Rapswurzel: Wie die Saat so die Ernte

08.06.2017

Spätestens zur Ernte steht die Fruchtfolgeplanung für das kommende Jahr an. Wenn die Entscheidung zugunsten des Winterrapses fällt, fängt mit der Getreideernte die Aussaatvorbereitung Aussaatvorbereitung an. Und mit der Aussaatvorbereitung auch die über einen Großteil des Rapsertrages bestimmende Ausprägung der Rapswurzel.

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Im Vergleich der Vorfrüchte ist auf jeden Fall die Wintergerste die beste Rapsvorfrucht. Sie lässt genügend Zeit, die Ernterückstände ordnungsgemäß einzuarbeiten und somit einen guten Feldaufgang des Rapses zu gewährleisten. Bei den später räumenden Getreidearten bestimmt die zurückgebliebene Strohmenge den Feldaufgang. Verbleibt das Stroh auf der Fläche, kann der Einsatz vom Pflug zu einer deutlichen Verbesserung des Feldaufganges führen. Dieses birgt aber die Gefahr der Strohmattenbildung und einer gestörten Rapswurzel. Wenn das Ende August eingepflügte Stroh bis Mitte April nicht verrottet ist, bildet es eine Barriere für die Rapswurzel und für den kapillaren Aufstieg.

Bleibt die Frage, ob die Mulchsaat das bessere System darstellt. Das auf der Fläche verbliebene Stroh stört nicht im Untergrund. In der Mulchsaat befindet sich das Stroh allerdings direkt im Saathorizont und kann hier auf andere Weise Herausforderungen mit sich bringen. Bei der Aussaat werden durch Strohreste die Schaarführung und damit eine exakte Ablage erschwert. Die Kornablage erfolgt direkt in den Strohresten. Dieses führt grundsätzlich zu geringeren Feldaufgängen in der Mulchsaat. In der Praxis sind die Mulchsaatbestände häufig bis zu 20 Prozent dünner im Vergleich zu Flächen, auf denen das Stroh geräumt wurde. Strohauflagen bieten beispielsweise auch für ungebetene Gäste wie Ackerschnecken und Feldmäuse Rückzugsbereiche.

Ist der Bestand etabliert, gibt es in der Mulchsaat freie Fahrt für die Wurzel – allerdings nur, wenn dort nicht noch weitere Hindernisse überwunden werden müssen. Sind im Untergrund Verdichtungen, geht es der Rapswurzel an den Kragen. Unter Umständen stellt die Rapswurzel direkt über dem Verdichtungsbereich die Wurzelentwicklung ein. Das entstehende Plattengefüge spiegelt eine Verdichtung des Bodens wider. Hervorgerufen wird dieses häufig durch hohe Bodenfeuchtigkeit bei der Ernte. Die hohen Lasten der Erntemaschinen pressen den feuchten Boden in die Plattenstrukturen. Werden Verdichtungen nicht behoben, kommt es zu einer verkürzten und gestauchten Pfahlwurzel, die die Krume nicht ansatzweise durchwurzelt. Wenn Verdichtungsbereiche vorzufinden sind, ist besonders der Raps eine Kultur, die eine Tiefenlockerung in Mehrerträge umsetzen kann. Die gezielte Tiefenlockerung trägt dazu bei, nicht nur in dieser Kultur, sondern auch in den folgenden Früchten sichere Erträge einzufahren.

Um die kommende Rapsausaat möglichst perfekt durchzuführen, sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

Drusch der Vorfrucht:

Verbleibt das Stroh auf der Fläche?

  • Dann kurz häckseln und gut verteilen.
  • Spreuverteiler zur Vermeidung von Spreunestern einsetzen.

Bodenbearbeitung:

- Bodenbearbeitung direkt nach der Ernte beginnen. Besonders in Trockengebieten wassersparend vorgehen (sehr gute Rückverfestigung).

  • Vorhandene Bodenverdichtungen unter trockenen Bedingungen auflockern.
  • Mindestens 20 Zentimeter Wurzelraum schaffen, evtl. Mähdrescherspuren beseitigen.
  • Nährstoffe tief einarbeiten, um eine Lockwirkung zu erzeugen.
  • Gut rückverfestigen, aber nicht zuschmieren

Aussaat:

  • Ausreichend Bodenkontakt der Rapssaat schaffen.
  • Möglichst wenig Stroh in der Saatreihe belassen.
  • Bodenbedingungen gehen vor Saattermin, besser unter guten Bedingungen und nicht zum Wunschtermin drillen.

Werden die genannten Parameter berücksichtigt, steht einer guten Wurzelentwicklung und somit dem entscheidenden Faktor für einen optimalen Rapsertrag nichts entgegen. Maßnahmen wie Pflanzenschutz Pflanzenschutz und Düngung Düngung begleiten die Kultur durch das Jahr, können aber in keinem Fall Defizite in der Bodenstruktur ausgleichen. Wenn dann noch die richtige Sorte gewählt wird, sind je nach Standort 5 bis 6 Tonnen pro Hektar Rapsertrag möglich.

Weitere Infos gibt es bei Eckhard Seemann, Telefon 0175 . 2958438, eckhard.seemann@agravis.de.

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