Neue Maßstäbe in der Sauenfütterung: Effizienz für Umwelt, Tier und Ökonomie

In der Ferkelerzeugung steigt die Leistung der Sauen Sauen seit einigen Jahren deutlich an. Gleichzeitig sinken die Ferkelverluste. Der Blick auf die biologischen Leistungen und somit auf die Ökonomie ist auch in Zukunft von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Betriebes. Daneben gibt es in der öffentlichen Diskussion zunehmend massive tierwohl- und umweltpolitische Forderungen, die es seitens der Landwirte zu beachten gilt.

Bildmaterial zum Content


Doch stehen all diese unterschiedlichen Aspekte im Wiederspruch? Gibt es im Bereich der Fütterung positive Synergien? Die wichtigste Aufgabe der Tierernährung ist die bedarfsgerechte Versorgung der Sau und somit die Sicherung von Leistung und Langlebigkeit. Eine Unterversorgung geht zu Lasten von Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere – eine Überversorgung führt zu einer erhöhten Ausscheidung von Nährstoffen in die Umwelt.

Fütterung auf den Punkt

Im neuen OlymPig-Alleinfutterprogramm OlymPig-Alleinfutterprogramm für Sauen von der AGRAVIS Raiffeisen AG geht es um die effiziente „Fütterung auf den Punkt“. Häufig enthalten Sauenfutter einen Überschuss an Eiweiß. Der Stoffwechsel der Tiere kann deutlich entlastet werden, wenn dieser üppige Sicherheitszuschlag auf den tatsächlichen Leistungsbedarf reduziert wird. Zudem benötigt die Sau weniger Stoffwechselenergie und somit Energie aus dem Futter zum Abbau von unverwertbarem Protein und zur Ausscheidung von Stickstoff über den Harn.

Der Nebeneffekt ist eine geringere Belastung der Stallluft mit Ammoniak und ein abnehmender Stickstoffgehalt in der Gülle. Mit Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung-VO gelten die neuen Bilanzierungswerte für Nährstoffausscheidungen landwirtschaftlicher Nutztiere (DLG-Broschüre). Durch den Einsatz der neuen Sauenfutter aus dem OlymPig- Standardprogramm werden die erfüllen sie die Kriterien der stark N- und P- reduzierten Fütterung erfüllt. Mindestens fünf Prozent 5% Stickstoff und zehn Prozent 10% Phosphor können eingespart werden.

Zugabe synthetischer Aminosäuren

Moderne Sauenfutter enthalten mehr und höhere Gehalte an essentiellen Aminosäuren. Diese haben neben der Leistungssicherung, auch funktionelle Wirkungen auf den Gesundheitsstatus. Die schützende Schleimschicht der Darmwand besteht beispielsweise zu einem hohen Anteil aus der Aminosäure Threonin. Ein Mangel erhöht die Durchlässigkeit für Schadkeime. Ebenso wird Threonin für den Aufbau von Immunglobulinen benötigt. Gerade in den letzten Tagen der Trächtigkeit kann somit die Bildung von Abwehrstoffen im Kolostrum unterstützt werden. Die Zugabe synthetischer Aminosäuren unter Absenkung des Proteingehaltes ist eine Möglichkeit, wirtschaftliche und umweltrelevante Aspekte mit Ressourcenschutz zu verbinden.

Richtige Zusammensetzung der Faser ist wichtig

Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss von Faserkomponenten in der Fütterung von Sauen. Die alleinige prozentuale Betrachtung des Rohfasergehaltes ist kaum aussagekräftig und die Fixierung auf gewisse Rohwaren-Komponenten nicht zielführend. Die gesamte Bandbreite an Faser, also alle in der Humanernährung als „Ballaststoffe“ bekannten Fraktionen, sind zu bewerten. Der Verdauungstrakt ist auf einen gewissen Anteil an unverdaulichen Fasern angewiesen. Funktionen wie Quellvermögen und Sättigung, oder auch Darmpassagegeschwindigkeit sind genauso wichtig, wie der Anteil an bakteriell fermentierbarer Substanz. Die richtige Zusammensetzung der Faser trägt erheblich zum Wohlbefinden der Tiere bei. Darmbakterien können durch den Abbau solcher Fasern kurzkettige Fettsäuren bilden. Diese Fettsäuren liefern Energie und haben antibakterielle Wirkung gegen Salmonellen, Coli-Bakterien und weitere krankmachende Keime im Darm. Die genauere Betrachtung der Faserzusammensetzung im Sauenfutter ist ein weiteres wichtiges Element des neuen Alleinfutterkonzeptes.

Optimierung der Sauenfuttersorten nach Nettoenergie

Die Sau hat einen Energiebedarf. Die energetische Bewertung der Sauenfutter erfolgt in Deutschland üblicherweise in Megajoule umsetzbarer Energie (MJ ME). Dabei wird die Bruttoenergie aus dem Futter mit der verbleibenden Energie aus Kot und Harn verrechnet. Wird der Zieht man den Energieverlust über die Körperabwärme abgezogen, ergibt sich darauf die erhält man die Nettoenergie (MJ NE). Je nach Zusammensetzung des Futters entsteht bei der Verdauung mehr oder weniger Wärme, die ungenutzt bleibt. Bei der Berechnung auf Nettoenergie erhält ein Betrieb man eine genauere Aussage über den tatsächlichen Energiewert des Futters. Ebenso verändert sich unter Nettoenergieaspekten die Vorzüglichkeit einzelner Rohwaren. Zusammen mit gewissen Energieeinsparungen aufgrund von Proteinreduzierung, als auch Energiegewinnung durch die Faserfermentation im Dickdarm können sich dahierbei deutliche Unterschiede zur bisher verwendeten umsetzbaren Energie ergeben. Mit der Optimierung der Sauenfuttersorten nach Nettoenergie sind wir wesentlich exakter am tatsächlichen Leistungsbedarf der Sau.

Bedarfsgerechte Versorgung

Das neukonzipierte Sauenfutterprogramm ist ausgerichtet auf eine bedarfsgerechte Versorgung hochleistender Sauen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Gleichzeitig liegt der Fokus auf Gesunderhaltung und Langlebigkeit der Tiere. Idealerweise resultieren aus diesem Konzept zusätzlich tierwohl- und umweltrelevante Vorteile, die dem Einsatz der Sauenfutter einen Mehrfachnutzen geben.

Auf einen Blick: Neues Sauenfutterkonzept

  • Abgesenkter Proteingehalt entlastet den Stoffwechsel der Sau
  • Zulage von Aminosäuren für Leistung und Gesunderhaltung
  • Optimierung auf unverdauliche und fermentierbare Faser
  • Konzeption des Sauenfutters nach Nettoenergie
  • Pflanzlicher Zusatz steigert die Kolostrum- und Milchbildung
  • Erfüllt die Kriterien der stark N- und P-reduzierten Fütterung

Weitere Informationen zu diesem Konzept gibt es bei Alexandra Grimm, Produktmanagerin Schwein bei der AGRAVIS Raiffeisen AG, Tel. 0251 . 682-2286.

AGRAVIS Raiffeisen AG Kontakt:
Industrieweg 110 48155 Münster ,
Tel:( 0251 ) 6820 FB Twitter Youtube Google+ Instagram