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Schafe züchten – Mit den „Berris“ fing es an

AGRAVIS aktuell digital 2101

Ein passionierter Schäfer, sieben Zuchtböcke, 250 Mutterschafe. Das sind die wichtigsten Eckdaten des Betriebs Dorstmann im ostfriesischen Moormerland – zumindest, wenn es um die Schafzucht geht. Denn die ist das Steckenpferd des 27-jährigen Marten Dorstmann. (Foto: Frauke Muth)


Kurz und knapp

  • Auf dem Betrieb Dorstmann sind die französischen Fleischschafe „Berrichon du Cher“ und „Charollais“ zu Hause.
  • Marten Dorstmann erklärt worauf es bei einer gesunden Nachzucht ankommt. Insbesondere das Futterkonzept spielt eine wichtige Rolle.

Seit gut sieben Jahren führt der Landwirtschaftsmeister den Betrieb, der mit Legehennen und Schlachtgeflügel in Direktvermarktung zwei langjährige Standbeine hat, gemeinsam mit seinen Eltern. Parallel fing er an, den Betriebszweig Schaf neu aufzubauen. Zu dem Zeitpunkt hielten auch die französischen Fleischschafe „Berrichon du Cher“ Einzug. „Mit der Schafzucht haben wir unseren Betrieb breiter aufgestellt. Das hat sich nicht nur angeboten, weil wir das Grünland zur Verfügung haben, sondern auch, weil die Arbeitsspitzen perfekt zueinander passen“, erklärt Marten Dorstmann. Einen Teil der Lämmer vermarktet die Familie selbst. Ein weiterer Teil wird als Zuchttiere vermarktet, der Rest geht an einen örtlichen Schlachter. „Wichtig ist uns, die gesamte Wertschöpfungskette darzustellen.“

Mit bedarfsgerechter Fütterung zum Erfolg

Betrieb Dorstmann

  • Lage: Moormerland, Ostfriesland
  • Legehennen in Direktvermarktung/Eiervermarktung
  • Schlachtgeflügel in Direktvermarktung (Ente, Gans, Pute, Perlhuhn und Hähnchen zu Weihnachten)
  • 250 Mutterschafe und 7 Zuchtböcke plus Nachzucht
  • Rassen: Berrichon du Cher, Charollais

Den Grundstein für eine gesunde Nachzucht legt Marten Dorstmann mit der Fütterung. Das Konzept hat der Landwirt mit Nils Hiller von der Profuma Spezialfutterwerke GmbH & Co. KG entwickelt. „Damit die Tiere gute Tageszunahmen und Milchleistungen zeigen können, ist es wichtig, sie in den verschiedenen Phasen bedarfsgerecht zu versorgen“, betont er. „Dafür ist in erster Linie die Qualität des Grundfutters ausschlaggebend.“ Auf der Suche nach einem Schaffutter, das die Ration optimal ergänzt, entschied sich Marten Dorstmann vor drei Jahren für das Mawel Schaffutter vital. „Durch die hohe Energie- und Eiweißkonzentration kann ich die Kraftfuttermengen in der Ration genau an das jeweilige Leistungsstadium anpassen“, erklärt er. Ein Vorteil, der dem Landwirt nicht nur hilft, seine Kosten im Blick zu behalten, sondern speziell in Hochleistungsphasen seiner Schafe zu schätzen weiß.

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Das Futterkonzept spricht für sich

Französische Rassen

Aufgeweckt, frohwüchsig, fruchtbar: Bestmögliche Zuchtvoraussetzungen bringen die „Berris“, wie Marten Dorstmann seine „Berrichon du Cher“ liebevoll nennt, von Haus aus mit. „Die französische Fleischrasse zeichnet sich vor allem durch ihre absolute Leichtlammigkeit aus, auch bei Mehrlingsgeburten“, begründet Marten Dorstmann seine Faszination für die reinweißen Tiere. Seit einigen Jahren ergänzen die Franzosen „Charollais“ das Zuchtgeschehen auf dem Hof. „Beide Rassen sind in der Kreuzung ideal, um Lämmer mit guten Schlachtgewichten zu produzieren.“

Für ein gutes Wachstum der Lämmer steht die Milchleistung der Mutterschafe in den ersten Wochen nach der Geburt im Fokus. Die ersten Krümel knabbern die Jungtiere bereits am Trog, denn „die Pelletierung ist auch für die Lämmer geeignet, sodass wir nur ein Futter bevorraten müssen“, sagt Dorstmann. So lernen sie das Futter kennen und können die sinkende Milchleistung der Schafe nach zwei Monaten mit einer gesteigerten Grund- beziehungsweise Kraftfutteraufnahme kompensieren.

Die Ergebnisse des Futterkonzepts sprechen für sich: „Sowohl in der Zucht- als auch in der Gebrauchsherde liegen die Zunahmen mit durchschnittlich 400 Gramm im sehr guten Bereich. Spitzentiere haben sogar über 500 Gramm pro Tag geschafft“, berichtet der Landwirt stolz. „Außerdem haben wir bei unseren Schafen so gut wie keine Probleme mit Harnsteinen.“ Diese treten in erster Linie bei Schafböcken auf. „Die Tiere können keinen Harn mehr absetzen und verenden schließlich. Die Erkrankung hängt vor allem mit einem ungünstigen Kalzium-Phosphor-Verhältnis im Futter zusammen“, erklärt Nils Hiller.

Wichtig bei der Zucht: Auf die Kriterien achten

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Mittlerweile erfolgt der Zuchtbockeinsatz beider Rassen zu gleichen Teilen. Dabei achtet der Schäfer stets auf das Prädikat „gekört“. Welche Böcke vererben fleischige, aber fettarme Tiere? Wie sind Fundament, Wolle und Bemuskelung? All das sind wichtige Kriterien – auch bei den Mutterschafen. „Je mehr Zahlen man hat, desto genauer kann man agieren und sich auf Veränderungen einstellen“, betont Marten Dorstmann. Das allein stellt aber noch längst keinen Siegerbock. „Dafür benötigt es viel Engagement, Durchhaltevermögen und eine gute Portion Pioniergeist. Denn in der Schafzucht lernt man nie aus.“ (Foto: Frauke Muth)

Weitere Informationen gibt es bei...

Nils Hiller
Mobil 0172 6513520
E-Mail nils. hiller@profuma.de
www.equovis.de