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Lebensräume für die Feldlerche schaffen

AGRAVIS aktuell digital 2110

36 Jahre jung und leidenschaftlicher Landwirt. Das ist Holger Kurre, der im Leinetal in der Nähe von Nörten-Hardenberg wohnt. Neben Mastschweinen und Legehennen hat er seit kurzem auch Feldlerchen auf seinem Hof. Genau genommen auf seinen Feldern. Hier hat Holger Kurre nämlich so genannte Lerchenfenster integriert.


Kurz und knapp

  • Im Jahr 2019 hat die BASF das Projekt „Lerchenbrot” ins Leben gerufen. Die AGRAVIS unterstützt das Projekt und gewinnt dafür Landwirt:innen, die auf ihren Feldern Lerchenfenster anlegen. Der Weg des Weizens vom Feld bis hin zur Bäckerei ist noch im Aufbau. Derzeit laufen Gespräche, um die Kette von den Betrieben bis zur Bäckerei im nächsten Jahr großflächiger aufstellen zu können.
  • Lerchenfenster sind etwa 20 Quadratmeter große Freiflächen im Getreide, die den gefährdeten Feldlerchen als „Start- und Landebahn“ dienen und ihnen das Brüten im Feld ermöglichen.
  • Landwirt Holger Kurre aus Angerstein beteiligt sich an dem Gemeinschaftsprojekt „Lerchenbrot” und hat erstmals Lerchenfenster auf seinen Flächen angelegt. Das erste Lerchenpaar, welches regelmäßig die Fenster anfliegt, konnte er bereits beobachten.

Gemeint sind quadratische Flächen, die es der gefährdeten Vogelart ermöglichen, dort zu nisten, wo es ihnen ihre Natur vorschreibt. Insgesamt setzt er sich bereits seit einigen Jahren für den Umweltschutz ein. Denn neben den neu angelegten Lerchenfenstern gehören Blühstreifen und extensive Grünlandbewirtschaftung schon lange zu Holger Kurres Umweltmaßnahmen dazu.

Zum Anlegen der Lerchenfenster hat ihn das Gemeinschaftsprojekt „Lerchenbrot“, das die AGRAVIS gemeinsam mit der BASF durchführt, bewegt. Lange überlegen, ob er mitmacht, musste Holger Kurre keineswegs: „Die Feldlerchen sind bei uns im Leinetal heimisch. Durch die zunehmende Flächenversiegelung fehlt es der Vogelart, die auf der roten Liste als gefährdete Art eingestuft ist, aber immer mehr an geeignetem Lebensraum.“ Als typische Bewohner der offenen Agrarlandschaft sind die Feldlerchen vor allem auf landwirtschaftliche Flächen angewiesen. „Als Landwirt habe ich durch das Projekt ‚Lerchenbrot‘ die Möglichkeit, mit gezielten Maßnahmen einen konkreten Beitrag zum Schutz dieser Art zu leisten“, unterstreicht Holger Kurre seine Begeisterung für die Initiative.

AGRAVIS aktuell digital 2110
Jonas Neiseke (AGRAVIS-Pflanzenbauberater) und Landwirt Holger Kurre halten am Rand des Ackers Ausschau nach Feldlerchen.

„Das Interesse und auch die Bereitschaft mitzumachen, ist bei vielen Landwirt:innen sehr groß“, berichtet Jonas Neiseke, Pflanzenbauberater der AGRAVIS. Mit seinem Expertenwissen berät und unterstützt er bei der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen. „Mit dem Projekt ‚Lerchenbrot‘ kann die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten, um den Bestand der Feldlerchen zu stabilisieren. Die Fenster bieten den Tieren einen An- und Abflugbereich zu ihren Nestern. Allerdings eignen sich nur späträumende Kulturen wie Weizen oder Raps, weil hier zum Zeitpunkt der Ernte auch die Brutperiode abgeschlossen ist.“ Um einen tatsächlichen Mehrwert zu schaffen und die Vögel vor natürlichen Feinden zu bewahren, achtet Jonas Neiseke beim Anlegen der Lerchenfenster auf einige wichtige Punkte. „Um die Feldlerche vor Raubvögeln und Füchsen zu schützen, sollten Bäume nicht in unmittelbarer Nähe zum Lerchenfenster stehen. Außerdem werden die Fenster mittig der Fahrgassen angelegt, damit die Feldlerchen und ihre Nester ungestört sind“, erläutert der Experte. Ein Mindestabstand von 25 Metern zwischen Lerchenfenster und Feldrand stellt ausreichend Ruhe für die Tiere sicher.

Projekt „Lerchenbrot“

Die BASF hat das Projekt „Lerchenbrot“ im Jahr 2019 ins Leben gerufen. Die AGRAVIS unterstützt das Projekt und gewinnt Landwirt:innen für das Projekt, die in ihren Feldern Lerchenfenster anlegen wollen. Das Projekt „Lerchenbrot“ befindet sich momentan in einer Pilotphase, das heißt der Weg des Weizens vom Feld über die Mühle bis hin zur Bäckerei ist noch im Aufbau. Derzeit laufen Gespräche, um die Kette vom Landwirt bis zur Bäckerei im nächsten Jahr großflächiger aufstellen zu können. Ziel ist es, in den Bäckereien ein spezielles Lerchenbrot zu vermarkten. Die Gewinne werden dann den teilnehmenden Landwirt:innen vergütet, um sie so für ihr Engagement zu entlohnen.

In Angerstein ist direkt neben dem Weizenschlag mit den 18 Lerchenfenstern auch ein Blühstreifen angelegt. Eine ideale Kombination von Biodiversitätsmaßnahmen, die nicht nur für Artenvielfalt in der Landwirtschaft sorgt, sondern auch einen wertvollen Nutzen für die Feldlerche mit sich bringt. Denn die dort lebenden Insekten bieten den Feldlerchen und ihrem Nachwuchs eine reichhaltige Nahrungsgrundlage.

Für Holger Kurre zeichnen sich die ersten Erfolge bereits ab. Aus der Ferne konnte er ein Lerchenpaar, welches regelmäßig die Fenster anfliegt, beobachten. Weitere Zustimmung erfährt der Landwirt auch durch seine Kundschaft im Hofladen. Mit regem Interesse werden die von ihm aufgestellten Infotafeln zum Projekt „Lerchenbrot“, die der Bereich Pflanzenbau der AGRAVIS ihm zur Verfügung gestellt hat, gelesen. Die Idee, aus dem Getreide ein gleichnamiges Brot herzustellen, stößt bei seinen Kund:innen auf großes Interesse. Denn sowohl die Regionalität als auch die Förderung von Biodiversität in der Landwirtschaft schätzen sie sehr.

Warum Lerchenfenster anlegen?

„Mit dem Anlegen von Lerchenfenstern haben wir die Möglichkeit, produktive Landwirtschaft mit dem Artenschutz zu verbinden“. (Jonas Neiseke, Pflanzenbauberater der AGRAVIS)

„Für mich ist es wichtig, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Als Landwirt kann ich dies mit geringem Aufwand durch das Anlegen von Lerchenfenstern bewirken“. (Holger Kurre, Landwirt)

Weitere Informationen gibt es bei ...

Bianca Lind
Telefon 0251 682-2900
bianca.lind@veravis.de