Preise für Mineraldünger bleiben stabil

Aufgrund der gefallenen Rohölpreise in den vergangenen Monaten rechnete der Handel für Düngemittel Düngemittel und die Landwirtschaft mit fallenden Düngemittelpreisen – insbesondere im Segment Stickstoffdünger. Mittlerweile hat sich jedoch gezeigt: Das Gegenteil ist der Fall.

Trotz gefallener Energiekosten setzt sich das feste Preisniveau bis ins Frühjahr 2015 fort. Ralf Reinersmann, Verkaufsleiter des Bereiches Düngemittel Bereiches Düngemittel bei der AGRAVIS Raiffeisen AG, wirft einen Blick auf die derzeitige Marktsituation und erklärt die aktuelle Preislage.

Herr Reinersmann, wie sieht es aktuell auf dem Markt für Düngemittel aus?

Reinersmann: Zurzeit ist eine gewisse „Entkoppelung“ von der Entwicklung der Rohölpreise auf der einen Seite und der Entwicklung der Erdgaspreise auf der anderen Seite zu erkennen. Die Erdgaspreise fallen, wenn überhaupt, zeitlich deutlich versetzt zu den Rohölpreisen. Die Preise von Rohöl und Erdgas sind entscheidend für die Düngemittelbranche, da die Produktionskosten für Stickstoffdünger stark vom Ammoniakpreis abhängen. Dieser wiederum ist eng an den Erdgaspreis gekoppelt.

Was sind die Ursachen für das stabile Preisniveau des Mineraldüngers?

Reinersmann: Bei der Versorgung mit Ammoniak treten seitens der großen, internationalen Produzenten nach wie vor Produktionsengpässe auf. Die Ukraine, einer der wichtigsten Ammoniakproduzenten, muss beispielsweise teures Gas in Europa einkaufen, da die Lieferungen aus Russland beschränkt sind.

Der gleiche Sachverhalt trifft auch für die nordafrikanischen Ammoniakproduzenten zu. Auch dort steht Erdgas für die Düngemittelproduktion nur in sehr begrenztem Rahmen zur Verfügung.

Ein dritter Aspekt ist die seit Herbst 2014 zu verzeichnende international sehr rege Nachfrage nach Düngemitteln. Angebot und Nachfrage sind nahezu ausgeglichen. Es ist festzustellen, dass Düngemittelproduzenten kaum noch Lagerbestände aufbauen.

Zu guter Letzt spielt die Währung bei den Importen von Düngemitteln eine wesentliche Rolle. Der starke US-Dollar verteuert derzeit Importe von Düngemitteln in den europäischen Raum.

Wie werden sich die Preise in naher Zukunft entwickeln?

Reinersmann: Stickstoffdüngemittel und auch Diammonphosphat (DAP) bleiben bis auf Weiteres stabil. Der Deckungsgrad für DAP liegt im Bundesdurchschnitt deutlich niedriger als im langjährigen Mittel. Der verhaltene Kauf von Maisdüngern ist den hohen Preisen auf Dollarbasis und dem schwachen Euro geschuldet. Dort ist also noch einiges nachzuholen, zumal die Ware spätestens um Ostern in den Lagern des Handels sein sollte. Auch für Kaliprodukte spricht alles für stabile Preise. Schaut man sich die „Weltmarktwährung“ im Kalisegment – den 60er-Kali – an, so sind die Preise international fest.

Was können Sie den Landwirten empfehlen?

Reinersmann: Mit einer Trendwende bei den Düngemittelpreisen ist erst bei einem signifikanten Einbruch der weltweiten Nachfrage zu rechnen und/oder bei einem deutlich stärkeren Euro gegenüber dem US-Dollar.

Da mit beiden Faktoren in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist, ist es ratsam, sich zumindest mit Düngemitteln für den Verbrauchszeitraum bis Ende April einzudecken.