Körnerraps

brassica napus




In Mitteleuropa wird überwiegend Winterraps angebaut, da der Sommerraps seit Mitte der 1990er Jahre einen flächenmäßigen Rückgang von über 90 Prozent zu verzeichnen hat und somit kaum noch eine Rolle spielt.

Deutschlandweit wird fast ausschließlich 00-Raps angebaut, da die Bemühungen, Erucasäure- und Glucosinolatenfreie (unter 2 Prozent im Öl) Sorten zu züchten, seit Anfang der 1980er Jahre große Fortschritte erzielen konnte. Innerhalb des Rapsanbaus wird zusätzlich noch zwischen Hybridsorten, Liniensorten, Holli-Raps (High Oleic, Low Linolenic) und Erucasäure-haltigen Sorten unterschieden. Der Holli- und Erucasäure-haltige Raps ist zu vernachlässigen, da diese Sorten nur im Auftrag und nach Absprache mit den jeweiligen Züchtern anzubauen sind. Durch die vielen Vorteile der Hybridsorten konzentrieren sich viele Züchter hauptsächlich auf deren Entwicklung, was bedeutet, dass nur wenig Neuerungen im Bereich der Liniensorten auf den Markt kommen.

Die Hybridsorten bieten neben den zuverlässig hohen Erträgen, der Flexibilität bei den Aussaatterminen, Anspruchslosigkeit an den Standort und den hohen Ölerträgen viele weitere Vorteile. Hybriden sind unempfindlicher bei kühler, feuchter Witterung, späteren Saatzeiten und zum Beispiel einer pflugloser Bodenbearbeitung.

Eine Hybridsorte zeichnet sich gegenüber ihren Eltern durch eine stärkere Vitalität und höheren Ertrag aus. Begründet liegt dies in der Hybridzüchtung als solcher, bei der zwei genetisch verschiedene, reinerbige Genotypen miteinander gekreuzt werden. Dieses genetische Phänomen wird mit dem Begriff „Heterosis“ beschrieben.

Zur Züchtung und Produktion von Hybridsorten muss die Selbstbefruchtung ausgeschlossen werden. Deshalb müssen sterile Mutterlinien erzeugt und erhalten werden. Darüber hinaus muss bei der Hybridsaatgutproduktion sichergestellt werden, dass die Pollenbildung der aus dem Hybridsaatgut erwachsenen Hybridpflanzen wiederhergestellt ist.

Liniensorten zeichnen sich besonders durch unterschiedliche Abreifezeiten, was Erntespitzen entzerren kann, sowie durch Standfestigkeit und Gesundheit, was die Basis für große Erträge ist, aus. Zusätzlich sind Liniensorten für frühe Aussaattermine geeignet, was positiv zur Entzerrung des Arbeitsaufwands bei der Aussaat beitragen kann.

Die Rapsflächenentwicklung der letzten Jahre macht deutlich, dass der Hybridanteil im Raps in Deutschland stetig zunimmt. Liniensorten spielen nur noch vereinzelt eine Rolle.

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