Weihnachtsbäume

Anbauempfehlungen

Bei der Pflege von Weihnachtsbäumen fallen viele unterschiedliche Maßnahmen an. Die Pflanzenbau-Berater für Sonderkulturen geben wichtige Tipps für den Anbau.

Infografik Weihnachtsbaumkulturen

Wenn Weihnachtsbäume drei bis vier Jahre alt sind, schneiden Landwirte sie zum ersten Mal und bringen sie aufwendig in Form. Auch vor Pilzbefall, Schädlingen, Herbiziden und Frost müssen die Bäume geschützt werden. Die Betreiber von Weihnachtsbaumkulturen müssen außerdem die Zugabe von Nährstoffen ebenfalls planen. Für alle Maßnahmen bietet die AGRAVIS Raiffeisen AG individuell auf die Gegebenheiten zugeschnittene Produkte.

Unkrautbekämpfung

Weihnachtsbäume Herbizide

Bei den Weihnachtsbaumkulturen sollten Landwirte die auflaufenden Unkräuter regelmäßig bekämpfen. Dabei ist vor allem die Frühjahrsbehandlung vor dem Austrieb von entscheidender Bedeutung. Hier sollten sie die bereits aufgelaufenen Unkräuter entfernen und das Auflaufen von neuen Unkräutern verhindern.

Im Sommer können Landwirte auflaufende Gräser mit Graminiziden bekämpfen. Problemunkräuter, aber auch Durchwuchs von Birken, Brombeeren u. ä. müssen sie gezielt mit einer Unterblattbehandlung bearbeiten.

Ab Oktober können dann auch wieder Totalherbizide eingesetzt werden. Zur Versiegelung der Flächen ist im Winter auch eine Behandlung mit Kerb Flo. möglich.

Schadinsekten: Symptome und Maßnahmen

  • kommt häufig an Nordmanntannen vor
  • legt Anfang April Eier zwischen den Nadeln
  • Läuse schlüpfen im Mai zum Knospenschwellen
  • Tiere saugen bis Juni an den Bäumen
  • verursacht gekrümmte Nadeln und kleine schwarze Punkte

  • treten im milden Herbst und Winter verstärkt auf
  • ihre Populationen brechen mit dem Austrieb zusammen
  • von ihnen befallene Nadeln verfärben sich und fallen schließlich ab

  • treten im Frühjahr bereits vor dem Austrieb auf an Nordmanntannen und Fichten, da der Honigtau von Bienen aufgenommen wird
  • verursachen Nadelvergilbungen und Nadelfall sowie einen schwarzen Überzug (Schwärzepilze) auf Nadeln und Rinde
  • sollten bei starkem Auftreten nur mit bienenungefährlichen Mitteln bekämpft werden

  • tritt im Frühjahr an Fichten ab Austrieb auf
  • verursacht grüne, später braune Gallen am Neuaustrieb sowie Nadelvergilbungen und Triebdeformationen
  • ihre Gallen sollten mechanisch beseitigt werden, bevor die Tiere sie verlassen (bis Mai)
  • eine chemische Bekämpfung gegen sie sollte kurz vor dem Austrieb durchgeführt werden

  • tritt ab dem Austrieb an Tannen und Fichten bis in den Juni hinein auf
  • verursacht braunrote, gekräuselte Nadeln
  • sollte ab dem Auftreten des Käfers im Maitrieb bekämpft werden

  • treten an Fichten, selten auch an Nordmanntannen, von April bis Oktober bei warmer trockener Witterung auf
  • hinterlassen typische Saugschäden, überziehen Nadeln mit Gespinsten
  • sollte bei Auftreten bekämpft werden

  • treten an Nordmanntannen, selten auch an Fichten, auf
  • legen ab Mitte März Eier ab
  • seine adulten Tiere treten von Mai bis Juni auf
  • verursachen typische Saugschäden sowie Rostflecken auf der Nadelunterseite
  • sollten bei Auftreten mit Netzschwefel bekämpft werden

Weihnachtsbäume Schädlinge

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Weihnachtsbaumkultur-Beratung

Pilzliche Erkrankungen: Symptome und Maßnahmen

  • infiziert Bäume zum Austrieb
  • seine Symptome - Verbräunung der Nadel, Nadeln fallen ab - ab Mitte Juni
  • sein Zwischenwirt Weidenröschen sollte bekämpft werden

