Raiffeisen Bio-Brennstoffe: Nicht nur Ware von A nach B fahren

24.10.2016

Welche Soft Skills benötigt ein Pelletfahrer? Was muss er technisch draufhaben? Reicht es, die Ware von A nach B zu fahren, oder sollte er selbst ein Pellet Pellet-Fachmann sein? Die Raiffeisen Bio-Brennstoffe GmbH Raiffeisen Bio-Brennstoffe GmbH beschäftigt sieben Fahrer, die mit insgesamt sechs Lkw die Ware zu den Kunden bringen. Oliver Korting, Geschäftsführer der Raiffeisen Bio-Brennstoffe GmbH, erklärt im Interview, welche Aufgaben ein Pelletfahrer hat.

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Andreas Wrana gehört zu den sieben Pelletfahrern der Raiffeisen Bio-Brennstoffe GmbH.Raiffeisen Bio-Brennstoffe: Nicht nur Ware von A nach B fahren 
Andreas Wrana gehört zu den sieben Pelletfahrern der Raiffeisen Bio-Brennstoffe GmbH.

Was muss der Fahrer können, um einen Pellet-Laster fahren und bedienen zu können?
Korting:
Bevor wir einen neuen Fahrer einsetzen, erhält er von uns erst einmal das Grundwissen über das, was er fahren wird: Holzpellets. Diese Aufgabe übernimmt in der Regel unser Qualitätsmanager Martin Kuhmann. Ein neu eingestellter Fahrer wird durch einen erfahrenen Pellet-Fahrer geschult, das heißt, er fährt zwei bis drei Wochen mit ihm zusammen zu den Pellet-Werken, den verschiedenen Lagern und zu unseren Kunden. Wir nennen das „learning by doing“. Aber auch die „alten Hasen“ lernen nie aus. Wir fahren mit modernen Fahrzeugen, die Fahrzeug- und Ausblastechnik wird stetig verbessert. Kommt ein Neufahrzeug zum Einsatz, wird das Fahrpersonal professionell in die Fahrzeugtechnik und Bedienung eingewiesen. Geschultes Personal ist Teil unserer Unternehmensphilosophie.

Welches Fachwissen benötigt ein Pelletfahrer?
Korting
: Vor jeder Befüllung wird die Lagerstätte vom Fahrer begutachtet. Es gibt verschiedene Varianten von Lagerstätten: Erdbunker, Sacksilo und Lagerräume im Haus. Je nach Lagertyp und Entfernung hat der Fahrer zu beurteilen, mit welchem Druck bzw. Luftstrom er die Pellets einbläst. Grundsätzlich müssen die Pellets so schonend wie möglich eingeblasen werden. Wichtige Daten wie Bunkertyp, Restmenge, Austragungssystem, Schlauchlänge, Druck, Einblaszeit und vieles mehr werden in einem Anlieferungsprotokoll vom Fahrer festgehalten. Vom DEPV und DEPI gibt es eine Broschüre „Empfehlungen zur Lagerung von Holzpellets", diese kennt der Fahrer in- und auswendig. Sie ist eine große Hilfe. Stellt der Fahrer Fehler in der Zuleitung bzw. in der Lagerbeschaffenheit fest, kann er durch sein Fachwissen beraten.

Was ist die hohe Kunst des schonenden Einblasens?
Korting
: Durch ihre Erfahrung und die regelmäßigen Schulungen wissen die Fahrer genau, wie sie die Holzpellets möglichst schonend in die Lagerstätte einblasen.

Welche Voraussetzungen gibt es, um Pellet-Fahrer zu werden? Gibt es zum Beispiel Vorschriften oder Mindestqualifikationen?
Korting
: Grundsätzlich benötigt er das, was alle Lkw-Fahrer benötigen: Führerschein, Fahrerkarte und nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz entsprechende Fahrermodule, die durch externe Schulungen stetig aufgefrischt werden. Allerdings verlangen wir von unseren Fahrern mehr: Sie müssen gegenüber dem Kunden freundlich sein, fachkundig und sie beraten. Der Fahrer ist ein Repräsentant unseres Unternehmens.

Wie sieht sein Arbeitsalltag aus?
Korting
: Unsere Lkw stehen an unseren Lagerstandorten, hier ist der Arbeitsbeginn unserer Fahrer. Sämtliche benötigten Papiere/Fahraufträge entnimmt der Fahrer aus einem Drucker am Lager. Zum Teil sind die Fahrzeuge bereits vorgeladen. Nachdem der Fahrer einen Rundum-Check am Fahrzeug vorgenommen hat, kann er losfahren. Das Navigationsgerät im Lkw ist bereits von Seiten der Disposition mit allen Kundendaten programmiert. Hier erhält er auch Zusatzinformationen zum jeweiligen Kunden, wie zum Beispiel „Anfahrt nur ohne Anhänger möglich" oder ähnliches. Durch unsere sieben Lagerstandorte sind wir recht nah am Kunden und stellen so eine schnelle Belieferung sicher.

Wie ist die Situation am Arbeitsmarkt? Gibt es genügend geeignete Fahrer?
Korting
: Es ist nicht leicht, geeignetes Fachpersonal zu finden. Der Pellet-Fahrer ist das Aushängeschild des Unternehmens, er ist derjenige, der im direkten Kontakt mit dem Kunden steht. Es wird nicht nur Fahrpersonal gesucht, das Ware von A nach B fährt, sondern er muss auch ein korrektes Auftreten beim Kunden haben und jemand sein, der sein „Handwerk" versteht. Durch den stetigen Ausbau des Holzpellet-Marktes werden immer mehr Fahrer in dieser Branche benötigt.

Wie schulen Sie Ihre eigenen Fahrer?
Korting
: Intern durch den eigenen Qualitätsmanager, mindestens zweimal im Jahr, und zusätzlich extern durch den DEPI. Für die externe Schulung bekommen wir mit unseren Kooperationspartnern eine ordentliche Anzahl an Fahrern zusammen. Bei der jüngsten Schulung waren es zirka 20 Personen. Hier legen wir auch Wert auf den Erfahrungsaustausch der Fahrer untereinander.

Mit welchen Kundenfragen werden die Fahrer häufig konfrontiert?
Korting
: Unsere Fahrer werden am häufigsten gefragt: Woher stammen die Pellets? Mit welchem Druck blasen Sie ein? Wo bleiben Sie mit dem abgesaugten Staub? Welche Norm liefern Sie aus? Können Sie mir den Unterschied der einzelnen Pellet-Sorten erklären, zum Beispiel zwischen Hartholz- und Weichholzpellets? Das alles müssen sie wissen.

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