Neue Düngeverordnung fordert Umdenken

Die Novellierung der Düngeverordnung steht für 2015 an und sorgt bereits jetzt für viele Diskussionen. Was bringen die neuen Vorgaben mit sich, mit welchen neuen Bewertungsstandards und gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen die Landwirte rechnen? Die AGRAVIS-Gruppe setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander und versucht, Lösungsansätze zu erarbeiten und diese zu präsentieren.

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Stefan Hanebrink, AGRAVIS-Pflanzenbau-BeratungNeue Düngeverordnung fordert Umdenken
Stefan Hanebrink, AGRAVIS-Pflanzenbau-Beratung

So hatte die AGRAVIS Technik Service GmbH AGRAVIS Technik Service GmbH unlängst zu einer Vortragsveranstaltung eingeladen, die sich ganz dem Thema Düngung mit Gülle widmete. „Aktuelle Tendenzen und Techniken der modernen Gülleausbringung“ lautete die Überschrift am Standort in Semmenstedt. Mehr als 120 Landwirte, Lohnunternehmer und Interessierte aus der Region folgten der Einladung und ließen sich von Fachleuten der Landtechnikindustrien, Experten der Landwirtschaftskammer sowie der AGRAVIS-Gruppe die neuesten Trends, Versuchsergebnisse, Maschinen-Entwicklungen und Fördermöglichkeiten erklären. Ein Referent war Stefan Hanebrink von der AGRAVIS-Pflanzenbau AGRAVIS-Pflanzenbau -Beratung.

Herr Hanebrink, die neue Düngeverordnung könnte gerade die Tierhalter hart treffen. Warum?
Hanebrink
: Wir rechnen vor allem mit verschärften Reglementierungen hinsichtlich der Ausbringung von Stickstoff und Phosphor. Das wird gerade Betriebe in Veredlungsregionen dazu zwingen, ihre Gülle vielfach überbetrieblich zu verwerten, um die Nährstoffbilanzen im Griff zu behalten. Zudem wird es wohl neue Vorgaben für die Ausbringtechnik geben. Alles zusammengenommen geht es verstärkt darum, die Nährstoffe, die im Betrieb eingesetzt werden, möglichst effizient einzusetzen und voll zur Wirkung zu bringen.

Wie kann die AGRAVIS da helfen?
Hanebrink
: Im Bereich Pflanzenbau beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Verfahren zur Ausbringung mineralischer Dünger, aber auch seit einiger Zeit mit dem Thema Strip-Till in Kombination mit organischer Unterfußdüngung im Maisanbau. Wir wollen Lösungskonzepte, die wir empfehlen, natürlich vorher gewissenhaft auf ihre Praxistauglichkeit und Sinnhaftigkeit hin überprüfen.

Was sind die Vorteile des Strip-Till-Verfahrens in Kombination mit der organischen Unterfußdüngung?
Hanebrink
: Es erfolgt eine streifenförmige Bodenbearbeitung in Verbindung mit der Applikation der Gülle oder der Gärreste in den Boden auf einer Tiefe von etwa 20 Zentimeter vor der Aussaat des Maises. Das Maiskorn wird etwa eine Woche später in die bearbeiteten Streifen gelegt. Die abgelegte Gülle fungiert somit als Unterfußdüngung. Ein Vorteil des Verfahrens ist, dass die „Vier-Stunden-Regel“ der Düngeverordnung automatisch eingehalten wird. Außerdem verzeichnen wir geringere Ammoniak- und Geruchsemissionen und erhöhen die Effizienz des eingesetzten organischen Düngers. Darüber hinaus bietet das Verfahren den Vorteil, dass die Bodenstruktur zwischen den Streifen weitgehend erhalten bleibt und sich das Wurzel- und Pflanzenwachstum verbessert. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass sich Strip-Till nicht für alle Böden und Kulturen eignet und einen höheren technischen Aufwand mit sich bringt.

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