Greening mit Zwischenfrüchten: Gute Grundlage schaffen

Im vergangenen Jahr mussten die Landwirte zum ersten Mal die sogenannten Greening Greening -Anforderungen erfüllen, um die volle Flächenprämie im Rahmen der EU-Agrarförderung zu erhalten. Die Anforderungen beinhalten neben der Anbaudiversifizierung auch die Schaffung sogenannter ökologischer Vorrangfläche auf mindestens 5 Prozent der Ackerfläche.

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Zwischenfrüchte sind kostengünstige Mischungen, die nur geringe Ansprüche an Saatbett und Saattechnik stellen.Greening mit Zwischenfrüchten: Gute Grundlage schaffen
Zwischenfrüchte sind kostengünstige Mischungen, die nur geringe Ansprüche an Saatbett und Saattechnik stellen.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurden 2015 diese ökologischen Vorrangflächen zu zirka zwei Drittel durch die Aussaat von Zwischenfrüchten erfüllt. Anderen Maßnahmen wie Untersaaten, Stilllegung, Leguminosenanbau oder der Anlage von Puffer-/Randstreifen kam eine deutlich geringere Bedeutung zu. 2015 wurden in Nordrhein-Westfalen auf 14 Prozent der Ackerfläche Greening-Zwischenfrüchte Zwischenfrüchte angebaut. Aufgrund dessen spielte der Anbau von Zwischenfrüchten eine bisher unerreicht wichtige Rolle für die Landwirtschaft und war vielerorts Gesprächsthema. Es konnten viele neue Erkenntnisse bzgl. der unterschiedlichen Zwischenfruchtmischungen bis hin zur Eignung einzelner Pflanzenarten und sogar Sorten gesammelt werden. Insbesondere in veredlungsstarken Regionen, wo traditionell Mais- und Getreidefruchtfolgen vorherrschen, fiel die Wahl häufig auf Mischungen verschiedener Kreuzblütlerarten, wie Gelbsenf und Ölrettich. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es sind kostengünstige Mischungen, die nur geringe Ansprüche an Saatbett und Saattechnik stellen. Sie müssen nicht gedrillt werden, sondern gelingen auch bei der Saat mit dem Schneckenkornstreuer.

Erfolgreich mit Zwischenfruchtanbau

Die schnelle Anfangsentwicklung von Senf und Ölrettich soll dabei eine gute Unkrautunterdrückung und eine verhältnismäßig hohe Spätsaatverträglichkeit gewährleisten. In der Praxis zeigten sich jedoch teilweise große Unterschiede zwischen den verwendeten Senf-Ölrettich-Mischungen, die nicht durch Aussaattermin oder Standort zu begründen waren. Senfpflanzen, die mit wenig Blatt und viel Stängel sehr früh zu blühen beginnen, oder Ölrettichpflanzen, die zu Weihnachten immer noch nicht blühen, sondern sehr stark mit der Bildung des Rettichs (Speicherorgan) beschäftigt sind. Diese Unterschiede beruhen neben der Aussaatstärke auf den Sorteneigenschaften der verwendeten Gelbsenf- und Ölretticharten. In Zuckerrüben- und Kartoffelregionen aufgrund von phytosanitären Aspekten schon länger berücksichtigt, sind die spezifischen Sorteneigenschaften auch für einen erfolgreichen Zwischenfruchtanbau vor Mais von wesentlicher Bedeutung.

Ölrettich übernimmt verschiedene Aufgaben

Für den Zwischenfruchtanbau von Senf und Ölrettich sind vor allem die vom Bundessortenamt eingestuften Eigenschaften „Blühneigung und Massenbildung im Anfang“ entscheidend. Eine ausgeprägte anfängliche Massenbildung bei den verwendeten Senf- und Ölrettichsorten garantiert durch den zügigen Aufwuchs einen schnellen Reihenschluss und damit eine optimale Unkrautunterdrückung und Spätsaatverträglichkeit. Die Blühneigung hingegen muss bei Gelbsenf und Ölrettich unterschiedlich betrachtet werden. Bei den Gelbsenfsorten ist eine geringe Blühneigung, also eine tendenziell späte Blüte, kombiniert mit schneller Anfangsentwicklung sehr positiv zu beurteilen. Die Pflanzen bilden zügig einen sehr blattreichen Aufwuchs und entfalten maximale Konkurrenzkraft. Die Ölrettichsorten hingegen sollten hinsichtlich ihrer Blühneigung etwas genauer betrachtet und nach der jeweiligen Zielsetzung differenziert werden. Wird etwa nematodenresistenter Ölrettich zur Bekämpfung von Rübenzysten-Nematoden angebaut, sorgt die möglichst lange vegetative Wachstumsphase von spätblühenden Sorten für einen hohen Bekämpfungserfolg. Im Anbau vor Mais soll der Ölrettich hingegen vornehmlich eine bodenverbessernde Funktion übernehmen und anschließend möglichst keine Probleme in der Folgekultur verursachen. Vor allem spätblühende Ölrettichsorten neigen bei zu geringer Saatstärke zur Rettichbildung, wodurch Winterhärte und Herbizidtoleranz gesteigert werden. Diesbezüglich ist der Ölrettich auch dieses Jahr wieder negativ aufgefallen, da flächenweise nicht abgefrorene Ölrettichpflanzen mit erhöhtem Aufwand beseitigt werden mussten.

Aus diesem Grund jedoch auf die Vorteile des tiefwurzelnden Ölrettichs im Zwischenfruchtanbau vor Mais zu verzichten und wieder ganz auf Senf zu setzen, ist pflanzenbaulich betrachtet nicht die beste Wahl. Einen guten Lösungsansatz bietet die verbesserte Zwischenfruchtmischung topsoil kornpro EU für das Anbaujahr 2016.

Bestandsdichte ist wichtig

In der Mischung aus Gelbsenf, Ölrettich und Leindotter werden ausschließlich spätblühende Gelbsenfsorten mit frühblühenden Ölrettichsorten kombiniert. Die frühe Blühneigung des Ölrettichs bewirkt, dass die Pflanzen zügiger zu Schossen beginnen und durch die starke Konkurrenz durch den wüchsigen Gelbsenf schneller hochwachsen. Durch die weitgehend unterdrückte Rettichbildung frieren die Pflanzen sicherer ab und sind in der Folgekultur einfacher zu kontrollieren. Um diesen Effekt zu erzeugen, ist also neben der richtigen Sortenwahl eine ausreichende Bestandesdichte notwendig, die nur durch Einhaltung der empfohlenen Saatstärke gewährleistet werden kann. Der Leindotter als Kruzifere sorgt mit seiner Wurzelleistung und intensiver Exsudatausscheidung zusätzlich für Nährstoffaufschluss und -speicherung im Oberboden.

Das gesamte topsoil-Zwischenfrucht-Sortiment bietet eine große Auswahl an Mischungen, für unterschiedliche Fruchtfolgesysteme. Die jeweilige Fruchtfolgeeignung sowie die geeigneten Saattermine und Aussaatmengen sind unter topsoil.de oder im aktuellen topsoil-Flyer 2016 nachzulesen. Die topsoil-Mischungen, die in ihrer Arten- und Mengenzusammensetzung für das „Zwischenfrucht-Greening“ geeignet sind, haben in der Bezeichnung das Kürzel „EU“ und sind „der beste Grund für Ihren Ertrag“.

Weitere Infos zu diesem Thema gibt es bei Thomas Husemann unter Tel. 0251 . 682-2066, thomas.husemann@agravis.de.