modifiziert werden. Aber selbst wenn es der Fall sein sollte, hat das für den Nutzer keine Auswirkungen. Denn im Hintergrund werden laufend Aktualisierungen vorgenommen, sodass Delos immer auf dem neuesten Stand ist.

(Stand: Februar 2019)

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