Grünlandstart im Jahr 2015: Tipps für eine erfolgreiche Saison

Entscheidend für sehr gutes Grundfutter vom Grünland Grünland ist ein optimaler Pflanzenbestand mit hohen Anteilen an wertvollen Gräsern. Für die Milchproduktion sollten auf intensiv genutzten Flächen Anteile von über 75 Prozent Deutschem Weidelgras angestrebt werden. Um das zu erreichen und um einen optimalen Start in die Grünlandsaison 2015 zu gewährleisten, helfen folgende Hinweise.

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Erfolgreiche Betriebe säen regelmäßig nach, weil wertvolle Gräser nicht von alleine auf ihr Intensivgrünland kommen. Der optimale Zeitpunkt für Nachsaaten wird viel diskutiert. Die Experten der AGRAVIS Raiffeisen AG empfehlen, das Risiko zu streuen und im Frühjahr und auch im Herbst nachzusäen. Wichtig bei der Nachsaat sind hohe Anteile von Deutschem Weidelgras in der Mischung, weil diese Grasart sehr guten Futterwert mit höchster Konkurrenzkraft kombiniert.

Plantinum für die Nachsaat

Wer sich zu diesem Schritt entschließt, ist bei der Nachsaat von intensiv genutztem Grünland mit Plantinum-Nachsaatmischungen Plantinum-Nachsaatmischungen der AGRAVIS gut beraten. Diese enthalten 100 Prozent durch die Landwirtschaftskammer empfohlene Sorten. Dass Maulwurfshügel auf dem Grünland nach dem Winter eingeebnet werden sollten, ist in der Regel bekannt und kann mit Schleppe oder Striegel mit Crossboard plus Nachsaat erledigt werden.

Aufgrund des sehr wüchsigen Wetters im Herbst 2014 sind sehr viele Grasbestände sehr lang in den Winter gegangen. In solchen üppigen Grasnarben können sich Mäuse weiter stark vermehren und die Gräser schädigen. Mäuse können nur sehr aufwendig per Legeflinte bekämpft werden. Auf stark geschädigten Flächen ist das, neben Umbruch plus kostenintensiver Neuanlage, aber die einzige Chance, den Bestand zu retten. Eine ständige Kontrolle der Flächen und eine sofortige Bekämpfung bei stärkerem Befall sind unbedingt angeraten.

Tipps zur Reparatur

Zudem werden je nach Witterung im Winter in Abhängigkeit von Schneeauflagedauer oder von Kahlfrösten wertvolle Gräser wie Deutsches Weidelgras zurückgedrängt. Eine verfilzte Narbe, die unter abgestorbenem Pflanzenmaterial zu ersticken droht, ist frühzeitig mit dem Striegel zu belüften, am besten in Kombination mit einer Plantinum-Nachsaatmischung zum Schließen der Narbenlücken. Je nach Schädigung sollten jährlich fünf bis zehn Kilogramm pro Hektar ausgebracht werden. Zur Reparatur von stärkeren Schäden kann die Saatgutmenge auf zehn bis 20 Kilogramm erhöht werden. Dabei kommen häufig spezielle Nachsaatmaschinen mit Scheibenscharen und engem Reihenabstand zum Einsatz, die das Saatgut optimal ablegen können.

Erst Walzen, dann Schossen

Im vergangenen Jahr haben in den Grünlandregionen viele Lohnunternehmer in neue schlagkräftige Nachsaattechnik investiert. Wer diese Technik nutzen will, sollte sich frühzeitig beim Lohnunternehmer anmelden. Bezüglich Grünlandpflege durch Walzen gilt, dass nur aufgefrorene Flächen gewalzt werden sollten und auch nur, wenn der Boden nicht zu feucht ist. Das Walzen ist dabei unbedingt rechtzeitig vor dem Schossen abzuschließen, um Mindererträge zu vermeiden.

Bei der Düngung mit Rindergülle oder auch mit Gärrest ist es notwendig, die Nährstoffgehalte zu kennen, weil zum Beispiel in einem Großteil der Betriebe die Kalimengen, die durch die Güllegabe angenommen werden, überschätzt sind. Es gilt daher, die Gülle rechtzeitig zum Saisonstart untersuchen zu lassen. Denn nur wer weiß, was drin ist, kann bedarfsgerecht düngen. Außerdem ist bei der oft gewünschten zeitigen Ausbringung im Frühjahr darauf zu achten, dass die Gülle ausreichend homogenisiert ist. Dicke Gülle kann die Grasnarbe ersticken. Prallteller verschärfen das Problem und sind auch bezüglich genauer und verlustarmer Ausbringung nicht mehr Stand der Technik. Besser ist eine bodennahe Ausbringung von homogenisierter dünnflüssiger Gülle.

Die Zukunft der Ausbringtechnik auf dem Grünland ist sicherlich die Injektion – auch in Kombination mit einer Nachsaat. Ergänzt wird die Güllegabe zum ersten Schnitt mit der mineralischen Düngung. Dabei ist auf eine zeitige Andüngung mit schwefelhaltigem N-Dünger zu achten. Schwefel beziehungsweise Sulfat wird erst bei höheren Bodentemperaturen frei, sodass zum ersten Schnitt häufig nicht genug pflanzenverfügbares Sulfat vorliegt. Ein idealer Mineraldünger zum ersten Schnitt wäre etwa Ammonsulfatsalpeter mit 26 Prozent N (sieben Prozent Nitrat, 19 Prozent Ammonium) und 13 Prozent S.

Mehr Informationen zum Thema Grünlandpflege gibt die Pflanzenbau-Beratung der AGRAVIS Raiffeisen AG: Dr. Stefan Wichmann, Tel. 0172 . 8931857, stefan.wichmann@agravis.de und Thomas Schulze Pröbsting, thomas.schulze.proebsting@agravis.de, Tel. 0172 . 6799053.