Marktanalysen: Chilla checkt!

Welche Märkte sind stabil? Wie entwickeln sich Getreide und Ölsaaten? Welchen Einfluss hat das Weltklima auf unsere regionale Ernte?

Diesen und anderen Fragen geht AGRAVIS-Experte Bernhard Chilla nach und liefert qualifizierte Marktanalysen für den Fachmann und den Laien.

Chilla checkt!



AGRAVIS-Experte Bernhard Chilla analysiert die Märkte

15.11.2018:

„Der globale Körnermaishandel steigt nach der Trockenheit in Europa signifikant an. Deutschland sollte 2018/2019 so viel Mais importieren wie schon seit Jahren nicht mehr“

Weltversorgung Mais – wie gut ist die Welt 2018/2019 mit Getreide versorgt?

Weltweit gab es die höchsten Ernteverluste beim Weizen Weizen seit 2012/2013, gleichzeitig sollen die weltweiten Getreidevorräte noch nie so hoch gewesen sein wie 2017/2018 und 2018/2019. Die globalen Getreideversorgungsbilanzen werden immer stärker von den USA und vor allem von China geprägt. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA schätzte in seinem November 2018 WASDE-Bericht, dass über 70 Prozent der globalen Getreideendbestände (Weizen Weizen, Mais Mais, Reis, Roggen Roggen, Gerste Gerste) in den USA und China liegen sollen, vor 5 Jahren lag dieser Anteil noch bei gut 50 Prozent.

In den USA und China liegen über 70 Prozent der globalen Getreidevorräte – vor allem Körnermais

Mit mehr als 70 Prozent der weltweiten Getreidevorräte in den USA und China werden hingegen die Vorräte in allen anderen wichtigen Ländern(vor allem wichtigen Exportländern von Weizen und Gerste Gerste) immer weiter abgebaut. Dieses Bild zeigte sich insbesondere in der globalen Weizenversorgung. Europa, allen voran Russland, hatte in den vergangenen 5 Jahren den stark wachsenden globalen Bedarf abgedeckt, während der Weizenexport aus den USA sich kaum veränderte im Vergleich zu vor zehn Jahren. So zeigte in diesem Wirtschaftsjahr die Trockenheit in Europa deutlich, wie knapp die Welt – außerhalb von China – mit Weizen versorgt ist. Durch die hohen Ernteverluste in Europa und auch in Australien im Vergleich zum Vorjahr dürfte die globale Erzeugung nur schwer ausreichen, um eine ähnlich hohe Nachfrage wie in den beiden Jahren zuvor abdecken zu können. Vorzugsweise stieg zuletzt die globale Weizennachfrage im Futtersektor an. Diese Entwicklung war nicht nur in Deutschland zu beobachten, sondern auch in den Nachbarstaaten Deutschlands sowie im südostasiatischen Raum, da Weizen relativ preiswert im Vergleich zu anderen Agrarrohstoffen war. Dieses Preisverhältnis hatte sich aber zuletzt erheblich verändert. Weizen wurde erheblich teurer und rechnete sich nicht mehr in den Futterrationen. Dadurch kommt in diesem Wirtschaftsjahr dem Körnermais eine besondere Aufgabe zu. Körnermais müsste Weizen aus den Futterrationen weltweit verdrängen. Dazu ist aber ein deutlicher Anstieg der globalen Körnermaisproduktion notwendig.

Weitere ausführliche Hintergrundinfos zum Thema Weitere ausführliche Hintergrundinfos zum Thema "Weltversorgung Mais 2018/2019"




Es handelt sich bei der obigen Analyse ausdrücklich nicht um eine Anlageempfehlung! Der Autor stellt lediglich seine persönliche Meinung nach Bewertung verschiedener Marktkriterien dar. Weder der Autor noch die AGRAVIS Raiffeisen AG können irgendeine Prognose bzgl. der Entwicklung von Rohstoffpreisen abgeben und weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese starken Schwankungen unterliegen können und von vielen teils unbekannten Faktoren beeinflusst werden.