Herbizid-Maßnahmen im Mais rechtzeitig planen

Mais Mais reagiert in seiner frühen Wachstumsphase bis zum Sechs-Blatt-Stadium besonders empfindlich auf störende Verunkrautung. Ungräser und Unkräuter konkurrieren mit ihm um Licht, Wasser und Nährstoffe. Wenn diese Konkurrenz frühzeitig und kulturverträglich beseitigt werden kann, sind die Voraussetzungen für einen gut entwickelten und ertragreichen Maisbestand optimal. Eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung muss daher an Standort und Anbauverfahren angepasst werden.

Bildmaterial zum Content


Die aktuellen Trends in der Bodenbearbeitung setzen sich gerade im Maisanbau immer stärker durch. So wird die Pflugfurche abgelöst durch eine reduzierte Bodenbearbeitung und kombiniert mit einem Zwischenfruchtanbau Zwischenfruchtanbau im Herbst. Es folgt entweder das Mulchsaatverfahren oder „Strip-Till“, bei dem die Krume nur streifenweise bearbeitet und gelockert wird. Auch die Umstellung der Betriebsprämien mit der Forderung, fünf Prozent der Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche anzulegen, wird dazu beitragen, dass der Stellenwert der Zwischenfrucht vor dem Maisanbau weiter zunimmt.

Trend zu früheren Aussaatterminen

Aber nicht nur die Anbauverfahren entwickeln sich weiter. Neue Maissorten sind robuster und haben daher eine gute und schnelle Jugendentwicklung. Deshalb hält der Trend zu immer früheren Aussaatterminen an. Trockene Schönwetterphasen mit rasch ansteigenden Bodentemperaturen können problemlos ausgenutzt werden, so dass die Maisaussaat je nach Standortvoraussetzungen schon zehn bis 14 Tage früher erfolgt als noch vor Jahren üblich. Das bringt auf der einen Seite natürlich Ertragssicherheit, auf der anderen Seite kann sich das Zeitfenster bis zum Reihenschluss des Maises noch weiter ausdehnen.

Ab diesem Zeitpunkt beschattet der Mais den Boden ausreichend und verhindert damit weitere Unkrautwellen. Bis dahin muss die perfekte Herbizid-Strategie dafür sorgen, den Maisbestand unkrautfrei zu halten. Das bedeutet Augenmaß bei Mittelwahl und Einsatzzeitpunkt. Der Herbizid-Einsatz erfolgt überwiegend im Nachauflauf des Maises. Frühe Einsatztermine der Herbizide sind in der Regel verträglicher für den Mais, bergen aber das Risiko, dass noch nicht alle Ungräser, Hirsen und Unkräuter aufgelaufen sind. Bei den späten Herbizidmaßnahmen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass keine weiteren Hirse- und Unkrautwellen auftreten. Dafür wird es allerdings schwieriger, alle Schadpflanzen sowie jede Unkraut-Etage zu treffen und ordentlich zu benetzen.

Einmalanwendung der Maisherbizide als Kompromiss

Da die größere Maispflanze mehr Wirkstoff aufnimmt und wieder abbauen muss, ist das Schädigungspotenzial für die Kulturpflanze wesentlich größer als bei zeitigen Maßnahmen. Während bei frühen und guten Einsatzbedingungen die Aufwandmengen der Herbizide etwas reduziert werden können, ist das in den späten Behandlungen und fortschreitendem Entwicklungsstadium der Schadpflanzen nicht mehr möglich.

Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass die beliebte Einmalanwendung der Maisherbizide häufig ein Kompromiss ist. Es ist meistens ein Spagat zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit, der nicht immer gelingt. So gab es gerade in trockenen Jahren häufig Probleme mit schlechten Wirkungsgraden der Bodenherbizide und nachfolgend eine Spätverunkrautung in den Maisbeständen.

