Grünlandmanagement

Tipps für ein erfolgreiches Grünlandmanagement

Eine stabile Grasnarbe, eine ertragreiche Ernte und gleichzeitig qualitativ hochwertiges Grundfutter, das den Nutztieren gut schmeckt: Wenn Sie diese Ziele beim Grünlandanbau erreichen möchte, sollten Sie folgende Tipps der AGRAVIS beherzigen.

Unverzüglich mit Grünlandpflege beginnen

Wenn Grünlandflächen aufgrund eines milden Winters vielerorts auf den ersten Blick noch gut aussehen, zeigen sich auf den zweiten Blick jedoch viele Bestände überwachsen mit verfilzter und verklebter Narbe und einem hohen Quecken- und Jährige Rispenanteil. Sofern die Witterung es erlaubt, sollte daher bei Befahrbarkeit unverzüglich mit der Grünlandpflege begonnen werden, um Qualitätseinbußen entgegen zu wirken.

Checkliste für das Grünland

✔ Striegeln/Schleppen
✔ Walzen
✔ Nachsaat/ Neuansaat
✔ Pflanzenschutz
✔ Düngung

Bei stark überwachsenen Beständen empfiehlt es sich außerdem, vor Vegetationsbeginn einen Pflegeschnitt vorzunehmen und das abgestorbene Material abzufahren.

Jährliche Nachsaat

Zur regelmäßigen Pflege gehört neben dem Walzen, Striegeln/Schleppen, der Nachmahd und dem Pflanzenschutz insbesondere die Nachsaat. Um einen leistungsstarken Bestand mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent hochwertigen Gräsern zu erhalten, müssen die Grünlandflächen jährlich nachgesät werden. Die Bestände müssen im regelmäßigen Abstand aufgebessert werden, um Lücken zu schließen, Ungräser und Unkräuter zu unterdrücken und so Ertrag und Qualität weiter zu sichern. Entscheidend ist hierbei die Kontinuität. Wer erst handelt, wenn Fehlstellen und Leistungseinbußen zu verzeichnen sind, handelt zu spät. Wer letztes Jahr ausgesetzt hat bzw. aussetzen musste, ist dieses Jahr im Zugzwang.

Download PDF "Nachsaat - eine Frage des Timings"

Tipps zur Nachsaat

Abhängig vom Zustand (Anteil hochwertiger Gräser und Lücken) empfiehlt sich eine Nachsaat bzw. Neuansaat. Bei der Nachsaat werden in Form einer Durchsaat bzw. Direktsaat 5 bis 10 Kilogramm/Hektar Saatgut im Frühjahr und nach Möglichkeit zusätzlich im Herbst auf der Grünlandfläche ausgebracht. Bei der Auswahl der Gräsermischung sollte neben der Qualität auf die Standorteignung und die Nutzungsrichtung der Mischungen geachtet werden.

Ziel: breiteres Erntefenster

Für eine Nachsaat bieten sich die Plantinum-Mischungen an. Sie basieren auf energiereichen und rostresistenten Sorten des Deutschen Weidelgrases, die von den norddeutschen Landwirtschaftskammern empfohlen wurden. Die Verwendung von mittleren und späten Weidelgräsern führt zu einer gleichmäßigen Abreife des Bestandes und zu einem langsameren Abfall der Energiedichten – die Folge ist ein deutlich breiteres Erntefenster. In den Plantinum-Mischungen werden ausschließlich moorgeeignete Deutsche Weidelgräser eingesetzt, deren Robustheit, Winterhärte und Regenerationsvermögen das hohe Ertragspotential auch auf schwierigen Standortverhältnissen absichern. Das Portfolio wird von futterbaulich hochwertigen Sorten des Wiesenlieschgrases, der Wiesenrispe und weiteren Mischungspartnern vervollständigt.

Nachsaat oder Neuansaat?

Abhängig vom Anteil hochwertiger Gräser und Lückengrad empfiehlt sich eine Nachsaat bzw. Neuansaat. Für die Nachsaat sind insbesondere die Mischungen Plantinum Intensiv und Plantinum Universal zu empfehlen.

Wird eine Grasnarbe jährlich mit 5 bis 10 Kilogramm Plantinum im Übersaatverfahren aufgebessert, kann der Energiegehalt bei anhaltender Bestandespflege langfristig um 0,3 MJ NEL erhöht werden. Durch die verbesserte Qualität und Verdaulichkeit der Silage steigt infolgedessen auch die Futteraufnahme um 0,3 bis 0,5 Kilogramm Trockenmasse. Hierdurch ist eine Mehrleistung von 387 Liter/Kuh und Laktation (305 Tage) möglich. Bei einer Herde von 100 Milchkühen kann ein Plus von 9.675 Euro Milchgeld (0,25 Euro) erzielt werden.

Ertrag und Qualität beim Grünlandmanagement

Bei der Auswahl der Gräsermischung sollte neben der Zertifizierung auf die Standorteignung und Nutzungsrichtung der Mischungen geachtet werden. Eine Saatgutmischung, die durch einen attraktiven Preis zum Kauf verleitet, entspricht in der Regel nur geringer Saatgutqualität und ist auf die Nutzungsdauer und Leistung betrachtet für die Ausbringung noch zu teuer.

Mooreignung

  • Für eine Mooreignung werden die Gräser einer Sortenprüfung mindestens drei Jahre unter praxisüblicher Nutzung auf Moorstandorten unterzogen.
  • Weniger als 10 Prozent der geprüften Sorten erhalten „M“ für Mooreignung.
  • Kennzeichen sind die überragende Ausdauerleistung, ein überdurchschnittliches Regenerationsvermögen und eine gute Winterhärte.

Worin besteht die Herausforderung der Moorstandorte?

1. Limitiertes Phosphor- und Kalium-Angebot bei gleichzeitig geringem Nährstoffspeicherungsvermögen
2. Hochfrierende Böden (Wurzeln reißen ab)
3. Sauerstoffarmut in Rhizosphäre
4. Eine späte Erwärmung und extreme Temperaturunterschiede in Bodennähe (insbesondere Tag-/Nachtschwankungen) sowie Spätfröste im Frühjahr bzw. Frühfröste im Herbst
5. Mikroklima (optimale Bedingungen für Fusarien und andere Pilzerkrankungen)

Diese Robust-Sorten können ihre positiven Eigenschaften auch auf Mineralböden ausspielen und zur Ertragsabsicherung beitragen.

Nachsaat oder Neuanlage?

Nachsaat oder Neuanlage?

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