Tipps zum Zwischenfruchtanbau

Ackerbauliche AGRAVIS-Tipps zu erfolgreichen Techniken

Ein erfolgreicher Zwischenfruchtanbau ist von verschiedenen Vorgaben abhängig. Je besser sich ein Bestand entwickeln kann, desto wertvoller ist die Wirkung auf Bodenfruchtbarkeit und Humusbilanz. Hier erfahren Sie mehr über die Vorteile.

Webinar - Zwischenfrüchte für fruchtbare Böden und gute Erträge

Möchten Sie die Gesundheit ihrer Böden verbessern und den Ertrag optimieren, setzen Sie als Landwirtin oder Landwirt auf Zwischenfrüchte. So schonen Sie den Boden, reduzieren Erosionen, optimieren die Nährstoffversorgung und fördern das Bodenleben. Zum Thema stellen unsere Fachleute viele Informationen bereit, wie im jüngsten Webinar, das Sie hier als Aufzeichnung abrufen können.

Über den sinnvollen Einsatz von Zwischenfruchtmischungen informierten Felix Böddeling, Dr. Thomas Steinmann und Matthias Möllenhoff (Pflanzenbau-Vertriebsberatung) beim AGRAVIS Webinar am vergangenen Dienstag (7.5.). Böddeling zeigte, wieso Zwischenfrüchte ein wichtiger Bestandteil in der Fruchtfolge sind: Sie fördern die Bodenfruchtbarkeit, die Bodenbiologie und die Biodiversität.

Zusammensetzung von Zwischenfruchtmischungen

Zwischenfrüchte müssen verschiedene Anforderungen erfüllen – sie sollen aus qualitativ hochwertigen Komponenten bestehen, einen hohen Anteil an Leguminosen aufweisen und sie müssen zur Fruchtfolge passen. „Zwischenfrüchte sind auch für rote Gebiete geeignet, da sie auch ohne mineralischen oder organischen Stickstoff gut wachsen“, betonte Steinmann.

Einblicke in die Praxis aus roten Gebieten

Wie der Einsatz von Zwischenfrüchten in der Praxis aussieht, verdeutlichte Möllenhoff anhand eines Versuchs, der in Zusammenarbeit mit einem Betrieb aus dem Raum Oldenburg lief. Es sei wichtig, dass der Stickstoff gebunden wird und nicht auswäscht, damit dieser dem Mais zur Verfügung steht. Auch die Unkrautunterdrückung habe gut funktioniert. Da die Flächen des Betriebs größtenteils in roten Gebieten liegen, ist der Leguminosenanteil in der Zwischenfruchtmischung entscheidend – denn gedüngt werden darf in diesen Gebieten nicht.

Auswirkungen von Zwischenfrucht aufs Bodenwasser

In einem mehrjährigen Versuch beschäftigten sich Forscherinnen und Forscher mit der Frage, welchen Einfluss der Einsatz von Zwischenfruchtmischungen auf den Bodenwassergehalt hat. Die Untersuchungen zeigten, dass die Zwischenfrüchte zunächst zwar etwas mehr Wasser aus dem Boden ziehen als Brache, sich zu Anfang des Jahres aber ein Wendepunkt zeigt, ab dem der Boden unter der Zwischenfrucht deutlich feuchter ist. Die Pflanzen binden Wasser, beispielsweise über Tau. Der Folgekultur stand dadurch anschließend mehr Wasser im Boden zur Verfügung, als wenn die Fläche zuvor brach gelegen hätte. Auch auf leichten Böden ist es also sinnvoll, Zwischenfrüchte anzubauen.

Humusaufbau und artgerechte Begrünung

Ein weiteres Thema waren die Wildacker- und Brachemischungen, die AGRAVIS in Zusammenarbeit mit der Landesjägerschaft Niedersachsen entwickelt hat. Diese Mischungen sind auch für Jägerinnen und Jäger von Interesse, da sie dem Wild so ausreichend Schutz und Äsungsfläche bieten können. Dr. Thomas Steinmann stellte abschließend noch das Humusaufbauprogramm „Zukunft Erde“ vor. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren ziehen Landwirtinnen und Landwirte Bodenproben und lassen den Humusgehalt bestimmen. Steigt der Humusgehalt, erhalten sie eine Vergütung. „Das Programm ist ein gutes Instrument, um Flächenmonitoring zu betreiben und das eigene Management zu überprüfen“, so Steinmann.

Zwischenfrüchte erfolgreich anbauen

Viele Details tragen dazu bei, dass sich der Bestand gut entwickeln kann.

Vor der Saat:

  • Auf gute Strohzerkleinerung und gleichmäßige Spreuverteilung durch den Mähdrescher achten.
  • Zeitnahe flache Stoppelbearbeitung, um Ausfallgetreide zum Keimen anzuregen.
  • Anschließende Bodenbearbeitung je nach Standortbedingungen, geplanter Zwischenfrucht und Produktionstechnik des Betriebes auswählen:
  • Auf schweren Standorten vor der Zwischenfrucht pflügen, da der Pflugeinsatz vor der Hauptfrucht oft nicht möglich ist.
  • Die mischende Bodenbearbeitung mit dem Grubber kann in einem Arbeitsgang mit der Aussaat durchgeführt werden.
  • Tiefenlockerungsmaßnahmen zur Beseitigung eventueller Schadverdichtungen können ebenfalls mit der Zwischenfruchtaussaat kombiniert werden. Das aufgelockerte Bodengefüge muss mit tiefwurzelnden Zwischenfrüchten wie Ölrettich, Raps oder Lupinen stabilisiert werden.

Standortdaten ändern

Bestimmen Sie hier Ihren Standort. Tragen Sie hierfür lediglich Ihre PLZ sowie die Straße ein.