Sommersaatgetreide




Der Anbau von Sommersaatgetreide bietet im Vergleich zum Wintergetreide einige Vorteile. Zum Beispiel werden durch den späteren Aussaatzeitpunkt Arbeitsspitzen verhindert und innerhalb der Fruchtfolge kann variiert werden. Trotzdem spielt aufgrund der stärker schwankenden bzw. niedrigeren Erträge der Anbau von Sommergetreide im Vergleich zur Gesamtgetreidefläche nur eine untergeordnete Rolle.

  • Sommergerste

    Während wir bei Wintergerste zweizeilige und mehrzeilige Sorten unterscheiden, ist Sommergerste nur zweizeilig. Hauptsächlich werden diese Sorten in Futtergersten (FG), die ähnlich der Wintergerste in die tierische Ernährung fließen und in Braugersten (BG), die für Mälzereien im Vertragsanbau zur Herstellung von Malz angebaut werden, unterschieden.

    Aussaatmenge: je nach Termin und Lage 140-180 kg (240-300 Körner/m²)

    Aussaatzeit: ab März mit einsetzender Vegetation

    Aussaattiefe: 20-40 mm

    Ertrag: Futtergerste 50-90 dt/ha und Braugerste 40-70 dt/ha

    Sorten in eigener Vermehrung:
    Grace (BG) Grace (BG)
    Milford (FG) Milford (FG)
    Overture (BG) Overture (BG)
    Quench (BG) Quench (BG)
    Salome (FG) Salome (FG)
    Simba (FG) Simba (FG)
    Vespa (FG) Vespa (FG)

  • Sommerhafer

    Hafer schätzt ein gemäßigtes Klima mit hohen Niederschlägen. Da die wenigen Winterformen des Hafers ein hohes Auswinterungsrisiko (Kahl- und Wechselfrost) haben, wird speziell in den norddeutschen Regionen überwiegend die Sommerform angebaut. Hafer wird als Futtermittel für Rinder, Geflügel und speziell Pferde genutzt, auch für Haferkleie und Haferflocken in der menschlichen Ernährung. Das Stroh kommt als Einstreu zur Anwendung. Neben dem Ertrag wird besonders auf eine gute Kornausbildung (hl-Gewicht) geachtet.

    Aussaatmenge: je nach Termin und Lage 120-160kg (275-350 Körner/m²)

    Aussaatzeit: ab Anfang Februar, je nach Befahrbarkeit des Bodens

    Aussaattiefe: 20-40 mm

    Ertrag: 45-90 dt/ha

    Sorten in eigener Vermehrung:
    Max Max
    Scorpion Scorpion
    Symphony Symphony

  • Sommerweizen

    Sommerweizen hat in normalen Jahren, ohne Auswinterungsschäden, mit ca. 1 % der Erntemenge in Deutschland kaum Marktanteil. Im Gegensatz zu Winterweizen braucht er keinen Vernalisationsreiz, d.h. keinen Frost um die Schosshemmung zu verlieren. Man unterscheidet reine Sommerformen, die nach dem Frost gesät werden und Wechselweizen, die Frost aushalten, ihn aber nicht zwingend zum Wachstum benötigen. Die Erträge sind allerdings erheblich unter dem Niveau der Winterform, dafür sind Qualitäten im Proteingehalt und Backeigenschaften meist höher.

    Aussaatmenge: je nach Termin und Lage 200-240kg (350-450 Körner/m²)

    Aussaatzeit: Wechselweizen ab Oktober bis April - Sommerweizen ab Mitte Februar

    Aussaattiefe: 20-40 mm

    Ertrag: 55-85 dt/ha

    Sorten in eigener Vermehrung:
    Kadrilj Kadrilj
    KWS Chamsin KWS Chamsin
    Tybalt Tybalt

  • Sommertriticale

    Ähnlich wie beim Sommerweizen ist die Sommertriticale meist eine Wechseltriticale, d.h. sie ist von November bis Anfang April zu säen. Da auch hier die Erträge unter der Winterform liegen spielt der Anbau nur eine sehr untergeordnete Rolle.

    Aussaatmenge: je nach Termin und Lage 140-160kg (340-400 Körner/m²)

    Aussaatzeit: November bis Anf. April

    Aussaattiefe: 20-40 mm

    Ertrag: 50-80 dt/ha

    Sorten in eigener Vermehrung:
    Somtri Somtri

  • Sommerroggen

    Sommerroggen ist wie seine Winterform, im Bezug auf die Bodenbeschaffenheit, eine recht anspruchslose Fruchtart. Da aber Winterroggen, speziell die "Hybridsorten" extrem spätsaatverträglich sind, gelingt unter normalen Umständen eine Aussaat im Herbst immer. Dadurch hat die Sommerform des Roggen bis heute kaum Anbaubedeutung erlangen können.

    Aussaatmenge: je nach Termin und Lage 100-140kg (250-350 Körner/m²)

    Aussaatzeit: Mitte Februar bis Ende März

    Aussaattiefe: 10-30 mm

    Ertrag: 35-60 dt/ha

    Sorten in eigener Vermehrung:
    Arantes Arantes