Unwetter sind am Agrarmarkt großes Thema

Die Tiefs der vergangenen Wochen haben ganze Arbeit geleistet. Katastrophenalarm in Oberbayern, Ausnahmezustand in Hamburg, Unwetter fast überall in Deutschland – viele Regionen litten unter den Wetterturbulenzen. Besonders betroffen waren anfangs Bayern und Baden-Württemberg, zuletzt auch Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Am Wochenende trafen die Überflutungen Hessen. Zum Teil müssen die Landwirte mit empfindlichen Ernteeinbußen rechnen.

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Die Unwetter der vergangenen Wochen in Deutschland können Auswirkungen auf die Ernte haben. In welchem Umfang, das müssen Landwirte und Experten abwarten. Unwetter sind am Agrarmarkt großes Thema 
Die Unwetter der vergangenen Wochen in Deutschland können Auswirkungen auf die Ernte haben. In welchem Umfang, das müssen Landwirte und Experten abwarten.

Für seriöse Schätzungen in Bezug auf Ernteausfälle oder Preisentwicklungen ist es aber noch zu früh. Zunächst einmal müssen alle Informationen und Daten gesammelt und analysiert werden. Steffen Holsten, Bereichsleiter Agrarerzeugnisse beim Agrarhandelsunternehmen AGRAVIS Raiffeisen AG, rechnet derzeit noch nicht mit großen Veränderungen. „Die starken Niederschläge waren für den Agrarbereich regional begrenzt, das Wasser fließt meist schnell wieder ab“, erläutert er. Mancherorts seien allerdings ganze Felder überschwemmt oder Ernten in Mitleidenschaft gezogen worden. Die bisherigen Ernteprognosen nach unten zu korrigieren, dafür sei es aber zu früh. Gleiches gelte für die Preise. Dort, wo es viel Regen, aber keine schweren Unwetter gab, biete das Wasser für die bisher eher unter Trockenheit leidenden Böden sogar eine gute Grund-Feuchtigkeitsversorgung.

Bernhard Chilla, Marktanalyst Agrarerzeugnisse der AGRAVIS, hat bereits festgestellt: „Der Markt redet über die Unwetterfolgen.“ Und das nicht nur in Deutschland, sondern verstärkt zum Beispiel auch in Frankreich. Chilla hat alle Entwicklungen genau im Blick und prüft ihre Auswirkungen: „Wir müssen das beobachten, aber richtige Qualitätsprobleme können wir noch nicht feststellen.“ Konkrete Aussagen über Menge und Qualitäten der Ernte trifft auch er nicht: „Es fehlen Zahlen. Außerdem sieht man die Auswirkungen auf den Feldern erst dann, wenn sich die Ähren füllen.“

Was die Landwirte abseits der Unwetter stark beschäftigt, sind die Folgen des anhaltend feuchtwarmen Wetters. „Erstmal ist es nach dem trockenen Mai ja gut, dass überhaupt Wasser vom Himmel kommt“, erklärt Franz Schulze Eilfing, Leiter der Pflanzenbau-Vertriebsberatung Pflanzenbau-Vertriebsberatung der AGRAVIS. Problematisch sei, dass der Regen in der Weizenblüte kam. „Dadurch sind die Infektionsbedingungen für Fusariosen gut und das kann die Qualität des Getreides mindern.“ Die Landwirte reagierten bereits mit entsprechenden Maßnahmen. „Fusarien sind bei diesem Wetter das Hauptthema“, hat Schulze Eilfing festgestellt. Denn durch die Schwüle nimmt der Krankheitsdruck auf den Äckern zu. Auch der Läusebefall steigt. „Da macht es Sinn, dass man beides zusammen behandelt“, erläutert der Experte.

Da, wo die Unwetter richtig gewütet haben, befürchtet Schulze Eilfing Probleme mit den Hackfrüchten: „Rüben- und Maisflächen verschlemmen.“ Wo es wiederum einfach nur regnete, herrschen optimale Bedingungen für den Mais. Das gilt vor allem für Gebiete wie Brandenburg und Sachsen-Anhalt, wo schon der April zu trocken gewesen war: „Da ist es gut, wenn flächig endlich einmal Regen fällt“, sagt Schulze Eilfing.

Laut Wetterprognosen soll in Deutschland das wechselhafte Wetter mit Schauern und Gewittern erst einmal anhalten.

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