„Ein Weihnachtsbaum ist wie guter Rotwein“

Deutschland ist Weihnachtsbaumland. Ca. 50.000 Hektar groß ist die Anbaufläche der Weihnachtsbaumkulturen. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel wachsen auf etwa 22.000 Hektar Weihnachtsbäume, in Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind es um die 3.500 ha, in Sachsen-Anhalt und Brandenburg um die 1.500 ha. Einer, der sich mit Nordmanntanne, Blaufichte und Co. auskennt, ist AGRAVIS-Sonderkulturenexperte Sonderkulturenexperte Frank Uwihs.

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Sonderkulturen-Experte Frank Uwihs (re.), hier im Kunden-Gespräch, kennt die Trends beim Thema Weihnachtsbaum.„Ein Weihnachtsbaum ist wie guter Rotwein“
Sonderkulturen-Experte Frank Uwihs (re.), hier im Kunden-Gespräch, kennt die Trends beim Thema Weihnachtsbaum.

Wie sind die Weihnachtsbäume durchs Jahr gekommen?

Perfekt ist es ja nie. Aber es war kein schlechtes Jahr. Im Frühjahr hat die extreme Trockenheit regional den Bäumen zugesetzt. Später kam dann Regen, aber es war insgesamt übers Jahr einfach zu trocken. Zum Teil hatten wir auch mit Spätfrost Probleme, z.B. in der Schwarmstedter Ecke. Im Sauerland war es ähnlich. Zum Herbst kamen leichte Probleme mit der Farbe der Bäume, da muss man Bodenbeschaffenheit, Düngung und ph-Wert im Auge behalten. Beim Verkauf scheint es so, dass es von den kleinen Bäumen bis 1,70 Meter mehr gibt als von den nachgefragten größeren. Insgesamt muss man sagen, dass sich beim Weihnachtsbaumverkauf Qualität durchsetzt.

Es gibt also ein ausreichendes Angebot für den Kunden.

Ja, jeder wird seinen Baum zum Fest bekommen. Zu 95 Prozent kaufen die Kunden übrigens Nordmanntannen. Die Vermarktung ändert sich allerdings immer mehr. Der Kunde findet die Bäume in den Raiffeisen-Märkten und den Gartencentern, aber auch immer mehr in den großen Lebensmitteldiscountern. Für die Straßenhändler wird es immer schwieriger. Was seit Jahren zunimmt, ist der Weihnachtsbaumverkauf ab Hof als Event für die ganze Familie. Höfe, die im Speckgürtel von Städten liegen, machen hier ein gutes Geschäft. Da gibt es dann Glühwein, Treckerfahren und Weihnachtsbaum-Schlagen. Ganze Firmen buchen das als Ausflug. Das wird immer mehr.

Ein Tipp vom Fachmann: Wie bleibt mein Baum lange schön?

Ein Weihnachtsbaum ist wie guter Rotwein. Wenn man den Baum selber schlägt, sollte man ihn eine Woche draußen stehen lassen, damit er zur Ruhe kommt und nicht gleich von der Kälte in die Wärme geht. Dann bleibt er auch lange schön.

Faktencheck: Eine Verbraucherbefragung von Produkt und Markt hat ergeben, dass 50 Prozent der Deutschen einen echten Weihnachtsbaum aufstellen – Tendenz fallend. Steigende Tendenzen gibt es bei den Haushalten ohne Weihnachtsbaum (38 Prozent) und denen ohne Naturbaum – sprich: Plastik (12 Prozent).

Länder-Check: Frank Uwihs nennt die Unterschiede

Deutschland: schmale Bäume für kleinere Wohnungen, größere Abstände zwischen den Triebetagen für die echten Kerzen

England: große Bäume (über 2 Meter) für die Diele, dichte Zweige, da nur Lichterketten

Frankreich: max. 1,75 Meter hoch für die kleinen Stadtwohnungen

Osteuropa: Rotfichten und Kiefern aus dem Wald

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