Grünlandmanagement

Tipps für ein erfolgreiches Grünlandmanagement

Eine stabile Grasnarbe, eine ertragreiche Ernte und gleichzeitig qualitativ hochwertiges Grundfutter, das den Nutztieren gut schmeckt: Wenn Sie diese Ziele beim Grünlandanbau erreichen möchte, sollten Sie folgende Tipps der AGRAVIS beherzigen.

Unverzüglich mit Grünlandpflege beginnen

Wenn Grünlandflächen aufgrund der Witterung vielerorts auf den ersten Blick noch gut aussehen, braucht eine Regeneration der Narbe Zeit in Kombination mit wiederholter Nachsaat. Sofern die Witterung es erlaubt, sollte daher bei Befahrbarkeit unverzüglich mit der Grünlandpflege begonnen werden, um Qualitätseinbußen entgegen zu wirken.

Das Grünland steht in den Startlöchern

Pflegestatus ermitteln

Zur regelmäßigen Pflege gehört neben dem Walzen, Striegeln/Schleppen, der Nachmahd und dem Pflanzenschutz insbesondere die Nachsaat. Um einen leistungsstarken Bestand mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent hochwertigen Gräsern zu erhalten, müssen die Grünlandflächen jährlich nachgesät werden. Die Bestände müssen im regelmäßigen Abstand aufgebessert werden, um Lücken zu schließen, Ungräser und Unkräuter zu unterdrücken und so Ertrag und Qualität weiter zu sichern. Entscheidend ist hierbei die Kontinuität. Wer erst handelt, wenn Fehlstellen und Leistungseinbußen zu verzeichnen sind, handelt zu spät. Wer letztes Jahr ausgesetzt hat bzw. aussetzen musste, ist dieses Jahr im Zugzwang.

Pflegestatus Grünland beurteilen

Auf die Mischung kommt es an

Abhängig vom Anteil hochwertiger Gräser und Lückengrad empfiehlt sich eine Nachsaat bzw. Neuansaat. Bei der Nachsaat werden in Form einer Durchsaat bzw. Direktsaat 5 bis 10 kg/ha Saatgut im Frühjahr und nach Möglichkeit zusätzlich im Herbst auf der Grünlandfläche ausgebracht.

Bei der Auswahl der Gräsermischung sollte neben der Zertifizierung auf die Standorteignung und Nutzungsrichtung der Mischungen geachtet werden. Eine Saatgutmischung, die durch einen attraktiven Preis zum Kauf verleitet, entspricht in der Regel nur geringer Saatgutqualität und ist auf die Nutzungsdauer und Leistung betrachtet für die Ausbringung noch zu teuer.

Augen auf beim Saatgutkauf

Für die Nachsaat bieten wir Ihnen unsere Plantinum-Mischungen an. Sie basieren auf energiereiche und rostresistente Sorten des Deutschen Weidelgrases, die von den norddeutschen Landwirtschaftskammern empfohlen werden. Die Verwendung von mittleren und späten Weidelgräsern führt zu einer gleichmäßigen Abreife des Bestandes und zu einem langsameren Abfall der Energiedichten – die Folge ist ein deutlich breiteres Erntefenster. In den Plantinum-Mischungen werden ausschließlich moorgeeignete Deutsche Weidelgräser eingesetzt, deren Robustheit, Winterhärte und Regenerationsvermögen das hohe Ertragspotential auch auf schwierigen Standortverhältnissen absichern. Das Portfolio wird von futterbaulich hochwertigen Sorten des Wiesenlieschgrases, der Wiesenrispe und weiteren Mischungspartnern vervollständigt.

Benötigen Sie Hilfe bei der Auswahl der richtigen Mischung, dann kontaktieren Sie doch gerne unsere Fachberaterin oder schauen einfach mal in unser Plantinum Mischungsprogrammrein.

Expertentipp

Wird eine Grasnarbe jährlich mit 5 bis 10 kg/ha der Grünlandmischung Plantinum im Übersaatverfahren aufgebessert, kann der Energiegehalt bei anhaltender Bestandespflege langfristig um 0,3 MJ NEL erhöht werden. Durch die verbesserte Qualität und Verdaulichkeit der Silage steigt infolgedessen auch die Futteraufnahme um 0,3 bis 0,5 Kilogramm Trockenmasse. Hierdurch ist eine Mehrleistung von 387 Liter/Kuh und Laktation (305 Tage) möglich. Bei einer Herde von 100 Milchkühen kann ein Plus von 9.675 Euro Milchgeld (0,25 Euro) erzielt werden.

Gräser mit Mooreignung

Für eine Mooreignung werden die Gräser einer Sortenprüfung von mindestens drei Jahre unter praxisüblicher Nutzung auf Moorstandorten unterzogen. Weniger als 10 Prozent der geprüften Sorten erhalten überhaupt das „M“ für Mooreignung. Diese Gräser mit Mooreignung weisen eine überragende Ausdauerleistung vor, haben ein überdurchschnittliches Regenerationsvermögen und eine gute Winterhärte.

Worin besteht die Herausforderung der Moorstandorte?

  • Limitiertes Phosphor- und Kalium-Angebot bei gleichzeitig geringem Nährstoffspeicherungsvermögen
  • Hochfrierende Böden (Wurzeln reißen ab)
  • Sauerstoffarmut in Rhizosphäre
  • Eine späte Erwärmung und extreme Temperaturunterschiede in Bodennähe (insbesondere Tag-/Nachtschwankungen) sowie Spätfröste im Frühjahr bzw. Frühfröste im Herbst
  • Mikroklima (optimale Bedingungen für Fusarien und andere Pilzerkrankungen)

Diese Robust-Sorten können ihre positiven Eigenschaften auch auf Mineralböden ausspielen und zur Ertragsabsicherung beitragen.

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