AGRAVIS-Experten geben Tipps zum zweiten Schnitt bei der Grasernte

Erst viel Regen, dann die tropische Hitze und schließlich Gewitter und Hagel – das Wetter fordert von den Landwirten viel Spontaneität. Bei der Grasernte läuft in diesen Tagen der zweite Schnitt. Nach der letzten Hitzeperiode kommt es zum Teil trocken wie Heu vom Feld. Wer Pech hat, dem verhageln lokale Unwetter die Bilanz. Experten der AGRAVIS geben Tipps zur richtigen Grünlandbewirtschaftung Grünlandbewirtschaftung .

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„In Nord-Schleswig-Holstein haben die Landwirte gerade erst mit dem zweiten Schnitt begonnen“, erklärt Peter Hammann, der für die AGRAVIS Raiffeisen AG im Bereich Saatgut Saatgut als Grünland-Berater in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs ist. Viele Landwirte konnten hier auch den ersten Schnitt wegen der Trockenheit und Kälte erst Ende Mai/Anfang Juni setzen, gut zwei Wochen später als sonst. Im südlichen Schleswig-Holstein war man schon Mitte Mai auf den Feldern. „Der erste Schnitt ist von der Menge her geringer ausgefallen“, weiß Hammann; „und auch jetzt sind die Mengen nicht so wie gewünscht. Es war im Juni doch sehr verregnet und nicht befriedigend. Die Landwirte sollten trotzdem die Bewirtschaftungsintensität durch Düngung und Nachsaaten hoch halten, um effizient die immer teurer werdenden Flächen zu nutzen.“

Nachsaaten zur Qualitätssicherung

Im Arbeitsbereich von Imke Hansing, der Pflanzenbau-Vertriebsberatung in Cloppenburg, sind die Landwirte mit der geernteten Menge an Gras durchaus zufrieden. „Das Grünland leidet ja nicht so stark unter dem Wetter wie zum Beispiel Getreide“, sagt Hansing. Problematisch wird es allerdings jetzt für diejenigen, die Ende Juni gemäht haben und direkt in die Hitzewelle kamen: „Die Sonne brennt dann auf die abgeerntete Fläche und es ist auch keine Düngung möglich. Dann kann sich die Grasnarbe nicht so schnell erholen, wie sie sollte. Wo jetzt im Sommer viele wertvolle Gräser vertrockenet sind, müssen Nachsaaten im Herbst durchgeführt werden, um die Qualität zu sichern.“ Schließlich stehen 2015 noch der dritte und vierte Schnitt im Kalender der Landwirte.