Marktanalysen: Chilla checkt!

Welche Märkte sind stabil? Wie entwickeln sich Getreide und Ölsaaten? Welchen Einfluss hat das Weltklima auf unsere regionale Ernte?

Diesen und anderen Fragen geht AGRAVIS-Experte Bernhard Chilla nach und liefert qualifizierte Marktanalysen für den Fachmann und den Laien.

Chilla checkt!



AGRAVIS-Experte Bernhard Chilla analysiert die Märkte

1.2.2018:

„Die Aussaatfläche von Winterweizen in der EU für die kommende Ernte sinkt. Aber eine knappe Versorgungssituation wird weltweit nur dann entstehen, falls in Russland eine deutlich niedrigere Ernte als 2017 eingefahren werden sollte.“

Weizenproduktionsausblick 2018/2019 – Wieder eine neue Rekordernte weltweit?

2017/2018 wurde beim Weizen Weizen weltweit eine Rekordproduktion eingefahren, da vor allem in Russland und in China eine extrem gute Weizenernte erfolgt ist. Die Rekordernte von Weizen in Russland sowie die sehr gute Ernte in Frankreich hat auch dazu geführt, dass die rückläufige Produktionsmengen im Vergleich zum Vorjahr in den USA, in der Ukraine, in Australien oder in Argentinien in den Hintergrund gerückt sind.

Russland gibt im Wirtschaftsjahr 2017/18 das Exporttempo vor. Hier werden Rekordexporte erwartet, die rund 10 Mio. t höher liegen könnten als noch ein Jahr zuvor. Dennoch kann Russland nicht die ganze Welt mit Weizen versorgen. Der wachsende Weltbedarf muss auch durch andere Länder abgedeckt werden. Exporte aus der Ukraine, Argentinien und auch aus Kanada sind überdurchschnittlich hoch. Zum Teil ist das Exportpotenzial wie aus der Ukraine schon zu 75 - 80 Prozent ausgeschöpft. Allerdings bleiben die Ausfuhren aus Ländern, die eher im Blickfeld der Marktbeobachter stehen (USA und Frankreich), unter den Erwartungen. Deutschland kann mangels Inlandsangebot, guter Inlandsnachfrage sowie teilweise fehlender Weizenqualitäten weniger ausführen als in den Jahren zuvor.

Zwar erwartet das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA, dass 2017/18 die globalen Weizenendbestände weiter steigen sollen. Dabei wird aber oft übersehen, dass die Bestände in den Exportländern zusammen nicht steigen werden. Ein Aufbau der Bestände wird vor allem in Russland und auch in der EU erwartet. In allen anderen wichtigen Ausfuhrländern dagegen wie zum Beispiel in Argentinien bleiben Endbestände auf einem sehr niedrigen Niveau oder werden wie in der Ukraine kontinuierlich abgebaut. Dort sollen sie nur noch halb so hoch sein wie noch vor zwei Jahren.

Für das Wirtschaftsjahr 2018/19 lassen sich derzeit erste Tendenzen ablesen, ohne jetzt schon klare Aussagen treffen zu können. Dennoch können erste Ableitungen über die Anbaufläche zur kommenden Ernte gemacht werden. Auf der nördlichen Hemisphäre ist die Weizenaussaat abgeschlossen.

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Es handelt sich bei der obigen Analyse ausdrücklich nicht um eine Anlageempfehlung! Der Autor stellt lediglich seine persönliche Meinung nach Bewertung verschiedener Marktkriterien dar. Weder der Autor noch die AGRAVIS Raiffeisen AG können irgendeine Prognose bzgl. der Entwicklung von Rohstoffpreisen abgeben und weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese starken Schwankungen unterliegen können und von vielen teils unbekannten Faktoren beeinflusst werden.