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Robotti ackert auf der AGRAVIS Future Farm

AGRAVIS aktuell digital 2104

Der neue Kollege kann auf dem Feld (fast) alles allein. Dafür muss er vorher nur gefüttert werden – mit Daten. In der Lüneburger Heide übernahm für einen Tag der Robotti von Agrointelli den Acker: Auf der AGRAVIS Future Farm testete das AGRAVIS-Team den Einsatz des Feldroboters. Auch Betriebsleiter Dr. Lutz Beplate-Haarstrich schaute interessiert zu, was der mechanische Kollege auf seinem Feld leisten kann.


Kurz und knapp

  • Der Einsatz von Feldrobotik kann in Zukunft bei der Bodenbearbeitung, Aussaat und der Unkrautbekämpfung eine große Rolle spielen.
  • Auf der AGRAVIS Future Farm wurde jetzt der Agrointelli Robotti getestet: Wie effektiv arbeiten die Maschinen auf dem Feld? Wie werden die notwendigen Daten erstellt und verarbeitet? Wo bewerten die Maschinen autonom und handeln danach? Welche Rolle spielt der Mensch?
  • Die Erkenntnisse dieses, aber auch weiterer laufender Versuche fließen in Schulungen ein, die auf der AGRAVIS Future Farm durchgeführt werden.

Zur Agritechnica 2019 präsentierte der dänische Hersteller Agrointelli seinen autonomen Werkzeugträger mit einer Leistung wie ein mittelgroßer Traktor, der bei der leichten Bodenbearbeitung, dem Säen, zur mechanischen Bestandespflege oder für Pflanzenschutzmaßnahmen nutzbar ist - ohne Fahrer. Auf der AGRAVIS Future Farm wollten sie sehen: Wie effektiv arbeiten die Maschinen auf dem Feld? Wie werden die notwendigen Daten erstellt und verarbeitet, was messen die Roboter? Wo bewerten sie autonom und handeln danach, und welche Rolle spielt der Mensch? Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen auch Landwirt:innen oder Lohnunternehmer:innen in Schulungen zugänglich gemacht werden. Ganz so, wie es das Prinzip der AGRAVIS Future Farm ist: aus der Praxis für die Praxis.

Future Farm

Bevor der Robotti starten konnte, mussten auf einer Online-Plattform die nötigen Daten zur Planung und Einrichtung der Feldarbeit eingegeben werden. Dazu gehören zum Beispiel Feldgrenze, Fahrspuren, Arbeitsbreite oder Fahrgeschwindigkeit. Über das Mobilfunknetz ging alles an den Kollegen mit den vier Rädern, und der machte sich anschließend mit vierreihiger Einzelkorndrillmaschine für Mais (ohne Saatgut) an die Arbeit.

Anschließend dokumentierte das AGRAVIS Future Farm-Team die Ergebnisse, notierte Vorteile, aber auch offene Fragen oder Herausforderungen.

Der Einsatz von Feldrobotik kann in Zukunft bei der Bodenbearbeitung, Aussaat und der Unkrautbekämpfung eine große Rolle spielen. Auf der AGRAVIS Future Farm wird weiter getestet. Die Erkenntnisse dieses, aber auch weiterer laufender Versuche wie zum Beispiel zum Thema Zwischenfruchtanbau und -umbruch, fließen in Schulungen ein, die auf der AGRAVIS Future Farm durchgeführt werden.

Interview mit Sebastian Henrichmann vom Team AGRAVIS Future Farm

AGRAVIS netfarming
Sebastian Henrichmann, AGRAVIS Future Farm

Welche Technik haben Sie in Suderburg eingesetzt?

Henrichmann: Wir hatten ein Modell im Test: den 150D mit zwei separat benutzbaren 75 PS Kubota Dieselmotoren. Die Maschinen haben mit maximal 6 Stundenkilometern gearbeitet, möglich sind maximal 10 Stundenkilometer Fahrgeschwindigkeit beim Transport. Wir hatten eine Kamera mit Ausrichtung nach vorne und eine mit Ausrichtung zum Anbaugerät nach hinten installiert, worüber sich der Arbeitsprozess auch aus der Ferne überwachen lässt. Den Onlinezugriff generell haben wir vom PC im Büro und vom Tablet am Feldrand getestet.

Was haben Sie genau ausprobiert?

Henrichmann: Wir haben zum Beispiel die Auftragserstellung im Online-Portal, das Handling der Maschine mit Fernsteuerung für die Fahrten auf das Feld und zur Verladung, die Arbeitsweise im Feld und die Zuverlässigkeit der Sicherheitseinrichtungen wie Laserscanner, Kameras, Berührungssensoren oder geo-fencing getestet.

Future Farm

Was sind Ihre ersten Erkenntnisse bei der Arbeit des Robotti auf dem Feld?

Henrichmann: Wichtig war uns zum Beispiel zu sehen, wie der Feldroboter auf Hindernisse reagiert. Bei unseren Tests haben wir gesehen, dass das Fahrzeug bei Gegenständen oder Personen, die vor der Maschine auftauchen, seine Geschwindigkeit bis zum vollständigen Stillstand reduziert. Die Sicherheitseinrichtungen reagieren sehr sensibel, die Maschine hat selbst bei vereinzelt noch stehenden, höheren Halmen der Zwischenfrucht angehalten. Der Notstopp hat ebenfalls sehr gut funktioniert: Bleibt ein Hindernis mehrere Sekunden vor Robotti in der Fahrspur stehen, schaltet er komplett ab. Berührt ein Hindernis die Sensoren vorne oder seitlich an der Maschine, stellt sich der Motor ebenfalls direkt ab.

Was passiert, wenn sich der Roboter abschaltet?

Henrichmann: Ein Neustart ist nur am Roboter direkt möglich. Die Abschaltung selbst ist auch online über Telemetrie-Anbindung machbar.

Und wie hat Robotti auf dem Feld gearbeitet?

Henrichmann: Das automatische Abarbeiten der Reihen (Ausheben und Einsetzen der Sämaschine) lief problemlos. Auch Wendemanöver im Vorgewende funktionierten nahezu ohne Probleme.