Maisaussaatplanung mit NetFarming

Ein Erfahrungsbericht: Ertragssicherheit bei Wetterextremen

Im Hitzejahr 2018 macht Landwirt Gunnar Schöndube gute Erfahrungen mit dem NetFarming-Modul. Die AGRAVIS Technik Heide-Altmark GmbH in Stendal übernahm das Drillen auf seinem Betrieb in Sachsen-Anhalt.

Im ersten Jahr mit der Maisaussaatplanung der AGRAVIS Digital GmbH war´s in Stendal in Sachsen-Anhalt viel zu nass. Im zweiten Jahr kam dafür fast gar kein Regen herunter. „Unsere ersten Ernteerfahrungen mit der teilflächenspezifischen Maisaussaat haben ausgerechnet wir in zwei Extrem-Jahren gemacht: 2017 und 2018“, fasst Landwirt Gunnar Schöndube zusammen. Genau diese beiden Extreme zeigen, was das NetFarming-Modul für den Maisanbau zu leisten imstande ist: hervorragende Ernten in guten Jahren, Ertragssicherheit in schlechten.

Bereits erfolgreiche Versuche mit Weizen gemacht

Gunnar Schöndube bewirtschaftet gemeinsam mit einem Mitarbeiter 315 Hektar Marktfrucht und hält eine Mutterkuhherde. Er baut Raps, Rüben, Mais und Getreide an. Der Landwirt ist experimentierfreudig: Mit der Baro Lagerhaus GmbH & Co. KG, einer Konzerngesellschaft der AGRAVIS Raiffeisen AG, hat er schon vor Jahren beim Weizen Versuche mit stabilisierendem Dünger durchgeführt. „Über die Jahre hinweg hat sich gezeigt, dass das ein großer Vorteil ist. Gerade in solch trockenen Jahren wie 2018 können die Pflanzen den Dünger trotz des fehlenden Wassers ziehen, weil er an der Pflanze vorrätig ist“, erklärt Schöndube.

Aussaatkarte der AGRAVIS Digital GmbH
Die Aussaatkarte der AGRAVIS Digtal GmbH zeigt Landwirt Schöndube, wie er seinen Mais optimal aussäen kann.

Schöndube testet die Maisaussaatplanung

Aus diesem Versuch heraus entwickelte sich der nächste: Schöndube wollte den Maisanbau optimieren. „Da kam die AGRAVIS Digital GmbH mit ihrer Maisaussaatplanung ins Spiel.“ Dabei wird die Aussaatstärke für alle Ertragszonen auf dem Feld bestimmt. In die Berechnungen fließen Faktoren wie Wasserversorgung am Standort, Saatguteigenschaften, Klimaparameter, aber auch die Erfahrungswerte des Landwirtes mit ein. Der Landwirt bringt dann erhöhte Aussaatstärken auf die guten Ecken, damit die Pflanzen dort ihr volles Potenzial an Pflanzenmasse umsetzen können und geringere Aussaatstärken an den schwachen Standorten eines Feldes.

Schöndubes Äcker sind durch die Endmoränen-Landschaft hügelig, er hat Feucht-, Sand- und Lehmstellen. Die Bodenpunkte liegen zwischen 35 und 65: „Da ist es sinnvoll, eine solche Aussaatplanung einzusetzen“, findet er. 2017 wurden maximal 95.000 Körner je Hektar mit den Applikationskarten gedrillt und bis 73.000 Körner/Hektar auf den schwachen Ecken, 2018 wurden zwischen 99.700 und 79.400 Körner/Hektar gedrillt.

Maisfeld bringt trotz Dürre gute Erträge
Schöndubes Maisfelder bringen trotz Dürre gute Erträge.

Trotz Dürre erzielt Schöndube den bestmöglichen Ertrag an Mais

Das Jahr 2018, das erste von inzwischen vermutlich drei trockenen Jahren in Folge, erlebte der Landwirt, wie so viele seiner Berufskollegen, als eine echte Herausforderung. „Ich habe ja schon heiße, trockene Sommer erlebt. Aber eine Dürrephase wie die 2018, die von April bis in den Winter hinein anhält, das ist uns noch nie passiert.“ In dieser angespannten Lage hat er, dank der unterschiedlichen, an die Standorte angepassten Saatstärken, den bestmöglichen Ertrag an Mais herausgeholt. „Ich hatte im Schnitt 380 Doppelzentner. Das war 2018 in dieser Region ein Spitzenwert.“ Die Trockensubstanz lag bei 32 Prozent. Im nassen Jahr 2017 brachte es Schöndube auf 640 Doppelzentner Frischmasse. „Generell kalkuliert man hier mit 400 Doppelzentnern. 2017 hatte ich ordentlich etwas übrig, 2018 habe ich fast das Normalmaß erreicht.“ Und das im Dürre-Jahr.

Zum Vergleich: Ein Sprecher des Landesbauernverbandes erklärte im Herbst 2018, dass es bei der Maisernte in Sachsen-Anhalt zu Einbußen von bis zu 50 Prozent gekommen sei.

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