Unterstützung bei der Vorhersage von Hitzestress

14.06.2017

Die thermoneutrale Zone, somit der Wohlfühlbereich der einzelnen Geflügelarten, differenzieren sich untereinander und in Abhängigkeit von Alter und Gewicht sehr stark. So bevorzugen beispielsweise die Legehennen einen Temperaturbereich von unter 20 °C, wobei das Mastgeflügel besonders im vorderen Mastverlauf eine höhere Temperatur vorzieht. Besonders die Sommermonate stellen die Geflügelbetriebe immer wieder vor ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl im Herdenmanagement.

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Große Differenzen zum einen zwischen der Tag- und Nacht-Temperatur und zum anderen zwischen den einzelnen Tagen sind keine Seltenheit. Zudem beeinflusst die Wärme, die während der Verdauungsprozesse produziert wird, den Organismus zusätzlich. Das Geflügel ist in der Lage, die Thermoregulation in Form von Konvektion (Wärmeabgabe über die Haut) zu steuern. Dieser Mechanismus kann allerdings nur bei Vorhandensein eines Temperaturgefälles zwischen Körper- und Umgebungstemperatur funktionieren. Bei Überschreiten eines Wertes von ca. 33°C der Umgebungstemperatur kann die Thermoregulation nur noch überwiegend durch die sogenannte Schnabelatmung stattfinden. Diese Situation würde für das Tier zusätzlichen Stress in Form einer erhöhten Atemfrequenz und schließlich einer zusätzlichen Belastung bedeuten. In diesem Fall werden im Organismus des Geflügels zunehmend freie Radikale gebildet, die wiederum einen negativen Effekt besonders auf das Herz-Kreislauf-System haben können.

Zudem kommt es an Tagen mit besonders hohen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit zu einer erhöhten Milchsäureproduktion im Blut. Die Folge ist ein abnehmender Blut-pH-Wert und eine somit geringere Fähigkeit des Blutes, ausreichend Sauerstoff zu transportieren. Der Organismus ist einer zunehmenden Belastung ausgesetzt und das Leistungsniveau kann sich somit verringern. Im schlimmsten Fall kann es zu einer deutlich erhöhten Mortalität innerhalb des Bestandes kommen.

Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, gilt es, das Geflügel in diesen Phasen zu unterstützen. Zum einen sind eine Steuerung des Stallklima-Managements, eine ausreichende Wasserversorgung und die Funktionalität der Not-Stromversorgung unerlässlich. Zum anderen gilt es, den Bestand während Hitzestresssituationen zusätzlich mit Ergänzungsfuttermitteln zu unterstützen. Ein kombinierter Einsatz aus Miravit AscoStabil und Miravit Hydrolac hat sich dabei in den vergangenen Jahren bewährt. Eine Kombination aus Ascorbinsäure und Polyphenolen, wie sie im Miravit AscoStabil vorkommt, unterstützt die antioxidative Fähigkeit im Organismus, die freien Radikale zu binden und somit unschädlich zu machen. Die Polyphenlole in dieser Kombination sorgen unter anderem für eine längere Stabilität der hergestellten Tagesration, als es bei anderen vergleichbaren Zusammensetzungen der Fall ist. Die ausgewählten Elektrolyte, wie sie im Miravit Hydrolac enthalten sind, kompensieren Elektrolytverluste, welche durch die Schnabelatmung entstehen können, und dienen als Puffersubstanz im Blut, sodass der pH-Wert wieder das physiologische Niveau erreichen kann. Die kombinierte Verabreichung dieser beiden Produkte sollte am Tag der Hitze und am darauf folgenden Tag über das Tränkewasser erfolgen.

Als kostenloses Service-Tool bietet das Miravit-Konzept Miravit-Konzept in diesem Jahr zusätzlich die Thermotool-App für das Smartphone an. Hier besteht die Möglichkeit, diese entweder über den Google Play Store Google Play Store oder über den iTunes Store iTunes Store auf das Smartphone oder den Tablet-PC herunterzuladen. Nach der Eingabe des Wohnortes und der Tierart errechnet die App einen Hitzestress-Index aus der jeweiligen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Dieser wird in einer Skala farblich dargestellt und das Gefahrenpotenzial für den aktuellen Tag und eine Vorhersage für die kommenden fünf Tage lassen sich daran ablesen. Hinter dem „Was ist zu tun“- Button sind für jede Gefahreneinschätzung diverse Managementempfehlungen hinterlegt, die zum einen auf die Gestaltung des Stallklimas und zum anderen auf die zusätzliche unterstützende Versorgung des Geflügelbestandes mit Vitaminen und Elektrolyten hinweisen.

Die extremen Hitzestressphasen traten in den vergangenen Jahren häufig sehr plötzlich auf, sodass die Zeit zum Handeln begrenzt war. Aus dieser Erfahrung heraus, sollte sowohl die Wartung aller technischen Stallklimaelemente als auch ein Vorrat an Ergänzungsfuttermitteln, wie Ascorbinsäure, Polyphenole und Elektrolyte, auf dem Geflügelbetrieb vorhanden sein, um ein schnelles Handeln zu ermöglichen. Die Thermotool-App stellt in diesem Zusammenhang bei der Vorhersage von Hitzestressphasen sicherlich eine gute zusätzliche Hilfestellung für das Betriebsmanagement dar.

Mehr Informationen zu den Hygiene- und Vitalisierungskonzepten gibt es bei Andre Stevens, Telefon 0175 . 2958357, andre.stevens@agravis.de und unter miravit.de miravit.de.

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