Guter Mais, miserabler Mais: Interview mit AGRAVIS-Experten

Im Frühsommer stand der Mais Mais in einigen Regionen Deutschlands tagelang im Wasser. Im September brannte die Sonne auf die Felder. Die Ernte hat in einigen Teilen Deutschlands zwei Wochen früher begonnen als sonst. AGRAVIS-Pflanzenbau-Vertriebsexperte AGRAVIS-Pflanzenbau-Vertriebsexperte Dr. Stefan Wichmann erklärt, wie es dem Mais geht.

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Zu nass, zu trocken: Wie hat der Mais den unruhigen Frühsommer und den hochsommerlichen Frühherbst weggesteckt?
Wichmann
: Im Westfälischen eher schlecht. Dort müssen wir leider von miserablen Erträgen und Qualitäten ausgehen. In anderen Regionen wie in Weser-Ems oder im östlichen Niedersachsen gab es auch sehr viel guten Mais.

Welche Probleme haben die Landwirte bei der Ernte?
Wichmann
: Das Problem ist, wenn der Mais – aufgrund der schlechten Wurzelentwicklung infolge der Nässe im Frühsommer – schlagartig abreift. Die Planung des richtigen Erntetermins ist dabei eine Herausforderung, weil nicht alle Flächen gleichzeitig die Siloreife erreichen. Im Gegensatz zum sehr späten Vorjahreserntebeginn ist die Ernte 2016 bis zu drei Wochen früher.

Mit welchen Erträgen und mit welchen Qualitäten ist zu rechnen?
Wichmann
: Bei den Erträgen und Qualitäten werden wir alles erleben. Wie gesagt: In Westfalen ist von deutlich unterdurchschnittlichen Erträgen auszugehen. Ansonsten werden die Erträge in Ordnung sein. Die Trockensubstanzgehalte der Maissilagen werden aufgrund der zügigen Abreife allerdings häufig sehr hoch sein.

Sehen Sie Anzeichen, dass sich die Ernteverläufe beim Mais weiter verschieben, sprich: aufgrund des sich ändernden Wetters die Ernte generell eher früher als später beginnt?
Wichmann
: Schwer zu sagen. In 2015 haben wir genau das Gegenteil erlebt. Niedrige Temperaturen und deutlich langsame Abreife bis in den Oktober hinein und niedrige Trockensubstanzgehalte. Vermutlich werden, wie viele prognostizieren, die Extreme häufiger.

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