Ein Job zwischen Schreibtisch, Feld und Kunde

Eiko Tjaden arbeitet als Pflanzenbau-Berater bei der AGRAVIS Raiffeisen AG

Eiko Tjaden: Pflanzenbau-Berater bei der AGRAVIS, dem landwirschaftlichen Unternehmen in Nordeutschland (Münster / Hannover)
Eiko Tjaden - Pflanzenbau-Vertriebsberater

Nach dem Abitur und dem Zivildienst wollte er zunächst Medizin studieren, doch dann entschied sich Eiko Tjaden für ein Studium der Agrarwissenschaften. Heute ist der 28-jährige Pflanzenbau-Berater bei der AGRAVIS Raiffeisen AG. Im Interview erklärt er, wie er zur Landwirtschaft kam und was seinen Beruf bei einem Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmen ausmacht.

Herr Tjaden, Medizin und Pflanzenbau liegen nicht gerade nah beieinander. Wie sind Sie in die Agrarbranche gekommen?
Ich bin in Pilsum – einem kleinen Ort in der Nähe von Emden – typisch ländlich aufgewachsen. Mein Onkel hatte einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Ackerbau und Milchviehhaltung, auf dem ich in den Ferien und oft auch nach der Schule mitgearbeitet habe. Eine Verbindung zur Landwirtschaft bestand also schon immer. Nach dem Zivildienst habe ich ein sechsmonatiges landwirtschaftliches Praktikum absolviert. Danach stand die Entscheidung für ein Studium der Agrarwissenschaften fest und ich habe ich mich an der Uni Göttingen eingeschrieben.

Warum haben Sie sich für die Uni Göttingen entschieden und welche Erfahrungen haben Sie im Studium gemacht?
Das Bachelorstudium an der Georg-August-Universität habe ich im Herbst 2006 begonnen, zum einen weil die Uni einen guten Ruf hat, zum anderen weil mir Göttingen als Unistadt sehr gut gefallen hat.

Im Grundstudium habe ich mir in erster Linie einen Überblick verschafft. Wobei mich der Pflanzenbau von Anfang an besonders interessiert hat. Um weitere Praxiskenntnisse zu sammeln, absolvierte ich verschiedene Praktika – unter anderem auf einem Ackerbaubetrieb in Thüringen. Auf diesem Betrieb arbeitete ich auch später in den Semesterferien immer wieder. Der anschließende Masterstudiengang war sehr wissenschaftlich ausgerichtet, der Schwerpunkt lag dort im Bereich Phytomedizin.

Sie haben gerade erzählt, dass Sie unterschiedlichste Praktika absolviert haben. Sind diese unbedingt nötig?
Mir haben die Praktika sehr geholfen. Trotz meiner Erfahrungen in der Landwirtschaft konnte ich dort viele Eindrücke gewinnen und habe die Landwirtschaft unter ganz anderen Gesichtspunkten weiter kennengelernt. Besonders die Betriebsabläufe, inklusive der Einzelmaßnahmen und -aspekte, die wir im Studium gelernt haben, sind für mich klarer geworden. Diese praktischen Erfahrungen sind auch heute bei meiner täglichen Arbeit für die AGRAVIS sehr hilfreich.

Sie haben gerade schon erwähnt, dass Sie mittlerweile bei der AGRAVIS Raiffeisen AG arbeiten. Wie sieht dort Ihre tägliche Arbeit aus?
Ich bin am Ende des Studiums auf die Ausschreibung meiner heutigen Stelle aufmerksam geworden und war sofort angetan. Denn mein Job spielt sich zwischen Schreibtisch, Feld und Kunde ab. Konkret heißt das, dass ich Menschen rund um das Thema Pflanzenbau berate. Dazu gehören Genossenschaften, die ich vor Ort berate, Landwirte, die sich telefonisch bei der Beratungsnummer der AGRAVIS melden oder die wir per Fax, Mail oder App mit aktuellen Pflanzenbauempfehlungen versorgen.

Im Winter halte ich zudem Vorträge zum Thema Pflanzenbau, sammele Informationen und stelle Anbaustrategien und Schwerpunktprogramme zusammen.

Und wann sind Sie auf dem Feld?
Wir haben im Bereich Pflanzen – so nennt sich unser Geschäftsfeld innerhalb des Konzerns – 15 Versuchstandorte im gesamten AGRAVIS-Arbeitsgebiet auf denen wir eigene Exaktversuche durchführen und analysieren. Diese Versuche begleite ich vom Anfang bis zum Ende und fahre regelmäßig raus, um die Bestände zu begutachten. Zudem begleite ich regelmäßig Feldbegänge für Landwirte.

Was zeichnet Ihren Job aus?
Die Vielfalt und die Beratung. Ich schätze es sehr, an so vielen unterschiedlichen Orten zu arbeiten und ein breites Aufgabenspektrum zu haben. Zudem macht es mir Spaß, Menschen zu beraten. Es ist immer wieder spannend, neue Erkenntnisse durch unsere Versuche zu gewinnen und an unsere Kunden weiterzugeben. Ein großer Vorteil ist, dass ich die unterschiedlichen Projekte konstant begleiten kann Dadurch habe ich mir ein breites Fachwissen angeeignet. Weiterhin hat jeder bei uns im Team eine sogenannte Kulturverantwortlichkeit. Zusammen mit einem Kollegen bin ich beispielsweise schwerpunktmäßig für das Thema Getreidefungizide zuständig. Im Team tauschen wir uns zu den Schwerpunktthemen aus und können so mit- und voneinander lernen. Das schätze ich sehr an meinem Job.

Was sind Ihre Ziele bei der AGRAVIS?
Ich möchte mein Fachwissen immer weiter ausbauen und finde es spannend, mich immer wieder mit neuen Themen und Projekten auseinander zu setzen. Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise die Pflanzenbau-App „IQ-Plant“ auf den Markt gebracht. Die fachliche Betreuung gehört seit kurzem zu meinem Aufgabengebiet.