Ort Finden myfarmvis Login Karriere Kontakt Raiffeisenmarkt.de Facebook Twitter Instagram Xing YouTube WhatsApp LinkedIn Newsletter myfarmvis Expert Drucken Teilen Exyterner Link Deutsch English Uhrzeit Video Hinzufügen
Zurück zur Übersicht

Diese Eiweißpflanzen sind optimal im Futter

AGRAVIS aktuell digital 2106

Erbse, Lupine und Ackerbohne: Regional angebaute Körnerleguminosen sind inzwischen als alternative Eiweißlieferanten anerkannt. Wie Tierhalter:innen die Pflanzen in der Fütterung einsetzen können und welche Besonderheiten bei der Ernte, Konservierung und Lagerung gelten – eine Übersicht.


Kurz und knapp

  • Einheimische Körnerleguminosen eignen sich als Futter für Wiederkäuer, Schweine und Geflügel.
  • In der Fütterung werden häufig nur die Körner bzw. Samen verfüttert. Ganzpflanzensilage kommt hingegen vorwiegend in der Wiederkäuerfütterung zum Einsatz.
  • Für Schweine fallen sowohl die Rohproteingehalte als auch die Verdaulichkeiten der Aminosäuren (Eiweißbausteine) bei alternativen Proteinquellen wie der Ackerbohne oder der Futtererbse geringer aus, als es zum Beispiel beim Sojaextraktionsschrot der Fall ist.
  • Grundsätzlich steht einer Verwertung dieser Körnerleguminosen bei vorheriger Durchführung einer Futtermittelanalyse jedoch nichts im Weg.

Einheimische Körnerleguminosen eignen sich als Futter für Wiederkäuer, Schweine und Geflügel. Oft werden nur die Körner bzw. Samen verfüttert. In der Wiederkäuerfütterung wächst aber auch ihre Bedeutung als Ganzpflanzensilage – allein oder im Mischanbau mit Getreide. Ernte und Lagerung stellen viele Landwirte jedoch vor besondere Herausforderungen.

Körnernutzung: Ernte, Konservierung und Lagerung

Körnerleguminosen wachsen folgernd und reifen ungleichmäßig ab. Das bedeutet, obwohl die Pflanze an den oberen Blütenrispen noch blüht, sind die unteren Schoten bereits reif. Für die Körnernutzung gilt deshalb unter anderem, vor Abreife der oberen Schoten zu ernten. Nach dem Dreschen sind die Körner selten ausreichend trocken und müssen konserviert werden. Neben der Trocknung ist auch die Konservierung mit Propionsäure oder Grain Save NC 90 möglich. Aber auch eine Lagerung geschrotet als Feuchtkornsilage bietet sich an. Aufgrund der dann höheren Restfeuchten kann früher geerntet werden. Zur weiteren Absicherung der Lagerstabilität wird BioCool bzw. CCM-Stabilizer als Siliermittel eingesetzt.

Nutzung als Ganzpflanzensilage

AGRAVIS aktuell digital 2106
Blaue Lupine

Ganzpflanzensilage wird hingegen in erster Linie in der Wiederkäuerfütterung eingesetzt. Ein gemeinsamer Anbau mit Getreide ist dabei empfehlenswert. Das wertet die Silage zusätzlich auf. Geerntet wird, wenn die Samen in den unteren Schoten der Blütenrispen im Stadium Milch- bis Wachsreife (Gelbreife) und an der Spitze noch Blüten zu sehen sind. Bei Mischanbau mit Getreide ist der Erntezeitpunkt erreicht, wenn sich das Getreide im Stadium Milch- bis Mitte Teigreife befindet. Ganzpflanzensilage aus Körnerleguminose siliert in der Regel ohne Probleme. Jedoch ist ihre Stabilität bei der Auslagerung oft nicht ausreichend. Deshalb sollte BioCool als Siliermittel eingesetzt werden. Das gilt auch bei Mischanbau mit Getreide.

Wahl der richtigen Eiweißpflanze in der Fütterung

AGRAVIS aktuell digital 2106
Futtererbse

Vor dem Hintergrund einer möglichen Fruchtfolge-Erweiterung oder eines regionalen Fütterungskonzeptes stellt sich für Schweinehalter:innen die Frage, welchen Futterwert selbsterzeugte Eiweißfuttermittel haben und welcher Eiweißpflanze im Anbau der Vorzug zu geben ist. Einen Überblick zur Einordnung von Ackerbohnen und Erbsen im Vergleich zum Sojaextraktionsschrot und Winterweizen bietet die Tabelle. Die Darstellung verdeutlicht, dass sowohl die Rohproteingehalte als auch die Verdaulichkeiten der Aminosäuren (Eiweißbausteine) für das Schwein bei alternativen Proteinquellen wie der Ackerbohne oder der Futtererbse geringer ausfallen, als es zum Beispiel beim Sojaextraktionsschrot der Fall ist. Einer Verwertung von Ackerbohnen und Futtererbsen steht jedoch grundsätzlich nichts im Weg. Wie bei allen anderen selbsterzeugten Futtermitteln sollte vor der Verwendung eine obligatorische Futtermittelanalyse durchgeführt werden. Diese ermöglicht eine bedarfsgerechte Rationsgestaltung zur Gewährleistung eines optimalen Leistungsniveaus der Tiere.

AGRAVIS aktuell digital 2106

Weitere Infos gibt es bei …

Dr. Sabine Rahn, Produktmanagerin Silierung/Konservierung
Telefon 0251 682-2289
sabine.rahn@agravis.de

Dr. Peter Rösmann, Produktmanager
Telefon 0251 682-2262
peter.roesmann@agravis.de

www.silierung.de
agrav.is/futterkonservierung