Weizensorten für den Herbst 2015 auswählen

Jedes Jahr stellt sich für den Landwirt zur Herbstaussaat die Frage der Sortenwahl bei Weizen Weizen . Wichtige Kriterien für die Sortenentscheidung sind die Verwertungsrichtung sowie die Fruchtfolgestellung und die geplante Saatzeit.

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Frohwüchsige Sorten sind bevorzugt für spätere Saattermine zu verwenden, Sorten mit verhaltener Jugendentwicklung sind ideal für Frühsaaten. Frühsaaten sind in der Saatmenge entsprechend zu reduzieren. Wenn auf einem guten Weizenstandort ein Weizenbestand mit etwa 600 bis 650 Ähren pro Quadratmeter m² entstehen soll, so ist bei Frühsaat und vom Zeitablauf her sicherer Bestockung von 1:3 bis 4 eine Saatstärke von nicht mehr als 200 bis 220 Körnern pro Quadratmetern zu wählen. Sind Aussaaten nach kritischen Vorfrüchten wie Mais geplant, sollten unbedingt Sorten eingesetzt werden, die eine geringe Anfälligkeit für Ährenfusarium aufweisen.

Aussaaten werden früher gemacht

Tendenziell sind in den vergangenen Jahren die Aussaaten früher im Herbst durchgeführt worden, bedingt durch gute Wetterbedingungen, aber auch durch betriebliche Gegebenheiten. Bei spät einsetzender Winterwitterung oder durch Ausbleiben eines „richtigen Winters“ überwachsen dann die Bestände wie es etwa im vergangenen Frühjahr zu sehen war. Die Bestandesführung beziehungsweise die Düngerstratregie solcher Bestände ist äußerst schwierig und die Pilzbelastung im Frühjahr sehr hoch. Im Herbst weit entwickelte Bestände sind stärker Auswinterungsgefährdet, dies ist noch aus dem Winter 2011/12 gut in Erinnerung.

Tipps für die Frühsaat

Sorten für die Frühsaat ab Mitte September wie Julius, Tobak, Rumor, Elixer undPatras sollten speziell mit Wurzelschutzbeize Latitude versehen werden, um Schwarzbeinigkeit vorzubeugen. Für Frühsaaten, besonders auf Grenzstandorten, sind auch Weizen-Hybriden gut geeignet wie etwa Hyberry. Dabei bestätigt sich die hohe Leistungsfähigkeit der Hybriden besonders und die Saatgutkosten halten sich bei drei Einheiten je Hektar (150 Körner pro Quadratmeter) in Grenzen.

Eine Vielzahl von Weizensorten ist saatzeittolerant und reagiert nicht extrem auf den frühen oder späten Saattermin, vorausgesetzt die Saatmenge wird angepasst. Sorten, die in diese Kategorie passen sind unter anderem Desamo, Kredo, Linus, Pionier, Kerubino, Matrix, Joker, Johnny und JB Asano.

Tipps für Spätsaaten

Für Spätsaaten empfehlenswert sind beispielsweise RGT Reform, Anapolis, Akteur, Henrik, Tabasco, Boregar oder Meister. Diese Sorten sind frohwüchsig im Jugendstadium, bestockungsfreudig und kommen mit robusten Aussaatbedingungen zurecht. Die Bestockungsphase dieser Sorten dauert etwas länger womit auch unter schwierigeren Bedingungen meist noch ausreichende Bestandsdichten erzeugt werden können.

Für Landwirte auf leichten weizenfähigen Böden ist es wichtig, möglichst früh abreifende Sorten anzubauen, da bei diesen die Kornfüllungsphase um cirka drei Wochen früher abläuft und die Ertragsbildung nicht in den Zeitraum fällt, wenn das Wasser knapp ist. Dies gilt ebenso für die Trockenregion in den östlichen Bördegebieten. Geeignete Sorten für diese Standorten sind Einzelährenbetonte Kompensationstypen, mit hohen Einzelährenleistungen (geringere Bestandesdichte) und genetisch veranlagter hoher Tausendkornmasse-Ausprägung wie etwa JB Asano, Joker, Arezzo (begrannt), Johnny und Rumor.

Infektionsrisiko bei kritischen Fruchtfolgestellungen

In kritischen Fruchtfolgestellungen, nach Silo- oder Körnermais ist das hohe Risiko einer Fusariuminfektion zu beachten. An dieser Stelle sollten nur Sorten mit einer geringen Anfälligkeit verwendet werden. Das bietet zwar keinen garantierten umfassenden Schutz vor einem Befall durch Fursarien, hält aber in Verbindung mit einer soliden Fungizidmaßnahme das Risiko in Grenzen. Für diese Fruchtfolgestellung ist besonders die Sorte Anapolis zu nennen. In der Qualitätsweizenerzeugung lassen sich sehr gut die Sorten Toras, RGT Reform und Patras verwenden. Matrix, als Sorte mit breiter Standort- und Saatzeiteignung, ist auch nach Mais eine gute Möglichkeit.

Neu zugelassene Sorten

Im Sortiment der neu zugelassenen Sorten lassen sich zurzeit keine herausragenden Leistungen erkennen. Die Ertragsleistungen liegen knapp auf dem Niveau der Sorte Tobak bei teilweise verbesserter Fusarienresistenz. Im B-Qualitätssegment ist die kurze, standfeste Sorte Alexander erwähnenswert, mit sehr guter Braunrostresistenz, sehr hoher Ertragsleistung, jedoch mit einer mittleren bis starken Fusarienanfälligkeit. Im C-Qualitätssegment die Sorte Manitou, mit guter Blattgesundheit, Standfestigkeit und Winterhärte und sehr hoher Ertragsleitung.

Die Sortenauswahl zum kommenden Herbst wird also bevorzugt aus dem Sortiment der bewährten Sorten erfolgen. Nach den Erfahrungen mit starken Auswinterungsschäden 2011/12 und fast durchgängiger Vegetation 2014/15 sollten extrem frühe Saattermine vermieden werden. Ist jedoch aus betrieblichen Gründen frühe Saat geplant, ist eine entsprechende Beizausstattung und Anpassung der Saatstärke unbedingt zu beachten.

Weitere Informationen gibt es bei Eberhard Möller, Tel. 0171 . 9902051, eberhard.moeller@agravis.de, Hans Hußmann, Tel. 0171 . 5586591, hans.hussmann@agravis.de und Thomas Schulze Pröbsting, Tel. 0172 . 6799053, thomas.schulze.proebsting@agravis.de.

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