Erdbeerernte: Jetzt geht´s los

AGRAVIS-Experte Frank Uwihs spricht über Ernteprognosen und Trends

Erdbeeren: AGRAVIS-Experte spricht über Ernteprognosen und Trends


Deutlich über drei Kilogramm Erdbeeren verbrauchen die Deutschen pro Kopf im Jahr. In diesen Tagen hat die Erdbeerernte begonnen. Frank Uwihs, Sonderkulturen Sonderkulturen-Experte der AGRAVIS Raiffeisen AG, gibt im Interview eine Prognose über die Ernte ab und erklärt, welche Trends es auf dem Erdbeermarkt gibt.

Wann geht die Erdbeerernte in Deutschland los?
Uwihs
: Wie meistens wird die Ernte regional sehr unterschiedlich ausfallen. Unter den Hochtunneln am Niederrhein werden bereits jetzt Erdbeeren geerntet. In Niedersachsen rechne ich in etwa ein bis zwei Wochen mit dem Erntebeginn. Man kann sagen: Ab Blüte dauert es noch vier Wochen. In den ersten beiden Maiwochen sollte es überall losgehen.

Mit welchen Mengen und Qualitäten rechnen Sie?
Uwihs
: Von der Menge her hoffe ich auf eine Ernte wie im vergangenen Jahr. Allerdings sollte es nicht ganz so viel regnen. Erdbeeren mögen keinen Regen, ihre empfindliche Haut wird dann schrumpelig. Regen und Nässe sorgen für Pilzinfektionen und die Früchte verfaulen. Dabei sind Grauschimmel und Erdbeermehltau die größten Herausforderungen beim Erdbeeranbau. Da wir aber immer mehr geschützten Anbau haben wie im Hochtunnel, werden die Qualitäten immer besser und die Ernte beginnt auch immer früher.

Gibt es eigentlich Trends auf dem Erdbeer-Markt?
Uwihs
: Ja, natürlich. Der immer verbreitetere Hochtunnel ist einer dieser Trends. Ein weiterer sind die Terminkulturen: Man pflanzt Erdbeerpflanzen, die vorher tiefgefroren waren, und erntet sechs bis acht Wochen später. Damit kann man den Markt bis Oktober verlängern. Auch das ist ein Trend: Die Menschen möchten Erdbeeren nicht mehr nur in der kurzen Frühsommer-Saison, sondern länger essen. Das sorgt allerdings dafür, dass die normalen Freilandkulturen immer weniger werden. Die Erdbeeren, die unter stärkerer Sonne gereift sind, schmecken allerdings immer anders als die, die unter Frühjahrssonne gewachsenen. Und noch einen Trend beobachten wir: den zu immer mehr außergewöhnlichen Sorten. Es gibt eine enorme Vielfalt am Markt. Die Landwirte, die Erdbeeren anbauen, entscheiden sich immer öfter für außergewöhnliche Früchte oder alles, was nicht dem Standard entspricht. Solche Früchte sind zum Beispiel die weißen Erdbeeren oder kleinfruchtige, sehr intensiv schmeckende Erdbeeren.

Wussten Sie schon?
Die Erdbeere ist eigentlich eine Nuss, genauer eine „Sammelnussfrucht“. Das, was die Deutschen so gerne als Fruchtfleisch verzehren, ist eine Scheinfrucht. Die wirklichen „Früchte“ sind die kleinen gelben Nüsschen, die sogenannten „Achäen“, außen.
Im 18. Jahrhundert stillte man mit dem Beerensaft Nasenbluten und versuchte auch, Pocken oder Masern damit zu heilen. Das Vieh bekam in der Walpurgisnacht Erdbeerstängel als Schutz vor bösen Mächten.

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