  • tritt ab Mitte Juni auf
  • verursacht Verbräunung der Nadeln, die schließlich abfallen
  • infiziert Bäume über die Nadeln

  • entsteht nach Infektion mit einem Pilz
  • verursacht Nadelverbräunungen vorrangig im unteren Drittel der Bäume, vor allem im Inneren
  • tritt im Spätsommer, Herbst und Winter, bei hohen Niederschlägen (≥1000 mm) auf
  • davon befallene Nadeln sollten nur im Bauminneren benetzt werden

Pilzkrankheiten in Weihnachtsbaumkulturen

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Maßnahmen gegen Pilzerkrankungen

  • Unkraut und untersten Astkranz entfernen
  • Vorbeugende Bekämpfung im März mit Strobilurin (Ortiva)
  • Bei bestehendem Befall ab Sichtbarwerden der ersten Symptome ab August mit Signum behandeln

  • tritt an Nordmanntannen und Fichten und häufig auf schweren Böden auf
  • nach Infektion verfärben sich die Nadeln in der Mitte braun und fallen vorzeitig ab
  • Symptome treten ab Ende Juni auf
  • sollte nur bei nachweislich pilzlicher Infektion ab Austrieb behandelt werden

  • tritt vor allem von Mitte Juli bis Anfang September auf
  • verursacht Schäden, die sich erst im nächsten Frühjahr kurz vor dem Austrieb zeigen
  • befällt zweinadelige Kiefern wie Pinus silvestris und Pinus mugo ssp
  • sollte vorbeugend behandelt werden

  • kommt nur an Tannen vor
  • führt zu Rindenwucherungen und Rindenrissen, ganze Triebe sterben ab
  • befallene Pflanzenteile sollten ausgeschnitten werden
  • lässt sich nicht chemisch bekämpfen

  • Pilz verursacht Absterben einzelner Triebe an Fichten
  • absterbende Nadeln bleiben lange am Trieb haften
  • Infektion erfolgt während des Austriebes
  • sollte ab Austrieb behandelt werden

Weitere mögliche Schäden an Weihnachtsbäumen

  • ein immer häufiger auftretendes Problem
  • kann an bodennahem Stamm und Nadeln auftreten
  • dadurch verursachte Schäden rein optisch

  • ein immer häufiger auftretendes Problem bei häufigen Einsatz Glyphosat-haltiger Präparate
  • sollte im Sommer bekämpft werden

  • treten ab Mitte Juni auf
  • verursachen ein Schadbild ähnlich wie Spätfrost, Botrytis, Kabatina-Nadelbräune

  • entstehen vor allem durch Düngung in feuchten Beständen über Kopf kurz nach dem Austrieb
  • Düngung mit KAS erst ab Ende Juli, wenn der Trieb hart ist

  • verursacht gelbe und abfallende Nadeln
  • wird durch Stress wie Trockenheit, Hitze oder Kälteschäden aus dem Winter verursacht
  • ist oft erst zeitverzögert zu beobachten
  • sollte mit der Stärkung der Vitalität im nächsten Frühjahr begegnet werden: pH-Wert kontrollieren und auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung achten

Nährstoffmangelerscheinungen und ihre Ursachen

Optimaler pH-Wert

  pH-Wert
Fichte, Douglasie, Kiefer 4,5 bis 5,0
Tanne 5,0 bis 6,5

  • unter 4,5 und über 6,5 kommt es zur Festlegung von Nährstoffen

  • N: Ausfärbung der Nadeln
  • P2O5: Nadelfall
  • K2O: Frostresistenz leidet, Nadelfall
  • S: Ausfärbung der Nadeln
  • Mg: Ausfärbung der Nadeln; Nadelfall

  • Fe: Junge Nadeln werden gelb
  • Mn: Mittlere aber auch jüngere Nadeln chlorotisch
  • Cu: Gelb- und Braun-Färbung junger Nadeln, spiralisches Verdrehen, Absterben der Nadeln
  • B: Absterben junger Nadeln und des Vegetationspunktes

  • Hoher pH-Wert (Ausnahme Molybdän)
  • Staunässe
  • Starke Austrocknung
  • Hohe Stickstoffdüngung

Die Symptome bei Nährstoffmangel und -überversorgung sind häufig ähnlich, so dass eine Boden-/Nadelanalyse sinnvoll ist.

