Falkennachwuchs auf dem Dach

Turmfalken lieben Plätze in luftiger Höhe, denn dort können sie ungestört brüten und sind vor Feinden gut geschützt. Normalerweise nisten Falken auf hohen Felsen, haben aber auch immer mehr Industriegebäude als Lebensraum entdeckt. Der Nistkasten auf dem Dach des Distributionszentrums der AGRAVIS Raiffeisen AG im Gewerbegebiet Münster-Loddenheide ist schon seit neun Jahren beliebte Wohnung der seltenen Flieger. Auch in diesem Jahr logiert ein Turmfalken-Pärchen auf dem hochgelegenen Brutplatz.

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Das AGRAVIS-Distributionszentrum im Gewerbegebiet Münster-Loddenheide ist mit seinem hohen Dach ein idealer „Logenplatz“ für Falken. In diesem Jahr piepsen drei Falkenjungen im Nistkasten um die Wette.Falkennachwuchs auf dem Dach
Das AGRAVIS-Distributionszentrum im Gewerbegebiet Münster-Loddenheide ist mit seinem hohen Dach ein idealer „Logenplatz“ für Falken. In diesem Jahr piepsen drei Falkenjungen im Nistkasten um die Wette.

Drei hungrige Schnäbel des Falkennachwuchses wollen momentan versorgt werden und fordern lautstark Futter.

André Geißler ist jedes Jahr im April gespannt, ob ein Turmfalken-Pärchen das Wohnungsangebot wahrnimmt. Der Prozessmanager hat den Nistkasten vor neun Jahren auf Rat eines Falkners auf dem Dach angebracht. Die geräumige braune Kiste mit Runddach wurde bewusst an einem ungemütlichen, für Menschen schwer zugänglichen Ort angebracht. „Seitdem war der Nistkasten in jedem Frühjahr bewohnt“, berichtet Geißler. „Ein echter Glücksfall, denn nicht jeder Nistkasten wird auch akzeptiert. Insgesamt konnten wir 40 junge Falken bei ihren ersten Flugübungen beobachten. Die drei Falkenjungen von diesem Jahr werden sicher auch bald damit beginnen.“

Der Turmfalke ist ein kleiner Verwandter des Wanderfalken. Nachdem der Wanderfalken in den 60er Jahren fast ausgestorben war, gibt es heute wieder über 200 Brutpaare in Nordrhein-Westfalen. Ein Erfolg, auf den die Artenschützer stolz sind, und zudem auch die AGRAVIS Raiffeisen AG einen Beitrag leistet. Eine sichelförmige Silhouette am Himmel ist typisch für Falken. „Wenn der Vogel sich aus einem Kilometer Höhe mit einer Geschwindigkeit von fast 300 Stundenkilometer auf seine Beute stürzt, ist das schon ein beeindruckendes Bild“, weiß Geißler. Der „Ferrari der Lüfte“, wie der Wanderfalke genannt wird, hat seine Chancen genutzt und sich an eine veränderte Umgebung angepasst.