Die Dieselkraftstoffabsätze in der EU sind nach Angaben von Eurostat in der ersten Jahreshälfte 2026 um 7 % auf rund 98 Mio. t gesunken. Der größte Rückgang war in Deutschland zu beobachten, wo der Absatz auf 17 Mio. t zurückging (Vorjahresperiode: 20 Mio. t). Rückläufig waren die Absätze auch in Frankreich mit 15,4 Mio. t (17 Mio. t), in Italien mit 11,0 Mio. t (11,8 Mio. t) sowie in den Beneluxstaaten mit 5,7 Mio. t (6,4 Mio. t). Die Verkäufe in Tschechien, der Slowakei und Polen blieben mit 14,6 Mio. t (14,8 Mio. t) nahezu auf Vorjahresniveau. Auch in Spanien wurde kein Rückgang beobachtet, dort erreichten die Verkäufe 13,2 Mio. t.
Der EU Biodieselabsatz (inkl. HVO) in der EU stieg nach Berichten von Eurostat in der ersten Jahreshälfte 2026 auf 6,8 Mio. t (6,5 Mio. t). Zuwächse wurden unter anderem in Deutschland auf 1,4 Mio. t (1,2 Mio. t), in Polen auf 0,6 Mio. t (0,5 Mio. t), in Skandinavien auf 0,4 Mio. t (0,3 Mio. t) sowie in den Niederlanden auf 0,4 Mio. t (0,3 Mio. t) verzeichnet. In Frankreich blieb der Biodieselabsatz mit 1,0 Mio. t unverändert gegenüber dem Vorjahr. In Spanien sank der Absatz dagegen auf 0,6 Mio. t (0,8 Mio. t), während er in Italien mit gut 0,7 Mio. t nahezu unverändert blieb.
- Kanadische Ernteschätzung 2026
Statistics Canada hat seine erste belastbare Produktionsschätzung für 2026 veröffentlicht. Die kanadische Weizenproduktion (ohne Durum) soll gut 29 Mio. t erreichen (Vorjahr: 33 Mio. t), die Gerstenernte wird mit knapp 10 Mio. t auf Vorjahresniveau geschätzt. Auch die Rapsproduktion soll mit 22 Mio. t nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr ausfallen. Diese Schätzung liegt erfahrungsgemäß häufig zu niedrig. Bei RapsRaps ist eine Pflanzenart und eine wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanze. wird die Produktion in der Regel um 0,5 bis 1 Mio. t unterschätzt, beim WeizenWeizen sind verschiedene Pflanzenarten der Süßgräser. oftmals um 0,5 bis 2 Mio. t. Die Erhebungsdaten stammen aus dem August und basieren auf Berechnungen mithilfe von Satellitendaten. Allerdings ist die Vegetationsentwicklung in diesem Jahr deutlich stärker verzögert als in den Jahren, in denen diese satellitengestützten Auswertungen bislang zum Einsatz kamen. Somit ist keine echte Vergleichbarkeit mit den Ergebnissen aus den Vorjahren möglich. Zusätzlich führte eine Regenfront im September zu einer deutlichen Verzögerung des Erntefortschritts. Damit könnte die tatsächlich geerntete Fläche auch geringer ausfallen als bislang geschätzt. Ertragsseitig soll der starke Niederschlag jedoch keine größeren Verluste verursacht haben. Beim Weizen hat sich die Qualität dagegen deutlich verschlechtert, sodass für 2026 mit einem hohen Anteil an Futterweizen gerechnet wird. Dies könnte im Wirtschaftsjahr 2026/27 zu erheblichen Verschiebungen der Handelsströme führen. Länder wie Vietnam oder Südkorea dürften verstärkt Futterweizenqualitäten nachfragen, während andere Qualitätskäufer, darunter auch EU-Länder (EU&UK importieren im Jahr 1-2 Mio.t Qualitätsweizen aus Kanada), ihren Bedarf aus anderen Ursprüngen decken müssten.
Die Exporte von Agrargütern aus der Ukraine bleiben im September 2026 auf einem sehr niedrigen Niveau, entwickeln sich jedoch etwas besser als im August. Das Exporttempo aus der Ukraine liegt weiterhin unter dem Niveau des Frühsommers 2022, als die großen Exporthäfen des Landes noch nicht geöffnet waren. Auffällig ist der schwache Export aus der Ukraine per Lkw, während die Bahnexporte inzwischen wieder das frühere Niveau erreicht haben. Ebenfalls bemerkenswert bleibt der geringe Export über die Donauhäfen im Vergleich zum Potenzial, das im Jahr 2022 genutzt wurde.
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