Vorbereitung einer neuen Weihnachtsbaum-Fläche

Zur Vorbereitung einer Neuanlage sollte bereits ein Jahr vorher einen Bodenprobe gezogen werden und diese auf den pH-Wert sowie den Gehalt an Phosphor, Kalium und Magnesium untersucht werden. Im Anschluss ist im Winter vor der Neuanlage eine Kalkung mit ca. 15 dt/ha kohlensaurem Kalk sinnvoll. Daneben sollte eine Aufdüngung mit Kalium (Patentkali) und Phosphor (DAP o. ä.) erfolgen. Wenn auf der Fläche bereits eine Weihnachtsbaum-Kultur gestanden hat, kann die Einarbeitung von Kalkstickstoff ca. vier Wochen vor der Pflanzung in 20 cm Tiefe sinnvoll sein, um die Zersetzung des Altholzes positiv zu beeinflussen.

Der optimale Düngungstermin

Die richtigen Düngetermine sollten sich am Aufnahmerhythmus des Stickstoffs orientieren, so wie es auch die Düngeverordnung fordert. Die anderen Nährstoffe können zusammen mit dem Stickstoff gedüngt werden. Die N-Aufnahme und das Wurzelwachstum verlaufen annähernd parallel – starkes Wurzelwachstums bedingt demnach auch hohe Stickstoffaufnahme. Der Rhythmus des Wurzelwachstums von Nadelgehölzen ist schwach im Frühjahr (April bis Juni) und stark im Sommer (Juli bis September) – z.T. bis in den Herbst hinein. Da Gehölze in der Austriebsphase überwiegend von den eingelagerten Nährstoffen „zehren“, sollte als erster Düngetermin Mitte April/Anfang Mai und als eventuell zweiter Düngetermin Anfang/Mitte Juli gewählt werden. Bei der Düngung sollte beachtet werden, dass die ausgebrachten Nährstoffe erst durch Niederschläge in den Boden eingewaschen werden müssen, um zur Wirkung zu kommen.

Expertentipp

"Um bei Weihnachtsbäumen eine Verkaufsquote von 80 oder 90 Prozent anzustreben, sollten Landwirte täglich nach den Bäumen schauen und jeder einzelnen individuell behandeln. Wer den Baum bearbeitet, muss vorher eine Vorstellung davon haben, wie der Weihnachtsbaum in ein paar Jahren einmal aussehen soll."

Frank Uwihs, Pflanzenbau-Berater

Wachstumsregulierung

Ab dem vierten bis fünften Standjahr findet ein starkes Längenwachstum des Terminaltriebs statt. Dies kann sich negativ auf die Wuchsform des Baumes auswirken, da die Astetagen zu weit auseinander liegen und der Baum hoch sowie dünn wird. Durch das Behandeln des Terminaltriebes kann die Wuchsform korrigiert werden.

Hierfür bieten sich verschiedene Methoden an:

  • Im Frühjahr ab dem Knospenschwellen wird das Kambium des Terminaltriebs unterhalb des Neuaustriebes ein bis maximal drei Schnitte an mehreren Stellen eingeschnitten. Dadurch kommt es zu einer Unterbrechung des Saftstroms. Mit dieser Methode lässt sich eine Wachstumsreduktion des Terminaltriebes von bis zu 25 Prozent erreichen.

  • Durch eine Anwendung von Camposan Extra während der Wachstumsphase im Juni kann das Triebwachstum gehemmt und sogar gestoppt werden. Die Ausbringung auf den jungen Terminaltrieb erfolgt mittels abgeschirmter Düsen oder mit einem Rollenstreichverfahren. Dabei muss sehr genau auf die Anwendungsbedingungen (Zeitpunkt, Konzentration, Witterung) geachtet werden. Bei Anwendungsfehlern kann es zu Trieb- und Nadelschäden an den Terminaltrieben (Kümmerwuchs, Verbräunungen, Vergilbungen) kommen.

  • Im zeitigen Frühjahr des fünften bzw. sechsten Standjahres werden die unteren Äste des Baumes entfernt. Die Reaktion des Baumes auf diese Maßnahme ist recht uneinheitlich, so dass sie zur Triebregulierung weniger geeignet ist. Der Vorteil des Stumpfschnittes ist eine bessere Durchlüftung der Bestände und das einfachere Durchführen von notwendigen Kulturmaßnahmen. Daneben wird durch den Stumpfschnitt auch die Erntearbeit erleichtert.

Pflanzenbau-Infoservice der AGRAVIS

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