Ernteergebnisse 2018: AGRAVIS-Bereichsleiter Dr. Philipp Spinne im Interview

20.07.2018

Nachdem es bereits im vergangenen Jahr in einigen Regionen aufgrund der starken Niederschläge in der Ernte kein gutes Ernteergebnis gab, macht den Landwirten in diesem Jahr die extreme Trockenheit zu schaffen, die für Ernteausfälle und schlechte Prognosen sorgt. Dr. Philipp Spinne, Bereichsleiter Agrarzentren der AGRAVIS, wirft einen Blick auf die diesjährige Ernte Ernte im westlichen Arbeitsgebiet der AGRAVIS.

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Wie sieht die aktuelle Situation bei der Gerstenernte aus?

Dr. Spinne: Die Ernte der Wintergerste Wintergerste ist nun weitgehend abgeschlossen. Dabei zeigt sich ein deutliches West-Ost-Gefälle. Im Westen sind die Erträge auch unter dem Durchschnitt der Jahre, aber besser als im Osten. Außerdem ist es im Süden wiederum besser als im nördlichen Arbeitsgebiet. Schuld ist die langanhaltende Trockenheit. Es zeigt sich ein heterogenes Bild: Von Kleinsterträgen bis hin zu ordentlichen Ernten ist alles dabei. Allerdings kann man sagen, dass es flächendeckend eine Reduzierung des Durchschnittsertrags von 10 bis 15 Prozent gibt, teilweise ist sogar eine Verschlechterung von 30 bis 35 Prozent festzustellen.

Wie sehen die Qualitäten der Ernte aus?

Dr. Spinne: Auch wenn die Erträge nicht gut sind, kann man bemerken, dass die Qualitäten weitestgehend noch im Rahmen sind. Bei der Gerste haben wir regional aber deutliche Abweichungen bei den hl Gewichten. Der Weizen Weizen ist zwar in Teilen kleinkörnig, die Raumgewichte sind aber oftmals ausgesprochen schwer. Proteine liegen im guten Rahmen.

Wie sind die weiteren Prognosen und Ernteaussichten?

Dr. Spinne: Beim Raps Raps zeichnet sich ein ähnliches Bild wie bei der Gerste. Auch hier gehen wir von 10 bis 25 Prozent weniger Ertrag aus. Über den Ölgehalt lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nichts sagen. Generell wird es schwierig werden, wenn es in den nächsten 14 Tagen nicht regnet. Es gibt dann beispielsweise Probleme im Grünland. In einigen Regionen fehlt im Grünland bereits mindestens ein Schnitt. Auch der Mais wird aktuell in Mitleidenschaft gezogen.

Was bedeutet die schlechte Ernte für die Futterversorgung?

Dr. Spinne: Durch die reduzierten Erträge im Grünland und die zu erwartenden Ausfälle im Silomais, gehen wir davon aus, dass die Grundfutterversorgung beeinflusst wird. Es wird in einigen Regionen recht eng – insbesondere für Milchviehbetriebe. Um das Futterangebot zu erhöhen, wurde daher teilweise bereits Getreide als Ganzpflanzensilage geerntet.

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