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Grünland: Der Blick auf den ersten Schnitt

AGRAVIS aktuell digital 2103

Wie sieht die aktuelle Reifeentwicklung im Grünland aus? Auf welche Erntebedingungen sollten Sie sich einstellen? Futterbau-Expertin Imke Hansing und Dr. Sabine Rahn, Produktmanagerin Silierung/Konservierung, geben einen Überblick und die wichtigsten Tipps zur Sicherung der Futterqualität vor dem ersten Schnitt.


Wie sieht es derzeit auf den Grünlandflächen aus?

Kurz und knapp

  • Die Kälte und die verhaltenen Temperaturen der vergangenen Wochen ließen die Entwicklung der Grünlandreife nur langsam voranschreiten. Bei günstigen Niederschlags- und Temperaturbedingungen können die Bestände noch mit einem raschen Ertragszuwachs reagieren.
  • Bei der Nutzung ist eine Mindestschnitthöhe von 6 bis 8 Zentimetern anzustreben, um eine ausreichende Assimilationsfläche der Gräser zur Regeneration zu gewährleisten.
  • Um den Auswirkungen ungünstiger Erntebedingungen wie zum Beispiel niedriger Zuckergehalte und einem geringen Besatz an natürlichen Milchsäurebakterien entgegen zu wirken, leisten biologische Siliermittel einen wichtigen Beitrag zur Absicherung der Qualitätsanforderungen.

Hansing: Die Kälte im April und Mai hatten das Gräserwachstum deutlich gehemmt. Nach dem kurzem Sommer-Intermezzo bremsten verhaltene Temperaturen die Grünlandreifeentwicklung und verschafften uns etwas mehr Zeit für den ersten Schnitt nach den ergiebigen Niederschlägen. Bei günstigen Niederschlags- und Temperaturbedingungen können die Bestände noch mit einem raschen Ertragszuwachs reagieren. Abhängig von der weiteren Witterung, der Nährstoffverfügbarkeit und der Grasnarbe sind tägliche Ertragszuwächse von bis zu 1,0 bis 1,5 Dezitonnen Trockenmasse (TM) pro Hektar und Zunahmen des Rohfasergehaltes von 0,1 bis 0,2 Prozent (XF i.d.TM) möglich. Ist der optimale Schnittzeitpunkt erreicht, fallen die Qualitätsparameter rapide ab, ein zu später Schnitt in Hoffnung auf Mehrertrag sollte vermieden werden, sodass bei Befahrbarkeit die Ernte erfolgen sollte.

Warum spielt die Schnitthöhe eine so große Rolle bei der Nutzung?

Zielwerte erster Schnitt

  • 21-24 % Rohfaser (XF i.d.TM)
  • > 15 % Rohprotein (XP i.d.TM)
  • > 6,4 MJ NEL/kg TM

Hansing: Damit sich die Gräser auch nach dem Schnitt schnell regenerieren und durchgrünen, benötigen sie eine ausreichende Assimilationsfläche. Dies ist bei einer Mindestschnitthöhe von 6 bis 8 Zentimetern gewährleistet. Eine angepasste Schnitthöhe bildet die Grundlage für ausdauernde Bestände, da in der Halmbasis eingelagerte Reservestoffe für den Wiederaustrieb verbleiben. Ein Tiefschnitt (unter 5 Zentimeter) begünstigt zudem Arten, deren Reservestoffe tiefer beispielsweise in Ausläufern oder Pfahlwurzeln gespeichert sind. So bekommen Ungräser und Kräuter wie die Jährige Rispe oder Löwenzahn einen Wettbewerbsvorteil. Die Folge: Nach dem Schnitt breiten sie sich vor allem in Narbenlücken weiter aus. Entscheidend ist außerdem, dass Tiefschnitte die Futterqualität negativ beeinflussen und hohe Aschegehalte begünstigen.

Auf welche Erntebedingungen sollten sich die Landwirt:innen beim ersten Schnitt einstellen?

Produkt-Tipp

RaicoSil Gras wird für schwer silierbares Futter empfohlen. Die enthaltenen Wirkstoffe fördern die erwünschte Milchsäuregärung und vermeiden das Wachstum unerwünschter Buttersäurebakterien.

Die homofermentativen Milchsäurebakterien in Siloferm vergären den Pflanzenzucker ausschließlich zu Milchsäure und verbessern dadurch die Qualität und reduzieren die Gärverluste. Dem gegenüber bilden die in BioCool enthaltenen heterofermentativen Milchsäurebakterien neben der Milchsäure auch verschiedene pilzhemmende Stoffe und verbessern so die aerobe Haltbarkeit der Silage bei der Auslagerung.

Dr. Rahn: Aktuelle Entwicklungen im Grünland lassen ungünstige Erntebedingungen vermuten. Die Zuckergehalte bleiben vermutlich niedrig und der Besatz an natürlichen Milchsäurebakterien ist nach bisherigem Kenntnisstand ebenfalls gering. Qualitativ hochwertige Silagen sind Voraussetzung für eine wiederkäuergerechte und gesunde Ration.

Voraussetzung für eine verlustarme Ernte ist die ausreichende Befahrbarkeit der Flächen. Anwelken ist in den nächsten Tagen nur eingeschränkt möglich. Achten Sie besonders auf den Schmutzeintrag. Versuchen Sie, auf Trockensubstanzgehalte von mindestens 28 bis 30 Prozent TS anzuwelken. Sonst tritt Gärsaft aus und im ungünstigsten Fall rutschen die Mieten auseinander. Länger häckseln, reduziert auch den Saftanfall. Fällt trotzdem Gärsaft an, muss dieser aufgefangen werden. Es gilt die Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Glaubt man der aktuellen Wetterprognose, wird sich die Situation in den nächsten Tagen etwas entspannen.

Zur Absicherung der Silagequalität unbedingt Siliermittel einsetzen. Nur so lassen sich Fehlgärungen sicher vermeiden. Ist die Silage nass, empfehlen wir den Einsatz von RaicoSil Gras. Ab 28 bis 30 Prozent TS kann Siloferm eingesetzt werden. Klappt es mit dem Anwelken dann wieder besser, ist BioCool ab 35 Prozent TS das Mittel der Wahl.

AGRAVIS aktuell digital 2105

Weitere Informationen gibt es bei ...

Dr. Sabine Rahn, Produktmanagerin Silierung/Konservierung
Telefon 0251 682-2289
E-Mail sabine.rahn@agravis.de
www.silierung.de

Imke Hansing, Futterbau-Vertriebsberatung
Telefon 0170 1851120
E-Mail imke.hansing@agravis.de
agrav.is/gruenland