Tipps zur Aufteilung der Herbizidmaßnahme

Die Lösung ist eine gut geplante Aufteilung der Herbizidmaßnahme, nämlich in der Spritzfolge mit zwei Überfahrten. Dabei wird der erste Behandlungstermin um etwa eine Woche in den frühen Nachauflauf vorgezogen, dann erfolgt die Nachlage etwa zehn bis 14 Tage nach der ersten Maßnahme. Das Herbizid wird aufgeteilt in eine Vorlage mit 60 Prozent der empfohlenen Aufwandmenge, gefolgt von der Nachspritzung. Damit erhöht sich der Herbizidaufwand je Hektar nicht.

Nur die zweite Überfahrt verteuert das Verfahren der Spritzfolge. Die Vorteile liegen hingegen bei der Wirksamkeit und der Verträglichkeit der Maßnahme. Durch die zweite späte Nachlage wird die Wirksamkeit der Bodenherbizide besser ausgenutzt, sodass es seltener zu einer Spätverunkrautung kommt. Der verträgliche Herbizideinsatz im Mais macht sich am Ende mit höheren Erträgen bezahlt. Dies wurde in mehrjährigen AGRAVIS-Versuchen in St. Mauritz bei Münster und in Holzbalge bei Nienburg belegt.

Welche Maisherbizide?

Die Witterung und die zu erwartende Verunkrautung des Standortes, insbesondere das Auftreten der Hirsearten, bestimmt grundsätzlich die Auswahl der Maisherbizide. Die Produktkombination „Clio Success“ erreicht höchste Wirkungsgrade gegen alle Hirsearten, sowohl in der Einmalanwendung als auch in der Spritzfolge. Falls auf Maisflächen nur die relativ einfach bekämpfbare Hühnerhirse auftritt, bietet sich die sehr verträgliche Kombination von Calaris und Dual Gold an, die von der AGRAVIS Raiffeisen AG als „ACDC“ vermarktet wird. Wie beim Clio Success kann die Wirkung gegen Unkräuter wie Melde und Weißer Gänsefuß durch die Zugabe von romoxynilhaltigen Produkten verbessert werden, angepasst an die Wachsschicht des Maises und die Größe der Unkräuter.

Mehr Mais in der Fruchtfolge und gleichzeitig eine geringere Intensität in der Bodenbearbeitung zeigen Auswirkungen auf die Verunkrautung der Standorte. Ausdauernde beziehungsweise rhizombildende Wurzelunkräuter können durch intensive oder wendende Bearbeitung verdrängt oder unterdrückt werden. Dagegen haben sie in der Mulchsaat gute Möglichkeiten, sich vom Feldrand aus in der Fläche auszubreiten. Im Maisanbau sind das vor allem die mehrjährigen Arten Acker- oder Zaunwinde. Die Windenarten ranken an den Maispflanzen hoch und führen bei starkem Auftreten zu Lager, Ertragsverlusten und insbesondere zu Problemen bei der Maisernte.

Wirkstoff-Kombination

Mehr Bearbeitungstiefe und -intensität zwischen den Hauptfrüchten kann das Auftreten der Winde deutlich unterdrücken. Falls die Winde im Mais bekämpft werden muss, eignen sich dazu alle Produkte mit dem Wirkstoff Dicamba. Diese Behandlung erfolgt zusätzlich zur normalen Unkrautbekämpfung und ist eine separate Nachlage, etwa im Acht-Blatt-Stadium des Maises. Denn für einen guten Bekämpfungserfolg ist es wichtig, dass die Winde ausreichend Blattmasse gebildet hat, um möglichst viel Wirkstoff aufnehmen zu können. Die AGRAVIS Raiffeisen AG bietet für diesen Einsatz das Produkt Casper Plus. Die Kombination der beiden Wirkstoffe aus den Einzelprodukten Mais Banvel und Peak ergänzen sich in der Bekämpfung der Acker- und Zaunwinde, weiterhin werden in dieser Nachbehandlung Kamille- und Knötericharten erfasst.

Weitere Informationen gibt es bei der AGRAVIS-Pflanzenbau-Beratung AGRAVIS-Pflanzenbau-Beratung : Reinhold Wintergalen, Tel. 0173 . 7203065, reinhold.wintergalen@agravis.de.

AGRAVIS Raiffeisen AG Kontakt:
Industrieweg 110 48155 Münster ,
Tel:( 0251 ) 6820 FB Twitter Youtube Google+ Instagram