Training für Tankwagenfahrer: Bei „Bauernglatteis“ sicher unterwegs

Thomas Berger ist ein alter Hase. Seit 20 Jahren fährt er Tankwagen, beliefert die Kunden des AGRAVIS-Mineralölzentrums Mitteldeutschland (AMZ) mit Heizöl und Diesel. Am Steuer seines Tankwagens bringt ihn so schnell nichts aus der Ruhe. Und doch hat er seinen Volvo FM jetzt noch einmal von einer neuen Seite kennengelernt. Berger und weitere 13 Kollegen vom AMZ in Querfurt und vom Mineralölhandel Piening Mineralölhandel Piening , einer Tochtergesellschaft der AGRAVIS Raiffeisen AG, nahmen an einem Fahrsicherheitstraining in Nordhausen teil.

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Die beruhigende Erkenntnis: Fahrer und Lkw sind für kritische Situationen im Straßenverkehr gewappnet – wobei jeder hofft, dass sie möglichst nie eintreten werden. „Ist schon krass, was 10 Stundenkilometer Differenz ausmachen“, sagt Berger, nachdem er seinen Lkw zunächst mit 30, dann mit 40 und schließlich mit 50 km/h über die Versuchsstrecke lenkt und anschließend eine Vollbremsung vollzieht. Das Antiblockiersystem hält den Tankwagen exakt in der Spur – selbst auf regennasser Fahrbahn. Aber natürlich gilt: Je schneller das Fahrzeug, desto länger der Bremsweg. Dass dies nicht nur blanke Theorie ist, haben die Tankwagenfahrer bei dem Training real gespürt. Bei Tempo 50 war der Bremsweg dreimal so lang wie bei 30 Stundenkilometern.

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Nun gehört eine Vollbremsung für die Tankwagenfahrer nicht gerade zum Alltag im Straßenverkehr. „Bei mir ist es noch nie vorgekommen“, sagt Sven Winnefeld, der für den Mineralölhandel Piening unterwegs ist. Und doch empfand er das Training als sehr hilfreich. „Das macht auf jeden Fall Sinn.“ Dass sich die Fahrer bei Vollbremsung oder Ausweichmanövern auf ihr Fahrzeug verlassen können, „ist auf jeden Fall beruhigend“, so Winnefeld. Genauso wichtig ist, dass sich die Männer im Führerhaus im Falle eines Falles in Sekundenbruchteilen richtig verhalten. Auch das konnten sie in Nordhausen in der Praxis üben und bekamen dazu wertvolle Tipps von den Trainern.

Prävention im Vordergrund

„Uns geht es um Prävention“, betont René Lutze, Trainingsverantwortlicher im Berufsbildungszentrum Straßenverkehr (BBZ) in Nordhausen. Das BBZ verfügt mit dem Autodrom in Nordhausen über ein ideales Gelände, um potenzielle Gefahrensituationen zu simulieren. Die Asphaltstrecke ist 300 Meter lang, drei verschiedene Untergründe sind realen Straßengegebenheiten nachempfunden – von trocken bis zum „Bauernglatteis“, also rutschigem Belag, wie er zum Beispiel in Erntezeiten häufig vorkommt.

Schwärmerei nach 20 Jahren

Karsten Müller, Leiter des AGRAVIS-Mineralölzentrums in Querfurt, hatte die Idee zu diesem Fahrsicherheitstraining. „Vor rund 20 Jahren haben wir das schon einmal gemacht“, erinnert er sich. „Und diejenigen, die damals dabei waren, schwärmen noch heute davon.“ Für die Fahrer der Piening-Gruppe habe er solch ein Training schon lange vorgehabt, erklärt Geschäftsführer Michael Rosehr. „Als sich die Gelegenheit ergab, das gemeinsam mit dem AMZ Querfurt durchzuführen, habe ich sofort zugegriffen.“

Schöner Nebeneffekt: Das Fahrsicherheitstraining wird anerkannt als Baustein der gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildung nach Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz. Alle drei Jahre, so empfiehlt es René Lutze, sollte man ein Fahrsicherheitstraining wiederholen. Thomas Berger und Sven Winnefeld wollen dann auf jeden Fall wieder dabei sein.

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